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Kfz-Kennzeichen (Frankreich)


Seit dem 15. April 2009 werden die Kfz-Kennzeichen in Frankreich nach dem Muster AB-123-CD fortlaufend durchnummeriert. Das vorhergehende System galt seit dem 1. April 1950. Die letzten Kennzeichen nach dem alten System wurden Fahrzeugen bei einem Départementwechsel bis zum 13. Oktober 2009 zugeteilt.

Aktuelles Kennzeichensystem (SIV, „Système d'immatriculation de véhicules“)

Die Kennzeichen werden in einer nationalen Serie fortlaufend nach dem Muster AB-123-BC vergeben. Sowohl das vordere als auch das hintere Nummernschild besitzen in der Regel schwarze Schrift auf weißem Grund. Am linken Rand befindet sich das blaue Eurofeld mit dem Nationalitätskennzeichen F. Die frühere regionale Kodierung mit der Nummer des jeweiligen Départements ist nicht mehr möglich. Da die regionalen Kennzeichnungen in der Bevölkerung recht beliebt waren, führte die geplante Änderung zu Protesten.[1] Infolgedessen erhielten die Kennzeichen ein weiteres blaues Feld am rechten Rand, in dem das Logo einer Region sowie die Nummer eines Départments dargestellt werden. Dabei können Region und zugehöriges Départment frei gewählt werden und sind nicht an den Zulassungsort gebunden.[2] Für Zweiräder mit mehr als 50 cm³ Hubraum werden entsprechende zweizeilige Schilder vergeben. Die Möglichkeit eines Wunschkennzeichens besteht nicht.[1]

Die französischen Kennzeichen lehnen sich damit stark an das 1999 eingeführte italienische Kennzeichensystem an, das es ebenso erlaubt am rechten Rand optional Herkunft und darüber hinaus auch das Baujahr des Fahrzeugs anzugeben. Ein ähnliches System wurde im Februar 2011 auch in Albanien eingeführt.

Mit der Umstellung auf das neue System wurden die Sonderkennzeichen für Polizei, Militär und weitere Behörden abgeschafft. Die Fahrzeuge der genannten Institutionen tragen nun normale Serienkennzeichen. Gelegentlich werden diese durch inoffizielle Sticker der entsprechenden Behörde (z. B. der Gendarmerie) ergänzt.

Das erste Kennzeichen des aktuellen Systems sicherte sich der japanische Fahrzeughersteller Mazda. Laurent Hamard, Verkaufsleiter bei Mazda Frankreich, erhielt für seinen Mazda 6 die Kombination AA-001-AA.[3]

Die Nummernschilder verbleiben „auf Lebenszeit“ am Fahrzeug, was den Handel mit gestohlenen Fahrzeugen erschweren soll. Zusätzlich sind die neuen orangefarbenen Fahrzeugscheine (früher grau) mit neuen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet, um Fälschungen zu erschweren.[1]

Spezielle Serien

Händler- und Testkennzeichen

Händler-Kennzeichen zu Test- und Probefahrten tragen in Frankreich traditionell den Buchstaben W. Es folgen im gewohnten Format drei Ziffern und zwei Buchstaben. Allgemeine provisorische Kennzeichen zeigen die Buchstaben WW. Auch bei diesen Schildern ist die Darstellung eines Regionslogos bzw. der Departmentnummer am rechten Rand möglich.

Temporäre Kennzeichen

Temporär gültige Kennzeichen zeigen silberfarbige Schrift auf rotem Grund. Am linken Rand befindet sich das Eurofeld, der blaue Balken zur Regionsangabe entfällt. Stattdessen geben am rechten Rand übereinander stehende Monats- und Jahreszahlen das Datum der maximalen Gültigkeit an. Die Schilder nutzen Kombinationen aus der regulären Vergabeserie.

Freihandelszonen

Einen Sonderfall stellen die Kennzeichen in den Gebieten Hochsavoien und Pays de Gex dar. Sie entsprechen mit rotem Hintergrund und silberfarbener Aufschrift im Wesentlichen den temporären Schildern. Allerdings zeigen sie am rechten Rand das Regionsfeld. Für beide Gebiete ist das Logo der Region Rhône-Alpes abgebildet. Im Falle von Hochsavoien wird es um die Nummer 74 für das Département Haute-Savoie, bei Pays de Gex um die 01 für das Département Ain ergänzt.

Moped-Kennzeichen

Bereits seit dem 1. Juli 2004 müssen Krafträder unter 50 cm³ bei Erstzulassung oder Halterwechsel ebenfalls mit einem Kennzeichen versehen werden. Diese Kennzeichen entsprachen hinsichtlich der Zeichenfolge bereits fünf Jahre früher dem später allgemein eingeführten System. Die Kombination begann mit zwei Buchstaben, gefolgt von maximal drei Ziffern und einem weiteren Buchstaben. In der linken oberen Ecke befand sich das Eurofeld. Die Serie wurde Ende Juni 2015 eingestellt. Seitdem wird die Standard-Serie für diesen Fahrzeugtyp verwendet.

