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Keferloher


Dieser Artikel behandelt den Steinzeug-Bierkrug Keferloher, zur gleichnamigen deutschen Volleyballspielerin siehe Lisa Keferloher.

Der Keferloher ist ein tonnenförmiger (nicht bauchiger), grauer, salzglasierter Steinzeug-Bierkrug (Humpen), der sich dank seiner Eigenschaften besonders für den Biergenuss eignet. Durch die isolierende Wirkung des Tons bleibt das Bier länger kühl, und aufgrund der besonderen Oberflächenstruktur, die man durch Zugabe von Salz während des Brennvorgangs erzeugt, bleibt auch die Kohlensäure länger im Getränk und das Bier damit länger frisch.

Geschichte

Der Keferloher hat seinen Ursprung in Keferloh, heute ein Ortsteil von Grasbrunn, wo er 1808 erfunden wurde.[1] Der Krug wird in zwei Varianten angeboten, zum einen in der häufigeren deckellosen Variante, zum anderen in der mit einem (meist flachen) Zinndeckel. Ursprünglich waren die Krüge (heute i.d.R. Museumsstücke) nicht glasiert; es ist nicht geklärt, ab wann die ersten glasierten Krüge hergestellt wurden.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden die tönernen Trinkgefäße von Brauereien (Beispiel: Liste ehemaliger Brauereien in Bayern) zu Werbezwecken entdeckt. Die Brauer schenkten ihr Bier fortan bei Festen oder in eigenen Gasthäusern in Krügen aus, die die Herkunft des Bieres preisgaben. Erst ritzten die Brauereien den Namenszug relativ primitiv mit Nägeln oder spitzen Gegenständen vor dem Brennen in den Ton, spätere Krüge sind schon wesentlich aufwendiger gestaltet, modelliert oder kunstvoll bedruckt. Auch heute noch lassen Brauereien eigene tönerne Bierkrüge herstellen. Vor allem alte, teils auch die heutigen Krüge, sind unter Sammlern begehrt und werden teuer gehandelt. Von den begehrten seltenen alten Krügen gibt es zwischenzeitlich nachgemachte Stücke.

Brauereikrüge

Art und Weise der Beschriftung:

  • Geritzt: sie sind mit die ältesten; die Schrift ist in den Ton eingeritzt
  • Plastisch: sie sind dreidimensional modelliert und bearbeitet
  • Schablonen-geritzte Krüge
  • Gemeißelt: sehr selten
  • Farbig: teilweise kunstvoll bemalte Krüge
  • Aufgelegt: die Buchstaben sind auf den Ton gelegt und anschließend eingebrannt
  • Bedruckt: die ersten Krüge dieser Art tauchen ab etwa 1910 auf

Die zeitlichen Übergänge sind fließend, vor 1920 waren die Krüge handgedreht, danach teils maschinell gefertigt. Bis zum Entstehungsjahr 1955, als neue Eichzeichen eingeführt wurden, gelten Krüge als historisch. Die historischen Krüge haben als Eichzeichen ein kleines oder großes "L", einen Zentimeter unterhalb des Krugrandes angebracht. Heute ist ein Eichzeichen vier Zentimeter unter Krugoberrand vorgeschrieben. In alten Krügen darf kein Bier/Getränk kostenpflichtig ausgeschenkt werden.

Oktoberfest

Bis man auf dem Oktoberfest ab dem Jahr 1892 die Tonkrüge aus hygienischen Gründen schrittweise durch Glaskrüge ersetzte, wurden jährlich Millionen Keferloher aus Ton für das Münchner Spektakel produziert. Die Glaskrüge haben daneben auch den Vorteil, dass man genau sieht, ob tatsächlich die vorgeschriebene Menge eingeschenkt wird.

Seit 1978 werden für das Oktoberfest wieder Keferloher, allerdings nun als Souvenirartikel mit dem jährlich wechselnden Oktoberfest-Plakatmotiv [2], in Handarbeit hergestellt. Anlässlich des 200. Jubiläums des Oktoberfestes im Jahr 2010 wurde das eigens eingebraute dunkle Jubiläumsbier auf der „Historischen Wiesn“ in eigens hergestellten Halbliter- und Liter-Keferlohern ausgeschenkt.

Literatur

  • 1516 – 500 Jahre Bayerisches Reinheitsgebot, Verlagsveröffentlichung der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung, 22. Januar 2016, Radaktion: Jürgen Hirtreiter, Druck: Cl. Attenkofer´sche Buch- und Kunstdruckerei, Verlag des Straubinger Tagblatts

Links

Einzelnachweise

  1. Webseite des Guts Keferloh: Historisches , abgerufen am 11. September 2014.
  2. Oktoberfestplakate

Kategorien: Trinkgefäß

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Keferloher (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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