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Karnin (Usedom)


Karnin
Stadt Usedom
Höhe: 8 m ü. NHN
Postleitzahl: 17406
Vorwahl: 038372

Karnin ist ein Ortsteil der Stadt Usedom des Amtes Usedom-Süd im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern.[1]

Geografie

Der Ort liegt fünf Kilometer südwestlich der Stadt Usedom und elf Kilometer östlich von Anklam. Nachbarorte, die ebenfalls auf der Insel Usedom liegen, sind Zecherin und Kölpin im Nordwesten, Gneventhin im Norden, Gellenthin, Usedom und Wilhelmsfelde im Nordosten sowie Mönchow im Südosten. Auf dem Festland sind es Bugewitz, Rosenhagen und Kamp im Südwesten sowie Anklamer Fähre im Westen.[2]

Geschichte

Karnin wurde 1267 erstmals urkundlich als „Carnyn“ genannt. Der slawische Name wird als „kleiner Wuchs“ gedeutet.[3]

Karnin war ein kleines und altes Fischer- und Fährdorf am Achterwasser. Die Fährverbindung ging von Kamp nach hier. Sie besteht auch heute noch mit der Personen- und Fahrradfähre. Im Ort befanden sich eine Bock- und eine Holländerwindmühle, eine Ziegelei und ein noch heute als besonderes Hotel betriebener Lotsenturm.[4]

Bei Karnin gab es einen Wohnplatz der 1835 „Sandford“ und 1920 „Sandfurt“ genannt wurde. Das wird durch das PUM (= Preußisches Urmesstischblatt) von 1835 und durch das Messtischblatt von 1920 belegt. Ob es dort tatsächlich eine Furt gab, ist kaum möglich, da der Peenestrom dafür zu tief war. Die Namensgebung bleibt deswegen unklar. In späteren Karten taucht der Begriff nicht mehr auf, der Wohnplatz ist nach Karnin integriert. Auch vorher war keine Trennung zwischen Karnin und Sandfurt erkennbar.

Wichtig wurde Karnin beim Bau der Bahnlinie von Ducherow nach Swinemünde. Der Ort wurde für die Querung der Engstelle zwischen dem Peenestrom und dem Achterwasser genutzt. Bereits 1873 wählte man für den Brückenbau die nur 500 Meter breite Stelle des Peenestroms zwischen den Dörfern Kamp und Karnin. Um den Peenestrom auf 360 Meter einzuengen und somit Kosten für den Brückenbau zu sparen, wurden land- und inselseitig Dämme aufgeschüttet. Die zweiarmige Drehbrücke für den eingleisigen Verkehr wurde von 1874 bis 1876 erbaut und war schon frühzeitig aufgrund ihrer Größe gut sichtbar. Bis zum Jahre 1908 wurde die Brücke manuell angetrieben. Danach erfolgte die Mechanisierung der Drehteile. Ebenfalls in diesem Jahr erhielt sie die Freigabe für den zweigleisigen Verkehr. In den 1930er Jahren wurde das Mittelteil durch eine Hubbrücke mit Fahrstuhlantrieb ersetzt. Am 15. September 1933 weihte man die Hubbrücke Karnin ein und feierte sie als größte Hubbrücke Europas. Die Eisenbahnbrücke konnte eine Nutzlast von 115 Tonnen tragen und war nach dem Vorbild der Rotterdamer Königsbrücke erbaut worden. Auf Befehl der deutschen Wehrmacht kam es Ende April 1945 zur Zerstörung der Brücke. Der Fahrstuhl war hoch gefahren worden und der gesamte Hubteil wurde nicht gesprengt, um den noch im Achterwasser und Haff befindlichen deutschen Kampfschiffen die Flucht zu ermöglichen. Dadurch blieb der Hubteil bis heute erhalten. Im Mai 1988 wurde er unter Denkmalschutz gestellt. Die Eisenbahnbrücke stellt eine beachtliche Ruine mitten im Peenestrom dar.

Erhalten blieb auch der Bahnhof Karnin, noch „Carnin“ geschrieben. Der Bahnhof wurde von einem Verein liebevoll saniert und als Museum für die Hubbrücke sowie für die gesamte Bahnlinie ausgebaut. Ort und Bahnhof sind ein touristischer Anziehungspunkt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Weblinks

 Commons: Karnin (Usedom)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hauptsatzung der Stadt Usedom. 10. Juli 2015, S. 1, § 1 (1) (amtusedom.de [PDF; abgerufen am 30. Mai 2016]).
  2. Geodatenviewer des Amtes für Geoinformation, Vermessungs- und Katasterwesen Mecklenburg-Vorpommern (Hinweise)
  3. Manfred Niemeyer: Ostvorpommern I. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 1: Usedom (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde, Bd. 1). Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6, S. 5 ff.
  4. [1] Turmhotel Lotsenturm Usedom

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Karnin (Usedom) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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