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Karl Clauss Dietel


Karl Clauss Dietel (* 10. Oktober 1934 in Reinholdshain) ist ein deutscher Formgestalter.

Leben

Karl Clauss Dietel absolvierte von 1949 bis 1952 eine Ausbildung zum Maschinenschlosser in Glauchau und studierte bis 1956 an der Ingenieurschule für Kraftfahrzeugbau Zwickau und bis 1961 an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Bis 1963 arbeitete er als Formgestalter im Zentrum Entwicklung und Konstruktion für den Fahrzeugbau Karl-Marx-Stadt, danach arbeitete er freischaffend als Formgestalter.

Von 1967 bis 1975 unterrichtete er im Honorarauftrag an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle, Burg Giebichenstein, danach an der Fachschule für angewandte Kunst in Schneeberg, deren Direktor er von 1986 bis 1990 war. Seit 1965 war er Mitglied des Verbandes Bildender Künstler der DDR (VBK). Von 1970 bis 1974 war er Vorsitzender der Sektion Formgestaltung/Kunsthandwerk des Verbandes. Von der Funktion des Vizepräsidenten des VBK, die er seit 1974 innehatte, trat er aus Protest gegen die Repressalien[1] des Amtes für Industrielle Formgestaltung (AiF) der DDR am 25. Juni 1981 zurück. In der Wendezeit war er 1988–1990 Präsident des VBK.

1972 bis 1974 war Dietel Mitglied im Redaktionskollegium der form+zweck, Fachzeitschrift für Gestaltung [2].

Seit 1959 wurde er durch das MfS observiert, unter anderem im Zusammenhang mit der Künstlergruppe Clara Mosch in Karl-Marx-Stadt. Karl Clauss Dietel war Mitglied der SED und Mitglied der SED-Bezirksleitung Karl-Marx-Stadt.[3]

Besondere Beachtung fanden Dietels definierte Gestaltungsprinzipien. Unter anderem ist hier das Offene Prinzip zu benennen, das Entwürfe ermöglicht, die Zugang für Pflege, Reparatur und Austausch bieten. So können letztlich nicht nur technische Neuerungen an das Objekt angepasst werden, sondern ebenso die sich ändernden Ansprüche und Vorlieben des Nutzers. Eine anschauliche Umsetzung fand dieses Prinzip am Kleinkraftrad Simson S50.[4]

Dietel lebt als freischaffender Formgestalter in Chemnitz. Als erster Formgestalter der DDR erhielt Clauss Dietel am 25. September 2014 den vom Bundeswirtschaftsministerium als höchste offizielle deutsche Auszeichnung im Bereich Design verliehenen Bundesdesignpreis für sein Lebenswerk.[5] Dietel habe, so die Jury, die ostdeutsche Designentwicklung bis zur Jahrtausendwende maßgeblich mitgeprägt.[6]

Zitate

„Symmetrie ist die Kunst der Dummen und der politischen Hierarchien“[7]

