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Kleines Herz in Not


Filmdaten
Deutscher TitelKleines Herz in Not
OriginaltitelThe Fallen Idol
ProduktionslandGroßbritannien
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1948
Länge95 (Original) 90 (dt. Fassung) Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegieCarol Reed
DrehbuchGraham Greene
Lesley Storm (Dialoge)
William Templeton (Dialoge)
nach dem Roman The Basement Room (1936) von Graham Greene
ProduktionCarol Reed
MusikWilliam Alwyn
KameraGeorges Périnal
SchnittOswald Hafenrichter
Besetzung
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Kleines Herz in Not ist ein überwiegend aus der Sicht eines kleinen Jungen erzähltes, britisches Spielfilmdrama aus dem Jahre 1948 nach einer Vorlage von Graham Greene. Ralph Richardson spielt „einen amourös fehlgeleiteten Butler, der in Carol Reeds kammerspielhaftem Drama … seinen unendlichen Bewunderer, den Sohn seines Herren, bitterlich enttäuscht“[3]. Des Butlers Geliebte wird von dem französischen Leinwandstar Michèle Morgan verkörpert.

Handlung

London, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Baines ist ein durch und durch korrekter Mensch, ein ebenso distinguierter wie diskreter Butler im Dienste seines Herrn, eines Botschafters. Der kleine Botschafter-Sohn Felipe hängt nahezu an den Lippen von Baines und bewundert diesen für seine (angeblichen) Großtaten, von denen er ausschmückend erzählt und die er an den exotischsten Plätzen der Welt erlebt haben will. Weniger, dass Baines einfach nur ein Angeber ist – vielmehr versucht er den leicht zu beeindruckenden Jungen, der ihm ans Herz gewachsen ist, auf diese Weise zu unterhalten und zu beeindrucken. Dass es sich dabei um frei erfundene Märchen handelt, scheint dem Diener von keiner Bedeutung.

Die Realität ist weit weniger aufregend. Baines ist in einer lieblosen Ehe gefangen und hat eine Affäre mit der schönen, jungen Julie begonnen. Als der Junge die beiden beim intimen Stelldichein beobachtet, kann Baines noch einmal die Situation retten und erklärt Felipe, dass es sich bei der jungen Dame um seine Nichte handele. Eines Tages kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen dem Ehepaar, bei der Mrs. Baines den Treppenabsatz herunterstürzt und sich das Genick bricht. Philippe war Zeuge dieses Streits. Seine Welt stürzt in diesem Moment zusammen, glaubt er doch, dass Baines seine Ehefrau ermordet hat. Des gefallenen Idols zuliebe beginnt Felipe – ein wenig linkisch – die Polizei zu belügen. Doch diese ungeschickten und widersprüchlichen Schwindeleien lassen die Polizei nun glauben, dass Baines den Tod seiner Gattin mit Absicht verursacht hat. Der Butler erkennt, dass er mit seinen Heimlichkeiten und Unaufrichtigkeiten ein kleines Herz in große Not gebracht hat.

Produktionsnotizen

Kleines Herz in Not wurde ab Herbst 1947 gedreht und lief am 19. August 1948 in den britischen Kinos an. Zwölf Tage später lief der Film als britischer Festivalbeitrag auf der Biennale in Venedig. Die Deutschland-Premiere fand am 23. Dezember 1949 statt, in Österreich konnte man den Film vier Wochen darauf erstmals sehen. Das Einspielergebnis in Großbritannien lag bei 215.823 £. Damit war Kleines Herz in Not ein großer Kassenerfolg.

Der in Frankreich geborene Filmdebütant Bobby Henrey, der mit seiner Darstellung des kleinen Felipe (Philippe) bei der Filmkritik großen Eindruck hinterlassen hatte, war zur Zeit der Dreharbeiten gerade acht Jahre alt. Er stand danach nur noch einmal (1950 für „Entführung ins Glück“) vor der Kamera.

Der von Reed auch produzierte Film entstand unter dem Dach Alexander Kordas, der überdies die Herstellungsleitung hatte. Die Filmbauten entwarf Vincent Korda, die Kostüme stammen von Ivy Baker. Denys N. Coop war einfacher Kameramann unter Georges Périnals Leitung, der spätere Bond-Regisseur-Guy Hamilton (James Bond 007 – Goldfinger, James Bond 007 – Diamantenfieber) war Reeds Regieassistent.

