Karlstadt - LinkFang.de





Karlstadt


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Karlstadt (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-SpessartVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 163 m ü. NHN
Fläche: 98,18 km²
Einwohner: 14.808 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 151 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97753
Vorwahlen: 09353
09359 (Wiesenfeld)
09360 (Stetten, Heßlar)
09396 (Stadelhofen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 148
Stadtgliederung: 12 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Zum Helfenstein 2
97753 Karlstadt
Webpräsenz: www.karlstadt.de
Bürgermeister: Paul Kruck (Freie Wählergemeinschaft e. V.)
}

Karlstadt ist die Kreisstadt des unterfränkischen Landkreises Main-Spessart und liegt rund 30 Kilometer nördlich von Würzburg im mainfränkischen Weinbaugebiet.

Im mainfränkischen Dialekt heißt Karlstadt Karscht bzw. Karscht am Mee. Die Bewohner werden Flaak bzw. Karschter Flaak genannt.

Stadtgliederung

Karlstadt besteht aus zwölf Stadtteilen (Stand: 1. Januar 2016[2])[3]:

Name

Etymologie

Das Grundwort im Namen Karlstadt ist das mittelhochdeutsche Wort stat (Stadt). Der Name wurde von der Ursiedlung Karlburg übernommen.[4]

Frühere Schreibweisen

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[4]

  • 1219 Karlstat
  • 1225 Karlestat
  • 1248 Karlstat
  • 1575 Carolstat
  • 1747 Carlstadt
  • 1801 Karlstadt

Geschichte von Karlstadt

Vom ausgehenden 6. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts bestand auf der gegenüberliegenden Mainseite die ungewöhnlich große Talsiedlung Karlburg mit Kloster und Hafen.

Sie stand im Zusammenhang mit der Höhenburg Karlsburg, die erst im Bauernkrieg 1525 zerstört wurde. 1202 erfolgte die Gründung von Karlstadt durch Bischof Konrad von Querfurt. Das genaue Gründungsdatum ist nicht bekannt. Aufgrund der nur vierjährigen Amtszeit des Gründers lässt sich die Entstehungszeit jedoch relativ eng eingrenzen.

Die Stadt wurde zur Verteidigung des Würzburger Territoriums gegen die Grafen von Rieneck planmäßig nach einem nahezu rechteckigen Grundriss angelegt, was noch heute gut zu erkennen ist. Die Straßen im Altort sind nahezu schachbrettartig angelegt, verlaufen aber aus militärischen Gründen und als Schutz vor der Ausweitung bei Bränden nicht vollständig gerade.

1225 wurde Karlstadt erstmals urkundlich erwähnt. 1236 erfolgte die Zerstörung von Burg und Dorf Karlburg in der Rienecker Fehde. Im Jahr 1244 kommt es zur ersten Erwähnung des Karlstadter Weinbaus. 1277 gibt es den frühesten Nachweis des Stadtsiegels. Im Jahr 1304 wurde die Stadtbefestigung fertiggestellt. Die erste Nennung der Pfarrei Karlstadt erfolgte 1339. 1369 kommt es zur Gründung eines Spitals. 1370–1515 erfolgt die durchgreifende Umgestaltung der ersten, romanischen Pfarrkirche zu einem gotischen Hallenbau. Um 1400 wird Karlstadt für kurze Zeit bischöfliche Münzstätte. Das Oberamt des Hochstiftes Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde, nach der Säkularisation 1803 zugunsten Bayerns, 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums überlassen und fiel mit diesem 1814 endgültig an Bayern.

Die im Ort ansässigen jüdischen Familien richteten im Haus Hauptstraße 24 eine Synagoge ein. Die Einrichtung und die Ritualien wurde beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern zerstört. Eine Gedenktafel am Haus erinnert daran.[5]

Am 27. März 1945 wurde von der Wehrmacht die Mainbrücke gesprengt. Vom 3. bis 6. April beschossen US-Truppen den Ort mit Artillerie und besetzten ihn dann am 7. April.

