Kettenbrief - LinkFang.de





Kettenbrief


Ein Kettenbrief ist eine Nachricht, die heutzutage meist über soziale Netzwerke (meist WhatsApp, seltener Facebook, Twitter, Instagram (Direct), Kik Messenger), seltener E-Mail und, als fast ausgestorbene Variante, Post verbreitet wird. Man wird aufgefordert, den Brief zu kopieren und an mehrere weitere Empfänger zu versenden. Teilweise wird mit obskuren oder dramatischen Folgen gedroht, wenn man einen Weiterversand nicht vornimmt und damit die Kette unterbricht. Wer hingegen derartige Briefe weiterschickt, dem werden oft große Belohnungen versprochen. Mitunter werden Empfänger auch subtil unter moralischen Druck gesetzt, die Nachricht weiterzuleiten.

Kettenbriefe dienen unterschiedlichen Zwecken:

Vorherige Punkte und den enormen Variantenreichtum berücksichtigend, kann folgende Einteilung für Kettenbriefe vorgeschlagen werden. Dieselbe Strukturierung wird in der Studie Copy & Paste vertieft:

  • Magisch-religiöse Kettenbriefe (Himmelsbriefe und religiöse Kettenbriefe) (S. 59–85)
  • Profane Kettenbriefe (Glückskettenbriefe, Geldkettenbriefe, Politische Kettenbriefe, Mitleidkettenbriefe) (S. 86–106)
  • Kritik, Verbot, Persiflage – parodistische, humoristische und ludutive Kettenbriefe (Witzkettenbriefe, Antikettenbriefe, Phishing- und Spammails, auch Glücksbrot usw.) (S. 107–130)[1]

Vor dem Internet-Zeitalter wurden Kettenbriefe hauptsächlich mit der Post verschickt. Seither geschieht der Versand überwiegend per sozialem Netzwerk (siehe Einleitung) oder E-Mail. Prinzipiell ist jedes Medium für die Verteilung von Kettenbriefen geeignet, wenn es einen Absender, einen Empfänger sowie die Möglichkeit des Versands von Nachrichten an mehrere andere Personen gibt. So wurden zum Beispiel auch in Communitys schon Kettenmails beobachtet. Maßgeblich für die Definition des Kettenbriefes ist aus diesem Grund weniger sein Übertragungsmedium, sondern der Inhalt der Nachricht.

Kettenbriefe sind typischerweise an einer direkten oder indirekten Aufforderung in der Nachricht, diese an mehrere Empfänger weiterzuverteilen, zu erkennen, meist im Zusammenhang mit Versprechungen, mitleidserregenden Geschichten oder Drohungen.

Kettenbriefe nutzen die Wirkweise des Schneeballsystems zur Verbreitung. Viele, häufig unerfahrene Nutzer, hoffen auf die versprochenen Gewinne oder Resultate durch den Versand eines Kettenbriefes.

Kettenbriefe können auch indirekt zur Belästigung von Personen eingesetzt werden. Hier wird in dem Kettenbrief meist ein Hilfegesuch, etwa eine Telefonnummer angegeben. Die Opfer hinter dieser Telefonnummer erhalten dann dutzende Telefonanrufe täglich von Empfängern des Kettenbriefes.

Durch die exponentiell ansteigende Masse von Nachrichten (E-Mails) werden Kommunikationssysteme sehr stark belastet. Wenn etwa ein Anwender einen Kettenbrief erhält und ihn an zehn weitere Personen weiterleitet, die ihn wiederum an je zehn Personen weiterleiten, dann ist nach dem fünften Empfänger schon ein theoretisches Nachrichtenaufkommen von 100.000 Nachrichten erreicht. Netzbetreiber sprechen daher im Allgemeinen die deutliche Empfehlung aus, eine Kettenbriefnachricht nicht weiterzuleiten und mit eventuell genannten Ansprechpartnern keinen Kontakt aufzunehmen, auch wenn es sich auf den ersten Blick scheinbar um eine „gute Sache“ (z. B. Spendenaufruf) handelt.

Eine Sonderform des Kettenbriefes als E-Mail mit vorgeblichen Warnungen, zum Beispiel vor Computerviren, stellt auch der sogenannte Hoax dar.

Etwa ab Mitte 2014 kursierte die ALS Ice Bucket Challenge, die wegen der Aufforderung („Nominierung“) zum Nachmachen eine spezielle Variante eines Kettenbriefes ist.

Weblinks

 Wiktionary: Kettenbrief – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Kettenbriefe  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Rauchegger, Andreas: Copy & Paste. Himmels- und Kettenbriefe als Schreib- und Kopierrituale im Wandel. Saarbrücken 2010.

Kategorien: Brieftyp | Werbemittel

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Kettenbrief (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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