Karolinen - LinkFang.de





Karolinen


Karolinen
Mikronesien mit Lage der Karolinen
Gewässer Pazifischer Ozean
Archipel Mikronesien
 
Anzahl der Inseln über 900
Hauptinsel Pohnpei
Gesamte Landfläche 1190 km²
Einwohner 126.075 (2000)
Stadt Kolonia auf Pohnpei
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Die Karolinen sind ein im Inselgebiet von Mikronesien gelegener Archipel im westlichsten Teil des Pazifischen Ozeans. Die Inseln und Inselgruppen der Karolinen liegen weit verstreut zwischen den Philippinen im Westen und den Marshallinseln im Osten.

Geographie

Der Archipel erstreckt sich über ein weites Gebiet im Westpazifik (zwischen und ) mit über 2 Mio. km² Fläche, wovon jedoch nur ein Bruchteil (etwa 1.000 km²) festes Land ist. Von den über 500 Atollen bzw. Koralleninseln der Karolinen sind auch nur relativ wenige bewohnt.

Der Archipel ist heute geopolitisch zwischen den Föderierten Staaten von Mikronesien und dem Inselstaat Palau, zu dem aber nur die äußeren Westkarolinen (Palauinseln) zählen, aufgeteilt.

Klimatische Verhältnisse

Das Klima ist feucht, aber nicht ungesund; das Thermometer zeigt im Dezember 25-30°, im Juni 29-31 °C. Von November bis März weht der Nordostpassat, von April bis September der Südwestpassat; heftige Orkane richten oft schwere Schäden an.

Geschichte

Teile der Karolinen kamen zuerst 1525 durch den Portugiesen Diego da Rocha, der sie Sequeirainseln nannte, dann 1526 durch den Spanier Alonso de Salazar und 1528/29 durch Alvaro de Saavedra in den Gesichtskreis der Europäer; spätere Entdeckungen spanischer Seefahrer machten bis zum Ende des 16. Jahrhunderts vermutlich die wichtigsten Inseln der mittleren und östlichen Karolinen bekannt.

1686 entdeckte der Spanier Francesco Lazeano eine größere Inselgruppe im Westen (vermutlich die Yap-Inseln), die er zu Ehren des damaligen spanischen Königs Karl II. (1661–1700), auch Carlos II. genannt, „Carolina“ nannte; davon hat dann schließlich der ganze Archipel den Namen bekommen.

Von Manila aus unternahmen die Jesuiten seit 1710 mehrere Bekehrungsversuche der Bewohner der Karolinen zum Christentum, doch die Expeditionen misslangen. Als 1731 der Jesuitenpater Juan Antonio Cantova ermordet wurde, kümmerte sich Spanien nicht mehr um die Inselgruppe.

Forscher und Kartografen des 19. Jahrhunderts

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entdeckten Wilson, James Mortlock, Runter, Thomson, Mulgrave u. a. eine Reihe von Inseln wieder oder auch erstmals; genauere Kunde aber brachten erst Otto von Kotzebues und Adelbert von Chamissos Expedition 1816, die Aufnahmen Louis Isidore Duperreys 1828/29 (von Kusaie und Truk), insbesondere aber des Grafen Fedor Lütke 1827/28. Später haben französische, britische, deutsche und spanische Schiffe die Küsten aufgenommen. Der amerikanische Missionar John Thomas Gulick machte auf der Insel Pohnpei 1853-56 meteorologische Beobachtungen, Johann Stanislaus Kubary 1868-69 ethnographische und zoologische Untersuchungen und Sammlungen auf verschiedenen Inseln. Nach der deutschen Besitzergreifung wurden meteorologische Stationen errichtet, von einzelnen Beamten (Senfft, Dr. Born) Berichte über die Bevölkerung und besondere Ereignisse gebracht, von A. Kraemer und der Hamburgischen Südsee-Expedition unsere Kenntnisse einzelner Gebiete wesentlich vertieft, von Georg Volkens die Flora der Yap-Inseln untersucht und von der deutschen Marine viele Inseln neu aufgenommen.

Deutsch-spanische Rivalität, 1885–1899

Das deutsche Kanonenboot Iltis hisste am 24. August 1885 die deutsche Reichsflagge auf Yap, der damaligen Hauptinsel der Karolinen. Zum selben Zweck aus Manila abgeschickte spanische Kriegsschiffe kamen zu spät. In Spanien brach Entrüstung über den deutschen Akt aus, es entspann sich die so genannte Karolinenfrage. Otto von Bismarck verlangte von Madrid tatsächliche Beweise dafür, dass die Karolinen früher unter spanischer Oberhoheit gestanden hätten, während Spaniens Regierung auf den Souveränitätsansprüchen beharrte. Schließlich einigten sich beide Mächte auf Vorschlag Bismarcks, Papst Leo XIII. als Schiedsrichter anzurufen, der am 22. Oktober 1885 Spanien die Souveränität über die Karolinen zuerkannte, dem deutschen Handel aber wichtige Rechte sicherte.[1]

Deutsche Kolonialzeit, 1899–1914

Nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg wurden die Karolinen im Deutsch-Spanischen Vertrag 1899 von den Spaniern an das Deutsche Reich verkauft und damit Teil von Deutsch-Neuguinea. Deutschland verwaltete die Karolinen als zwei getrennte Bezirke: Die Ostkarolinen[2] und Westkarolinen.[3] Die Verwaltungsgrenze verlief entlang des 148. Grades östlicher Länge. Die entsprechenden Bezirksämter befanden sich auf den Inseln Pohnpei und Yap.

Weltkriege und Unabhängigkeit

Im Ersten Weltkrieg wurden die Inseln 1914 von Japan besetzt. Nach dem Friedensvertrag von Versailles bekam Japan die Inseln als Völkerbundsmandat zuerkannt. Während des Pazifikkriegs, 1937–1945, waren die Karolinen ein Schauplatz schwerer Gefechte zwischen japanischen und US-amerikanischen Militärverbänden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Karolinen UN-Treuhandgebiete unter US-amerikanischer Verwaltung. 1990 wurden sie schließlich in die Unabhängigkeit entlassen und gehören heute zu den Föderierten Staaten von Mikronesien und zu Palau.

Besonderheiten

Bemerkenswert sind die großartigen, aus früherer Zeit stammenden Steinbauten (siehe auch Nan Madol), Hafendämme u. a. auf manchen Inseln sowie das Steingeld, welches man bis zur Größe von Mühlsteinen auf Palau bricht.

Weblinks

 Commons: Karolinen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Spanien (Geschichte 1875 bis zur Gegenwart). In: Brockhaus Konversations-Lexikon 1894–1896, 15. Band, S. 102.
  2. Krauß: Ostkarolinen. In: Deutsches Kolonial-Lexikon, Bd. II, Leipzig 1920, S. 690f.
  3. Krauß: Westkarolinen. In: Deutsches Kolonial-Lexikon. Bd. III, Leipzig 1920, S. 704ff.

Kategorien: Inselgruppe (Föderierte Staaten von Mikronesien) | Inselgruppe (Palau) | Deutsch-Neuguinea | Inselgruppe (Mikronesien) | Inselgruppe (Pazifischer Ozean) | Inselgruppe (Australien und Ozeanien)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Karolinen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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