Werke

Gestaltung

  • Rundfunkgeräte „HELIRADIO“, K. C. Dietel und L. Rudolph, 1960–1991
  • Mokicks der Reihe Simson SR 4-2 K. C. Dietel, 1962–67; Mokicks/Roller S50 bis SR50C K. C. Dietel, L. Rudolph, 1967–1990
  • Grundentwurf PKW AWE Wartburg 353, 1962, Innengestaltung K. C. Dietel und L. Rudolph 1963–65
  • PKW Trabant-Nachfolgefahrzeuge, Sachsenring Zwickau, seriell nicht gefertigt K. C. Dietel und L. Rudolph, 1963–1984
  • LKW 515, 1013, L60 der IWL Ludwigsfelde K. C. Dietel 1963–74 und LKW O 611 Robur Zittau, Bus O 611 Karosseriewerke Halle, K. C. Dietel und L. Rudolph 1973–76, Robur LO 3004 1993–94
  • EDV-Anlage R300, R21 Robotron, K. C. Dietel, C. Berndt, Magnetbandspeicher ZMB 30, ZMB 61 Carl Zeiss Jena, K. C. Dietel 1963–1970
  • Schreibmaschinen ERIKA 50/60,110/120 SWD Dresden 1965–1981
  • Numerische Steuerung CNC 700, 1983–1985, NUMERIK Karl-Marx-Stadt
  • Schreibmaschine Robotron CELLA, 1983–1985; Rechenelektronik Zella-Mehlis
  • Flachrundstrickmaschinen (FRJ 5480 bis FRJ 2000, 1982–1994 ELITE-DIAMANT, Karl-Marx-Stadt/Chemnitz)
  • Motorräder MZ ES 250/1, 1962; MZ ETZ 125/150, K. C.Dietel, L. Rudolph 1981–85, ETZ 250 1986–88, MZ Zschopau
  • Gastrotechnik FEUMA, 1964–92; FEUMA Gössnitz
  • Vakuumgießmaschine VGM 750, 1992; VG Kunststofftechnik Chemnitz
  • Elektrofahrrad CITYBLITZ, 1991; ELITE-DIAMANT Chemnitz
  • Textilmaschinen TERROT, ab 2003; TERROT Chemnitz
  • Multifunktionstelefone SWINGLINE I, II; K. C. Dietel und L. Rudolph 1995–98; SIGMA Chemnitz/PHILIPS Bautzen

Architekturbezogene Kunst

  • Am Fichtelberg Oberwiesenthal, 1972–75; OPER Karl-Marx-Stadt/Chemnitz – Grundkonzept Rekonstruktion mit P. Koch, später K. H. Barth, G. Hauptmann, J. Krüger 1984–92; FARBBÜGEL SCHMIDTBANK-PASSAGE Chemnitz, mit L. Rudolph, 1999; MERCURE-HOTEL Chemnitz 1996–98; SCHÖNECK-Ferienheim 1978–84; STADTBAD Chemnitz 1981–82; FORMGESTALTUNGSPROGRAMM Karl-Marx-Stadt 1969 u.v.a.

Arbeitsumweltgestaltung

  • HARLASS-Gießerei Wittgensdorf 1974–84; KRUPP DRAUZ Hohenstein-Ernstthal 1991–97; PORSCHE AG Stuttgart 1994–98 mit L. Rudolph; VW SLOVAKIA 1992–2001, VW SACHSEN 1999–2000, VW HANNOVER 1998–2001 – mit L. Rudolph; SCHERDEL MARIENBERG K.C.Dietel ab 2008; u.a.

Signets, Produktgrafik

  • ab 1960, u.a. HELIRADIO (mit L. Rudolph), SIMSON, DIAMANT, NUMERIK, BASEG, M.BRANDT-GESELLSCHAFT, AUTOMOTIVE CLUSTER OSTDEUTSCHLAND

Architektur

  • KRUPP DRAUZ Hohenstein-Ernstthal, Werkserweiterung 1999–2002
  • HAUS FREITAG 1999–2001, Chemnitz
  • PAVILLONGRUPPE SCHMIDTBANKPASSAGE, 1999–2001; Chemnitz

Farbkonzepte, Visuelle Kommunikation

  • NEUE SÄCHSISCHE GALERIE/AKTIENSPINNEREI, 2000–2001, Chemnitz
  • BETHANIEN-KLINIKEN CHEMNITZ, ab 2002, BA 2 mit S. Volmer
  • STADTHALLE CHEMNITZ, 2004–2006
  • DIAKONISSENKRANKENHAUS DESSAU, 2004–2006

Konzepte, Begriffe

  • OFFENES PRINZIP, 1969; GEBRAUCHSPATINA, 1972/73; DIE GROSSEN FÜNF L, 1981; HAND UND SERIELLES – UNIKAT UND SERIE, 1983; POESIE DES FUNKTIONALEN, 2000

Ausstellungen

  • „Für den Gebrauch“, K. C. Dietel und L. Rudolph, Meerane 1978–79,
  • „Suche nach Gestalt unserer Dinge“. K.C. Dietel und L. Rudolph, Karl-Marx-Stadt, KUNSTSAMMLUNGEN, 1985
  • „SEKTOR SIEBEN“, 1998 Plauen/Vogtland
  • „Clauss Dietel und Lutz Rudolph – Gestaltung ist Kultur“, Sammlung Industrielle Gestaltung Berlin, 24. Oktober 2002 bis 9. März 2003
  • „Clauss Dietel, Sachsen – Fahrzeugformen ab 1961“, Sächsisches Industriemuseum Chemnitz, 14. November 2004 – 23. Januar 2005