Eingemeindungen

Am 1. April 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Gambach eingegliedert.[6] Am 1. Januar 1978 kam Stetten hinzu. Heßlar, Karlburg, Laudenbach, Mühlbach, Rohrbach, Stadelhofen und Wiesenfeld folgten am 1. Mai 1978.[7]

Politik

Kommunalwahl 2014[8]
Wahlbeteiligung: 67,90 %
 %
40
30
20
10
0
34,17 %
25,71 %
20,85 %
19,28 %
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Stadtrat

Der Stadtrat von Karlstadt hat (ohne Bürgermeister) 24 Mitglieder.

CSU SPD GRÜNE FWG Gesamt
2002 10 7 2 5 24 Sitze
2008 8 6 3 7 24 Sitze
2014 8 5 5 6 24 Sitze

Partnerstädte

Baudenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Industrie, Handwerk und Gewerbe

Die Eisenwerke Düker, das Zementwerk Schwenk und das Furnierwerk Kohl bestimmen den Süden der Stadt. Neben diesen drei großen Industriebetrieben sind auch zahlreiche Handwerksbetriebe in Karlstadt angesiedelt. Weiterer großer Arbeitgeber ist das Landratsamt Main-Spessart. Die meisten Einwohner pendeln jedoch in das 25 Kilometer entfernte Würzburg oder in das ca. 18 km entfernte Lohr am Main.

Tourismus

Besonders in den Sommermonaten ist die Altstadt ein beliebtes Ziel von Radtouristen, die sowohl über den Werntal-Radweg als auch über den Maintal-Radweg nach Karlstadt gelangen. Übernachtungsmöglichkeiten bieten drei Hotels, einige Pensionen und ein Campingplatz am Mainufer.

Weinbau

Nur noch geringe wirtschaftliche, aber hohe kulturelle Bedeutung hat der Weinbau. Auch wenn in Karlstadt nur noch sehr wenig Menschen vom Weinbau leben, ist er für die Selbstwahrnehmung und die lokale Lebensart weiterhin wichtig. Karlstadter Lagen sind der Roßtal (Großlage) und Im Stein Einzellage. Daneben gibt es weitere Lagen in zahlreichen Ortsteilen, vor allem in Stetten (Stettener Stein) sowie auch am Übergang von Karlstadt zu Gambach.

Bildung

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 549 Kindergartenplätze mit 548 Kindern
  • Volksschulen: fünf mit 63 Lehrkräften und 1147 Schülern
  • Johann-Schöner-Gymnasium: ca. 80 Lehrkräfte und 1119 Schüler (Stand 2010)
  • Johann-Rudolph-Glauber-Realschule: 613 Schüler (Stand 2012)
  • Staatliche Berufsschule Main-Spessart
  • Förderschule
  • Städtische Sing- und Musikschule: 18 Lehrkräfte und 499 Schüler (Stand Schuljahr 2012/2013)[9]
  • Jugendkulturzentrum "Piranha": mit etwa 10 000 Besuchern im Jahr

Seit dem 7. Juli 2007 tragen alle vier Schulen in Karlstadt den Titel "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage".

Sport

In Karlstadt sind drei Vereine aktiv. Der TSV Karlstadt bietet Basketball, Handball, Volleyball, Tennis, Leichtathletik und Schwimmen an. Fußball wird vom FV 1920 Karlstadt geboten. Seit wenigen Jahren bietet auch der FV Fatihspor Karlstadt Fußball an. Erfolgreichster Fußballclub ist aber der TSV Karlburg vom gleichnamigen Stadtteil, der momentan in der Landesliga spielt.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger:

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. [1]
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111119/202806&attr=OBJ&val=1728
  4. 4,0 4,1 Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 115 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 152
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 491.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 762.
  8. http://wahl.karlstadt.de/Wahlen/Wahl2014/Stadtrat/677148_000052/index.html Karlstadt – Ergebnis zur Stadtratswahl 2014
  9. Jahresbericht 2012 der Stadtverwaltung Karlstadt. Abgerufen am 14. Juli 2013 (PDF; 4,1 MB).

Weblinks

 Commons: Karlstadt  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Karlstadt in der Topographia Franconiae (Mathäus Merian) – Quellen und Volltexte

Kategorien: Ort am Main | Kreisstadt in Bayern | Weinort in Franken | Ort im Landkreis Main-Spessart | Karlstadt | Gemeinde in Bayern

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Karlstadt (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.