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Kaufkraft (Konsum)


Dieser Artikel oder Abschnitt stellt vorwiegend nur die Situation in Deutschland dar.

Als Kaufkraft der Verbraucherhaushalte wird das in privaten Haushalten für Konsumzwecke verfügbare Einkommen bezeichnet, also derjenige Betrag, der pro Haushalt vom Einkommen verbleibt, nachdem alle regelmäßig wiederkehrenden Zahlungsverpflichtungen (zum Beispiel Wohnungsmieten, Kreditraten, Versicherungsprämien) bedient wurden. Die Kaufkraft kann sich somit entweder auf das monatliche Einkommen oder auch das Jahreseinkommen einer Person oder eines Haushalts beziehen.

Begrifflichkeiten

Die Kaufkraft eines Haushalts ist nicht allein an die Erwerbssituation der Haushaltsmitglieder verknüpft, sondern unterliegt auch deutlichen regionalen Unterschieden. Diese Unterschiede sind von großer Bedeutung für die Konsumgüterindustrie, die ihre Angebote an die in einer bestimmten Region vorliegende Kaufkraft anpassen muss, um nicht an den Bedürfnissen des Marktes vorbei zu produzieren.

Die Kaufkrafttheorie ist ein Ansatz in der ökonomischen Theorie darüber, wie sich Lohnerhöhungen auswirken.

Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte stellt einen besonders aussagefähigen Indikator für den (monetären) „Wohlstand“ der Bevölkerung dar und ist als der Betrag zu verstehen, der den in einer bestimmten Region lebenden Menschen für Konsumzwecke oder zur Ersparnisbildung zur Verfügung steht. Das verfügbare Einkommen ergibt sich aus den empfangenen Primäreinkommen nach Abzug der geleisteten laufenden Transfers und nach Hinzufügung der empfangenen laufenden Transfers. Allerdings sollte das verfügbare Einkommen nicht pauschal mit dem Begriff „Kaufkraft“ gleichgesetzt werden, da Kaufkraft neben dem nominellen Geldbetrag prinzipiell auch das Preisniveau berücksichtigen müsste (Reallohn), während das verfügbare Einkommen als reiner nominaler Geldbetrag grundsätzlich keinerlei Preisunterschiede berücksichtigt.

Für den Einzelhandel spielt neben der Kaufkraft auch die Zentralität eine wichtige Rolle. Die Zentralitätskennziffer errechnet sich aus dem Verhältnis der Kaufkraftkennziffer (Kaufkraft im Vergleich zum Bundesdurchschnitt) zur Umsatzkennziffer (Einzelhandelsumsatz im Vergleich zum Bundesdurchschnitt).

Kaufkraftindex

Kaufkraftindex (auch: Kaufkraftzahl oder Kaufkraftkennziffer) einer Region (Bundesland, Bezirk, Gemeinde, Postleitzahlgebiet und so fort) gibt das Kaufkraftniveau dieser Region pro Einwohner oder Haushalt im Vergleich zum nationalen Durchschnitt an. Der nationale Durchschnitt hat dabei den Normwert 100. Beträgt der Kaufkraftindex je Einwohner einer Region zum Beispiel 84, so liegt er unterhalb des Durchschnitts – die Einwohner in dieser Region verfügen im Mittel nur über 84 Prozent der durchschnittlichen Kaufkraft. Neben Regionen eines Landes können auch Länder selbst bezüglich ihrer Kaufkraft verglichen werden.

Gebietskörperschaften in Deutschland mit den höchsten Kaufkraftindizes (2014)[1]
Platz Gebietskörperschaft Bundesland Kaufkraftindex
1 Landkreis Starnberg Bayern Bayern 147,9
2 Hochtaunuskreis Hessen Hessen 146,3
3 Landkreis München Bayern Bayern 141,1
4 Main-Taunus-Kreis Hessen Hessen 138,0
5 Landeshauptstadt München Bayern Bayern 137,0
6 Landkreis Ebersberg Bayern Bayern 134,5
7 Landkreis Fürstenfeldbruck Bayern Bayern 126,0
8 Landkreis Dachau Bayern Bayern 125,1
9 Erlangen, kreisfreie Stadt Bayern Bayern 124,9
10 Landkreis Miesbach Bayern Bayern 121,9
Stand: 2014; Quelle: GfK GeoMarketing GmbH, Bruchsal

Bundesländer in Deutschland mit den höchsten Kaufkraftindizes (2014)[1]
Platz Bundesland Kaufkraftindex
1 Hamburg 110,8
2 Bayern 109,4
3 Baden-Württemberg 107,5
4 Hessen 106,8
5 Schleswig-Holstein 100,7
Stand: 2014; Quelle: GfK GeoMarketing GmbH, Bruchsal
Kaufkraftindizes für ausgewählte europäische Länder (2013/2014)[2]
Land Kaufkraft je Einwohner in Euro je Jahr Kaufkraftindex
Osterreich Österreich ​21.295 165,2
Deutschland Deutschland 20.621 160,0
Frankreich Frankreich ​19.565 151,8
Liechtenstein Liechtenstein 58.844 456,5
Norwegen Norwegen 31.707 246,0
Schweiz Schweiz 36.351 282,0
Stand: 2013/2014; Quelle: GfK GeoMarketing GmbH, Bruchsal
Kaufkraftindizes 2010 für einzelne deutsche Städte[3]
(Großstädte über eine Million Einwohner)
Bundesrepublik Deutschland = 100
Stadt Kaufkraftindex
Berlin 90,5
Hamburg 108,3
München 136,5
Köln 107,8
Stand: 2011; Quelle: GfK GeoMarketing GmbH, Bruchsal

Die Berechnung des Kaufkraftindex basiert im Wesentlichen auf Lohn- und Einkommensstatistiken, das heißt auf Daten der Finanzämter und auf Daten im Zusammenhang mit staatlichen Transferleistungen (Arbeitslosen- und Kindergeldzahlungen, Familienbeihilfe, Pensionen etc.). Erfasst werden alle Einkommen aus selbständiger und unselbständiger Arbeit, Einkommen aus Vermietung und Verpachtung, Zins- und Kapitaleinkommen. Abzugsseitig werden Steuern, Pflichtversicherungen, Ansparen sowie Kreditrückzahlungen berücksichtigt.

Siehe auch

Weblinks

 Wiktionary: Kaufkraft – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Kaufkraft 2014: Deutsche haben durchschnittlich 586 Euro mehr . Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Pressemitteilung vom 3. Dezember 2013. Abgerufen am 8. April 2014.
  2. GfK-Studie zeigt ungleiche Verteilung der Kaufkraft in Europa . Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Pressemitteilung vom 4. November 2013. Abgerufen am 8. April 2014.
  3. Kaufkraft 2011 für alle Stadt- und Landkreise in Deutschland (PDF; 543 kB)

Kategorien: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Kaufkraft (Konsum) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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