Exponate in Ausstellungen/Sammlungen

  • Fahrzeugmuseum Suhl
  • Grassimuseum Angewandte Kunst Leipzig
  • Horch Museum Zwickau
  • Industriemuseum Chemnitz
  • Kestner Museum Hannover
  • Kunstsammlungen Dresden/ Kunstgewerbemuseum
  • Museum für Kommunikation Berlin
  • Neue Sächsische Galerie Chemnitz
  • Pinakothek der Moderne München/ Die Neue Sammlung
  • Sammlung der Technischen Universität Dresden
  • Sammlung Industrielle Gestaltung Berlin im Haus der Geschichte Bonn
  • Technikmuseum Berlin
  • Zweiradmuseum Augustusburg

Literatur

  • R. Magerkord: Clauss Dietel. Suche nach Gestalt unserer Dinge. Bezirkskunstmuseum Karl-Marx-Stadt, 1983/85.
  • Neue Sächsische Galerie Chemnitz, Jens Kassner: Clauss Dietel. Gestalter. Ed. Vollbart, Chemnitz 2001, ISBN 3-935534-02-7.
  • Jens Kassner (Hrsg.): Clauss Dietel und Lutz Rudolph – Gestaltung ist Kultur. Ed. Vollbart, Chemnitz 2002, ISBN 3-935534-05-1.
  • Clauss Dietel: Clauss Dietel – Texte. Sächsisches Industriemuseum, Chemnitz 2004, ISBN 3-934512-12-7.
  • Jens Kassner (Hrsg.): Ostform – Der Gestalter Karl Clauss Dietel. Ed. Vollbart, Chemnitz 2010, ISBN 978-3-935534-19-2.
  • K.C. Dietel: Gebrauchspatina. In: Klaus Thomas Edelmann (Hrsg.): Gestaltung denken. Grundlagentexte zu Design und Architektur. Birkhäuser, Basel 2010, ISBN 978-3-0346-0515-1.
  • Monika Zimmermann (Hrsg.): Was macht eigentlich ...?, 100 DDR-Prominente heute Ch. Links, Berlin 1994, ISBN 3-86153-064-3, daraus : Günther Höhne: Was macht eigentlich Clauss Dietel ?, S.44–45, 19. Dezember 1992.
  • Kurzbiografie zu: Dietel, Clauss . In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. design report (Günther Höhne): Besuch bei Clauss Dietel, Ausgabe 11/2004 abgerufen 15. Oktober 2012
  2. form+zweck, Impressum , DAMW - Bereich Gestaltung, Band 1972/1, Berlin, 1972, abgerufen 29. September 2015
  3. * Monika Zimmermann (Hrsg.): Was macht eigentlich ...?, 100 DDR-Prominente heute Ch. Links, Berlin 1994, ISBN 3-86153-064-3, daraus : Günther Höhne: Was macht eigentlich Clauss Dietel ?, S.44-45, 19. Dezember 1992 , abgerufen 3. Oktober 2012
  4. http://ddr-design.info/2-7-2-karl-clauss-dietel/ abgerufen am 21. Oktober 2014
  5. Heiko Kleinschmidt/Horst Ihling: Konstrukteur Hans Fleischer formte die Karosserie vom Wartburg , Thüringer Allgemeine vom 20. September 2014.
  6. Karl Clauss Dietel erhält Bundes-Designpreis , auf berlinonline.de vom 23. September 2014.
  7. Freie Presse: Aktienspinnerei in Chemnitz: Kritik an Siegerentwürfen 20. Februar 2013


Kategorien: Industriedesigner | Träger des Nationalpreises der DDR III. Klasse für Kunst und Literatur | Geboren 1934 | SED-Mitglied | Deutscher | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Karl Clauss Dietel (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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