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Kardengewächse


Kardengewächse

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Unterfamilie: Kardengewächse
Wissenschaftlicher Name
Dipsacoideae
Eaton

Die Kardengewächse (Dipsacoideae) sind eine Unterfamilie in der Pflanzenfamilie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) innerhalb der Ordnung der Kardenartigen (Dipsacales)[1]. Früher wurden die Dipsacoideae als eigene Familie der Dipsacaceae Juss. betrachtet[1].

Beschreibung

Es handelt sich um ein- oder zweijährige bzw. ausdauernde krautige Pflanzen sowie seltener um Halbsträucher. Die stets gegenständigen Laubblätter sind meistens ungeteilt. Nebenblätter besitzen sie keine.

Ein besonders charakteristisches Merkmal der Kardengewächse ist der köpfchenförmige Blütenstand, der sehr dem der Korbblütler ähnelt, und wie dieser von Hüllblättern umgeben ist (→ Pseudanthium). Der Aufbau der Blüten unterscheidet sich jedoch erheblich: Die zwittrigen Blüten sind vier- oder fünfzählig, mit doppelten Perianth. Die vier- oder fünfzipfeligen, am Rand der Köpfchen oft stark zygomorphen Blüten sind oft von einem Außenkelch umgeben. Der Außenkelch besteht aus zwei miteinander verwachsenen Vorblättern. Der Kelch und der Außenkelch sind fast stets trockenhäutig und borstig. Die Kronblätter sind miteinander verwachsen. Die zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Die meist vier (selten zwei bis drei) Staubblätter sind nicht zu einer Röhre verwachsen. Sie bilden einsamige Schließfrüchte, Achänen genannt.

Vorkommen

Die Mehrzahl der Arten findet man in trockenen oder zumindest periodisch trockenen, offenen Gebieten wie Steppen oder Trockenrasen.

Systematik und Verbreitung

Die Unterfamilie Dipsacoideae wurde 1836 durch Amos Eaton in A Botanical Dictionary, 4. Auflage, S. 36. unter der Bezeichnung „Dipsaceae“ aufgestellt. Typusgattung ist Dipsacus L.[2] Ein Synonym für Dipsacoideae Eaton ist Dipsacaceae Juss.

Die Arten sind von den gemäßigten bis subtropischen Zonen Eurasiens und Afrikas sowie im tropischen und südlichen Afrika verbreitet. Verbreitungsschwerpunkt ist der Mittelmeerraum und Kleinasien.

In der Unterfamilie der Kardengewächse (Dipsacoideae Eaton) gab es früher 11[3], seit 2013 gibt es 14[4] Gattungen mit etwa 290 Arten:

  • Bassecoia B.L.Burtt (Syn.: Pterocephalodes V.Mayer & Ehrend.): Die drei Arten[4] sind in China, Thailand und in der Himalayaregion verbreitet.[4] Unter ihnen:
  • Bassecoia hookeri (C.B.Clarke) V.Mayer & Ehrend. (Syn.: Pterocephalodes hookeri (C.B.Clarke) V.Mayer & Ehrend., Pterocephalus hookeri (C.B.Clarke) Diels): Sie ist im südwestlichen China und in der Himalayaregion mit Bhutan, Sikkim sowie Nepal verbreitet.
  • Schuppenköpfe (Cephalaria Schrad. ex Roem. & Schult.): Sie sind mit etwa 65 Arten vorwiegend im Mittelmeerraum sowie Kleinasien verbreitet und sie kommen auch von West- bis Zentralasien sowie im südlichen Afrika vor.
  • Karden (Dipsacus L., Syn.: Simenia Szabó): Das Verbreitungsgebiet der etwa 20 Arten liegt im westlichen Europa, im Mittelmeerraum und im südlichen und östlichen Asien.
  • Witwenblumen (Knautia L., Syn.: Trichera Schrad. ex Roem. & Schult.): Das Verbreitungsgebiet der etwa 60 Arten liegt in Europa und um den Mittelmeerraum im westlichen Afrika und südwestlichen Asien.
  • Grasskabiosen (Lomelosia Raf., Syn.:, Scabiosiopsis Rech. f., Tremastelma Raf.): Von den fast 40 Arten sind etwa die Hälfte in Europa verbreitet.[5]
  • Pseudoscabiosa Devesa[4] (Syn.: Scabiosa sect. Asterothrix Font Quer): Die etwa drei Arten sind im Mittelmeerraum verbreitet.[6]
  • Pterocephalidium G.López:[4] Sie enthält nur eine Art:
  • Pterocephalus Adans.: Die etwa 25 Arten sind im Mittelmeerraum bis in das tropische Afrika und über Zentralasien bis China (nur zwei Arten) verbreitet.[8]
  • Pterothamnus V.Mayer & Ehrend.: Sie enthält nur eine Art:
    • Pterothamnus centennii (M.J.Cannon) V.Mayer & Ehrend.: Dieser Endemit ist nur von Typusfundort in einer Höhenlage von etwa 2000 Meter in „Manica e Sofala, Manica Serra Zuira“ in Mosambik bekannt.[4]
  • Skabiosen (Scabiosa L., Syn.: Asterocephalus Zinn, manchmal mit Sixalix Raf.): Das Verbreitungsgebiet der etwa 100 Arten liegt vorzugsweise im Mittelmeerraum Europas, Asiens und Afrikas.
  • Pycnocomon Hoffmanns. & Link[4]
  • Sixalix Raf.[4] (manchmal in Scabiosa L.): Sie enthält nur eine Art:
  • Succisa Haller:[4] Von den etwa drei Arten[10] ist eine Art von Europa bis ins westliche Sibirien und in Nordafrika verbreitet, eine kommt im nordwestlichen Spanien vor und eine ist ein Endemit in den Bergen Kameruns. beispielsweise:
  • Succisella Beck:[4] Die etwa fünf Arten sind in Europa verbreitet.[10]

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG III. In: Botanical Journal of the Linnean Society. Band 161, Nr. 2, 2009, S. 105–121, DOI:10.1111/j.1095-8339.2009.00996.x.
  2. Dipsacoideae bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 14. Mai 2014.
  3. Sara E. Carlson, Veronika Mayer, Michael J. Donoghue: Phylogenetic relationships, taxonomy, and morphological evolution in Dipsacaceae (Dipsacales) inferred by DNA sequence data. In: Taxon. Band 58, Nr. 4, November 2009, ISSN 0040-0262 , S. 1074–1091 (english, Abstract ).
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 4,7 4,8 4,9 Veronika Mayer, Friedrich Ehrendorfer: The phylogenetic position of Pterocephalidium and the new African genus Pterothamnus within an improved classification of Dipsacaceae. In: Taxon, Volume 62, Issue 1, 20. Februar 2013, S. 112-126. Volltext-PDF.
  5. Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 814.
  6. J. A. Devesa: Pseudoscabiosa, Genera Nuevo de Dipsacaceae. In: Lagascalia. Band 12, Nr. 2, 1984, ISSN 0210-7708 , S. 213–221 (español, PDF-Datei; 1007 kB ).
  7. Ginés López González: "Pterocephalidium" un nuevo género ibérico de la familia "Dipsacaceae". In: Anales del Jardín Botánico de Madrid. Band 43, Nr. 2, 1986, ISSN 0211-1322 , S. 245–252 (español, PDF-Datei; 475 kB ).
  8. Deyuan Hong, Liming Ma & Fred R. Barrie S. 654: Dipsacaceae - textgleich online wie gedrucktes Werk , In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 19: Cucurbitaceae through Valerianaceae, with Annonaceae and Berberidaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2011. ISBN 978-1-935641-04-9
  9. Werner Greuter, H. M. Burdet, G. Long: Med-Checklist. Band 3, Seite 196-197, Conservatoire et Jardin botaniques, Genève 1986. ISBN 2-8277-0153-7
  10. 10,0 10,1 Sara E. Carlson, Dianella G. Howarth, Michael J. Donoghue: Diversification of CYCLOIDEA-like genes in Dipsacaceae (Dipsacales): implications for the evolution of capitulum inflorescences. In: BMC Evolutionary Biology. Band 11, Nr. 325, November 2011, ISSN 1471-2148 , Background, doi:10.1186/1471-2148-11-325 (english, Informationen über Gattungen und deren Artenzahlen).

Weblinks

 Commons: Dipsacaceae  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Kardengewächse (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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