Auszeichnungen

sowie Auszeichnungen vom National Board of Review für Ralph Richardson und Graham Greene

Kritiken

„…ein zu Unrecht weithin unbeachtet gebliebenes, kleines aber sehr sorgfältig umgesetztes und von Graham Greene geschriebenes Melodram, … in dessen Mittelpunkt die große Enttäuschung eines Jungen steht, dessen Idol, ein scheinbar perfekter, untadeliger Butler (Ralph Richardson) etwas ihm völlig Unerklärliches, scheinbar Verwerfliches tut und von einer Sekunde auf die nächste die Gunst seines minderjährigen Bewunderers verliert. Der vor allem aus der Sicht des Kindes erzählte Streifen faszinierte durch eine kluge Schauspielerführung, ein sorgfältiges Drehbuch und superbe interpretatorische Einzelleistungen.“

Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films, Band 6, Seite 435, Berlin 2001

„Kleines Herz in Not … ist eine rührende aber keineswegs sentimentale Geschichte und gibt Carol Reed den Stoff für jene atmosphärische Verdichtung, die ihm stets lag.“

Heinrich Fraenkel: Unsterblicher Film. Die große Chronik. Vom ersten Ton bis zur farbigen Breitwand, S. 295, München 1957

„In seinen typischen Filmen schildert Reed das Schicksal von Ausgestoßenen, Einsamen, Verfolgten. Seine Helden geraten ins Zwielicht, werden schuldlos schuldig und sind sich selbst und ihrer Taten nicht mehr sicher. Dieses Zwielicht hat Reed mit raffinierten Lichteffekten auch optischen eindrucksvoll gestaltet. Und Spannung entsteht bei ihm häufig aus einer dichten atmosphärischen Schilderung, die den Helden mit geheimnisvollen Bedrohungen umstellt.“

Reclams Filmführer, von Dieter Krusche, Mitarbeit: Jürgen Labenski. S. 654. Stuttgart 1973

„Carol Reed beschränkte sich auf eine kleine Besetzung und einen streng begrenzten Schauplatz: eine nahezu verlassene Botschaft. Damit erreichte er die Wirkung einer bis ins letzte detaillierten Miniatur. Unter seiner Leitung spielte die Besetzung zurückhalten und bemerkenswert homogen. Besonders hervorzuheben sind die geschickte Regie und die Montage Reeds, der besonders den unerfahrenen Kinderdarsteller Bobby Henrey als einsamer kleiner Junge zu führen verstand, sowie Ralph Richardsons zurückhaltende, aber straffe Darbietung als der freundliche Butler, der des Mordes an seiner Frau verdächtigt wird, weil das Kind ihn zu schützen versucht.“

Buchers Enzyklopädie des Films, S. 226 f., Frankfurt a. M. 1977

„Ausgezeichnete Realisierung der Grahame Greene Story „The Basement Room“.“

Leonard Maltin: Movie & Video Guide, 1996 edition, S. 406

„Ein nahezu perfektes Stück klein-formatiges Kino, aufgebaut dank cleverer Nuancen der Schauspielkunst und cineastischer Technik.“

Leslie Halliwell: Halliwell‘s Film Guide, Seventh Edition, New York 1989, S. 333

„Die Seelennöte des Kindes, das sein Idol zunächst für den Mörder hält, enden mit der schmerzhaften Ernüchterung seiner Gefühle. Eine sensible psychologische Studie und zugleich ein packendes Kriminal-Kammerspiel. Formal und darstellerisch über dem Durchschnitt.“

Lexikon des internationalen Films[4]

Einzelnachweise

  1. in der deutschen und span. Version
  2. in der engl. und franz. Version
  3. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films, Band 6, S. 434. Berlin 2001
  4. Kleines Herz in Not im Lexikon des internationalen Films

Weblinks


Kategorien: Filmtitel 1948 | Werk nach Graham Greene | Britischer Film | Filmdrama | Literaturverfilmung

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Kleines Herz in Not (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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