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Klaus Kinkel


Klaus Kinkel (* 17. Dezember 1936 in Metzingen) ist ein ehemaliger deutscher Politiker (FDP) und Jurist. Von 1979 bis 1982 war er Präsident des Bundesnachrichtendienstes,[1] von 1991 bis 1992 Bundesminister der Justiz, von 1992 bis 1998 Bundesminister des Auswärtigen und von 1993 bis 1998 Stellvertreter des Bundeskanzlers. Von 1993 bis 1995 war er außerdem Bundesvorsitzender der FDP. Er ist selbständiger Rechtsanwalt in Sankt Augustin.

Leben und Beruf

Kinkel wuchs in Hechingen (Baden-Württemberg) auf. Sein Vater war Internist.[2] Nach dem Abitur 1956 am Staatlichen Gymnasium Hechingen absolvierte Kinkel ein Studium der Rechtswissenschaft an den Universitäten Tübingen und Bonn, das er 1960 mit dem ersten juristischen Staatsexamen in Tübingen beendete. Nach dem Referendariat am Landgericht Hechingen folgte 1965 das zweite juristische Staatsexamen. 1964 wurde er an der Universität zu Köln mit der Arbeit Die Lehre von Popitz für die Gestaltung des gemeindlichen Finanzausgleichs zum Dr. jur. promoviert. Er trat dann in die baden-württembergische Verwaltung ein und war bis 1968 beim Landratsamt Balingen tätig. 1968 wechselte er in das Bundesministerium des Innern. Hier war er von 1970 bis 1974 Persönlicher Referent von Bundesminister Hans-Dietrich Genscher, zuletzt auch als Leiter des Ministerbüros.

Nachdem Genscher 1974 die Leitung des Auswärtigen Amtes übernommen hatte, wurde Kinkel hier Leiter des Leitungsstabes und 1979 Leiter des Planungsstabes.

Seit seinem Ausscheiden als Bundesaußenminister 1998 ist Kinkel als Rechtsanwalt tätig und engagierte sich z. B. als „Botschafter“ für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit Behinderung in Deutschland. Darüber hinaus ist er in zahlreichen sozialen Projekten für die Belange von Menschen mit Behinderung tätig ebenso wie als Ehrenmeister der Karlsruher Handwerkskammer oder im Bereich der Bildung als Vorsitzender der Deutsche-Telekom-Stiftung in Bonn.

Kinkel ist verheiratet und hat drei Kinder. Eine Tochter kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben.[3] Kinkel ist seit Studientagen Mitglied der katholischen Studentenverbindung AV Guestfalia Tübingen im CV.

Partei

Kinkel trat 1991 erst kurz nach seiner Ernennung zum Bundesminister der FDP bei. Vom 11. Juni 1993 bis zum 10. Juni 1995 war er Bundesvorsitzender der FDP. In seine Amtszeit als Bundesvorsitzender fielen 14 Wahlen, bei denen die FDP erhebliche Verluste hinnehmen musste; so verfehlte sie bei zwölf Landtagswahlen den Einzug ins Parlament. Kinkel trat daher nach Ablauf seiner Amtszeit 1995 nicht mehr als Bundesvorsitzender an; sein Nachfolger wurde Wolfgang Gerhardt.

Abgeordneter

Von 1994 bis 2002 war Kinkel Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 1998 bis 2002 Stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. Kinkel ist stets über die Landesliste Baden-Württemberg in den Deutschen Bundestag eingezogen. Die Unterlagen über seine Tätigkeit als stellvertretender Fraktionsvorsitzender befinden sich im Archiv des Liberalismus der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Gummersbach.

Öffentliche Ämter

Von 1979 bis 1982 war er Präsident des Bundesnachrichtendienstes. Im Oktober 1982 wurde er zum Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz ernannt. Nach der Bundestagswahl 1990 wurde er am 18. Januar 1991 als Bundesminister der Justiz in die von Bundeskanzler Helmut Kohl geführte Bundesregierung berufen.

Nach dem Rücktritt von Hans-Dietrich Genscher wurde Kinkel am 18. Mai 1992 zum Bundesminister des Auswärtigen ernannt. Als im Januar 1993 der damalige Vizekanzler und Wirtschaftsminister Jürgen Möllemann von seinem Amt zurücktrat, wurde Kinkel am 21. Januar 1993 zusätzlich Stellvertreter des Bundeskanzlers. 1993 fasste er die Ziele der Innen- und Außenpolitik, wie er sie betrieb, so zusammen:

„Zwei Aufgaben gilt es parallel zu meistern: Im Inneren müssen wir wieder zu einem Volk werden, nach außen gilt es etwas zu vollbringen, woran wir[4] zweimal zuvor gescheitert sind: Im Einklang mit unseren Nachbarn zu einer Rolle zu finden, die unseren Wünschen und unserem Potenzial entspricht. Die Rückkehr zur Normalität im Inneren wie nach außen entspricht einem tiefen Wunsch unserer Bevölkerung seit Kriegsende. Sie ist jetzt auch notwendig, wenn wir in der Völkergemeinschaft respektiert bleiben wollen. […] Unsere Bürger haben begriffen, dass die Zeit unseres Ausnahmezustandes[5] vorbei ist.“

Verantwortung, Realismus, Zukunftssicherung. Deutsche Außenpolitik in einer sich neu ordnenden Welt. FAZ 19. März 1993

Nach der Bundestagswahl 1998 und dem damit einhergehenden Regierungswechsel schied Kinkel am 26. Oktober 1998 aus der Bundesregierung aus.

Gesellschaftliches Engagement

Auszeichnungen

Kabinette

Veröffentlichungen (Auswahl)

Weblinks

 Commons: Klaus Kinkel  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Erich Schmidt-Eenboom: Der Schattenkrieger. Klaus Kinkel und der BND. Econ, Düsseldorf 1995, ISBN 3-430-18014-7.
  2. munzinger.de
  3. Interview zum Unfall seiner Tochter und seiner gewandelten Einstellung zum Thema Organspende, Magazin Focus, Nr. 24 (1997)
  4. damit ist gemeint: Kaiser Wilhelm II 1918 und Adolf Hitler 1945
  5. gemeint: die Teilung des Landes in BRD und DDR bis 1989
  6. https://www.telekom.com/medien/konzern/251378
  7. Broschüre der Bundesliga-Stiftung; S. 47 (Memento vom 18. Mai 2013 im Internet Archive) (PDF; 6,8 MB)
  8. Homepage der Sepp-Herberger-Stiftung; Kuratorium
  9. Homepage Liberale Türkisch-Deutsche Vereinigung
  10. DGVN Präsidium
  11. Unterstützerinnen und Unterstützer des Opferfonds Cura Website der Amadeu Antonio Stiftung


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus Kinkel (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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