Kennzeichen für historische Fahrzeuge

Für historische Fahrzeuge werden optional schwarze Schilder mit silberfarbener Aufschrift vergeben. Die Kombination entspricht der normalen Serie, allerdings fehlen die blauen Balken an beiden Seiten.

Vergabe

Datum Mopeds Allgemeine Reihe Händler Vorläufige Kennzeichen
01. Juli 2004 A 11 A
31. Dez. 2004 D 324 V
31. Dez. 2005 M 909 F
31. Dez. 2006 W 527 X
31. Dez. 2007 AG 476 Q
31. Dez. 2008 AR 591 N
15. Apr. 2009 AT 710 C AA-001-AA W-001-AA WW-001-AA
31. Dez. 2009 BA 237 A AJ-083-DQ W-803-AH WW-104-BL
31. Dez. 2010 BJ 79 Y BF-900-PQ W-647-CR WW-167-FV
31. Dez. 2011 CE 740 E BZ-521-TB W-668-DT WW-050-LD
31. Dez. 2012 CP 932 Z CP-778-KL W-459-ES WW-449-QW
31. Dez. 2013 CY 930 F DB-022-XE W-210-FP WW-250-WH
31. Dez. 2014 DE 678 R DM-930-ZT W-912-GG WW-707-AG
31. Dez. 2015 DH 123 K DY-706-QH W-549-GZ WW-762-FB

Überseegebiete

In den fünf Übersee-Départements Guadeloupe, Martinique, Französisch Guayana, Réunion und Mayotte werden normale Serienkennzeichen ausgegeben, da diese Gebiete denselben Status besitzen wie Festland-Départements. Da die Département-Nummern hier dreistellig sind (971 bis 976), werden die ersten beiden Ziffern übereinander angeordnet. Im Falle von Mayotte wird kein Regions-Logo dargestellt.

In den übrigen französischen Überseegebieten werden spezielle Kennzeichen-Systeme benutzt.

  • Saint-Pierre-et-Miquelon: Buchstabenfolge SPM, gefolgt von ein bis drei Ziffern und einem Buchstaben
  • Saint-Barthélemy: kein Europafeld, eine bis drei Ziffern, gefolgt von einem Buchstaben
  • Saint-Martin: vier Ziffern, gefolgt von einem Bindestrich und drei Buchstaben
  • Neukaledonien: kein Europafeld, eine bis sechs Ziffern, gefolgt von dem Buchstabenpaar NC
  • Polynesien: kein Europafeld, eine bis sechs Ziffern, gefolgt von dem Buchstaben P
  • Kerguelen: zwei Ziffern zur Angabe des Erstzulassungsjahres, gefolgt von vier fortlaufend vergebenen Ziffern
  • Wallis und Futuna: kein Europafeld, eine bis vier Ziffern, gefolgt von den Buchstaben WF

Diplomatenkennzeichen

Französische Diplomatenkennzeichen besitzen seit 1965 einen dunkelgrünen Hintergrund und in der Regel orange- oder silberfarbene Aufschrift. Die Kennzeichen beginnen mit einer ein- bis dreistelligen Zahl, die das Herkunftsland bzw. die internationale Organisation verschlüsselt. Es folgt die genauere Angabe des Status durch die Buchstaben

  • CMD (Botschafter, Chef de mission diplomatique)
  • CD (Diplomat)
  • C (Konsul)
  • K (andere Mitarbeiter)

Abschließend folgt eine fortlaufende Seriennummer. Im Fall von Konsularkennzeichen folgt noch die Nummer des Départements, da diese von lokalen Behörden und nicht wie die anderen Diplomatenschilder vom Außenministerium zugeteilt werden.

Die Zugehörigkeit zu speziellen internationalen Organisationen wird durch einen weiteren Buchstaben vor dem Herkunftscode angegeben:

In diesem Falle wird zum ursprünglichen Herkunftscode die Zahl 200 addiert.

Altes Kennzeichensystem (FNI)

Weitere Informationen

Weitere Informationen, insbesondere über das jeweilige Zulassungsjahr, und eine genauere Auflistung der Buchstabengruppen befinden sich im Artikel Systematik der Kfz-Kennzeichen (Frankreich).

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Ulrike Koltermann: Frankreich führt neue Kennzeichen ein. In: Spiegel Online. 16. April 2009, abgerufen am 10. September 2010.
  2. Le numéro de département maintenu sur les plaques d'immatriculation. In: Le Monde.fr. Le Monde Interactif, 28. Oktober 2008, abgerufen am 10. September 2010 (français).
  3. Mazda France décroche la première plaque nouvelle version Artikel bei LeParisien.fr vom 15. April 2009 (französisch)
  4. http://plaque.free.fr/f_cd2e.html Diplomatische Codes/
  5. http://plaque.free.fr/f_cd2e.html Diplomatische Codes/

Weblinks


Kategorien: Kfz-Kennzeichen nach Staat | Straßenverkehr (Frankreich)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Kfz-Kennzeichen (Frankreich) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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