Kickstarter - LinkFang.de





Kickstarter


Dieser Artikel behandelt den Kickstarter in der Fahrzeugtechnik; für die gleichnamige Online-Finanzierungsplattform siehe Kickstarter.com.

Ein Kickstarter ist eine fußbetätigte Anlassvorrichtung bei motorisierten Zweirädern. Durch den kräftigen Tritt des Fahrers (engl. kick) auf den Kickstarter wird die Kurbelwelle auf die Drehzahl beschleunigt, die zum Anspringen erforderlich ist. Mit einem Kickstarter wurden die meisten bis etwa 1970 gebauten Motorräder gestartet, dann setzten sich elektrische Anlasser stärker durch, die es jedoch auch schon vorher gegeben hatte.

Aufbau und Funktionsweise

Es handelt sich um einen (meist einklappbaren) Hebel mit einem Pedal oder einer Trittstange außen seitlich am Motor, der im Prinzip wie eine Tretkurbel, jedoch mit eingeschränktem Drehbereich (maximal eine halbkreisweite Bewegung von 180°), arbeitet. Mittels einem Zahnradvorgelege wird im Motorgehäuse die Bewegung auf die Kurbelwelle (Primärkickstarter) oder auf die Getriebevorgelegewelle (Sekundärkickstarter) übertragen. Einige Motorräder mit längsliegender Kurbelwelle haben einen Kickstarterhebel, bei dem quer zur Fahrzeuglängsachse getreten werden muss.

Zwischen Kickstarterwelle und Getriebe- oder Kurbelwelle befindet sich ein Ratschen-Freilauf, um einerseits durch kurze Teilbetätigung vor dem eigentlichen Start-Tritt die Kurbelwelle in eine geeignete Ausgangsposition (Totpunktsuche) zu bringen, andererseits dem anspringenden Motor zu erlauben, frei hochdrehen zu können. Meist ist der komplette Mechanismus durch eine Steuerkulisse in der oberen Ruhestellung komplett ausgerückt und mechanisch vollständig (in beiden Drehrichtungen) von den rotierenden Getriebewellen abgekoppelt; bei vielen Viertaktern ist dies auch am unteren Endbereich des Betätigungsweges der Fall, um den Benutzer vor Verletzungen durch einen eventuell „zurückschlagenden“ Motor (Laufrichtungswechsel, kurzes Zurücklaufen entgegen der eigentlichen Drehrichtung) bei den ersten Arbeitstakten zu schützen.

Startvorgang

Je nach Ergonomie wird der Kickstarter meist links neben dem Motorrad stehend (Kickstarter auf der linken Motorseite) oder aufgesessen bzw. über dem Motorrad stehend (Kickstarter auf der rechten Seite) in der Regel mit dem rechten Fuß betätigt.

Da der Motor durch den eingeschränkten, erzielbaren Drehwinkel nur wenige Male oder gar nur einmal (bei größeren Einzylinder-Viertaktmotoren) über einen Zündungstotpunkt gedreht wird, ist es wichtig, die vom Hersteller vorgegebene Startprozedur (oft sind dies Punkte wie sicherer Stand, Einklappen der Beifahrerfußraste, Betätigen der Kaltstarthilfen wie Tupfer oder Choke, ggf. Warmstarthebel oder -knopf, Ansaugen ohne Zündung, richtige Position der Kurbelwelle, Betätigung des Dekompressionshebel bzw. Aktivierung des automatischen Ventilaushebers, Zündung einschalten, Gasstellung) vor dem eigentlichen Starttritt genau einzuhalten, um einen zuverlässigen Start mit möglichst wenigen Versuchen zu erzielen. Der Tritt soll – insbesondere bei großvolumigeren Motoren – nicht halbherzig, sondern mit spürbarem Krafteinsatz über den gesamten Weg des Starters bis zur Endposition konsequent durchgeführt werden, um ausreichend Drehzahl und Schwung zu erreichen und einem eventuellen Zurückschlagen des Motors und der damit verbundenen Verletzungsgefahr entgegen zu wirken. Nach dem der Motor gezündet hat und einige Umdrehungen sicher durchgelaufen ist, wird der Starter langsam nach oben zurück geführt und eingeklappt.

Mokick

Aus den Mopeds entwickelten sich Ende der 1950er-Jahre die Mokicks, die statt der fahrradähnlichen Tretkurbeln mit Pedalen über Fußrasten und Kickstarter verfügten. Das erste Mokick war die Jawa 50, an der ab 1956 der Kickstarter zum Einsatz kam.

Bei den sehr populären Kleinkraftrollern stellt der Kickstarter trotz meist vorhandenem Elektrostarter eine sinnvolle Rückfallebene dar, da diese Fahrzeuge bei defektem Elektrostart (z. B. durch eine leere Batterie) auch behelfsweise nicht durch einfaches Anschieben in Gang gebracht werden können. Da die Kraftübertragung mit Fliehkraftkupplung und Riemengetriebe nur bei laufendem Motor einen Kraftschluss zum Hinterrad hat, ist in diesem Fall Ankicken notwendig.

Andere Benennungen

In der technischen Dokumentation werden Kickstarter auch als Starterhebel bezeichnet, im deutschen Normenwerk des DIN wurde auch das Wort „Anlasshebel“ benutzt.

Weblinks

Literatur

  • Peter A. Wellers, Hermann Strobel, Erich Auch-Schwelk: Fachkunde Fahrzeugtechnik. 5. Auflage, Holland+Josenhans Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-7782-3520-6.

Kategorien: Bedienelement | Verbrennungsmotor

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Kickstarter (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.