Kappel-Grafenhausen - LinkFang.de





Kappel-Grafenhausen


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: OrtenaukreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 163 m ü. NHN
Fläche: 25,72 km²
Einwohner: 4818 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 187 Einwohner je km²
Postleitzahl: 77966
Vorwahl: 07822
Kfz-Kennzeichen: OG, BH, KEL, LR, WOL
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 152
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 2
77966 Kappel-Grafenhausen
Webpräsenz: www.kappel-grafenhausen.de
Bürgermeister: Jochen Paleit (parteilos)
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Kappel-Grafenhausen ist eine Gemeinde im Ortenaukreis in Baden-Württemberg.

Geografie

Geografische Lage

Kappel-Grafenhausen liegt in der Oberrheinischen Tiefebene direkt am Rhein, welcher hier zugleich die deutsch-französischen Grenze bildet.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt im Norden an Schwanau, im Osten an die Stadt Mahlberg, im Südosten an die Stadt Ettenheim, im Süden an Ringsheim und Rust und im Westen an das gemeindefreie Gebiet Rheinau, sowie die elsässische Gemeinde Rhinau (vormals "Rheinau"). Im Schwarzwald liegt eine durch Forstwirtschaft genutzte Exklave der Gemeinde, die im Uhrzeigersinn an Ettenheim, Ringsheim und Schuttertal angrenzt.

Gemeindegliederung

Kappel-Grafenhausen besteht aus den ehemaligen Gemeinden Kappel und Grafenhausen, zu denen jeweils nur die gleichnamigen Dörfer gehören. Auf dem Gebiet der Gemarkung Grafenhausen befand sich die Wüstung Reichenweier und auf demjenigen von Kappel lagen die abgegangenen Ortschaften Adelshofen und Trisloch.[2]

Geschichte

Kappel wurde im Jahre 1219 erstmals urkundlich erwähnt, als Bischof Heinrich von Straßburg mit dessen Straßburger Vogt Anselm von Rheinau, dem letzten seines Geschlechtes, einen Vertrag über den Rückfall seines Lehens Rheinau und Kappel nach dessen Tode schloss.[3] Der Ort ist allerdings schon viel früher aus einer Ansiedlung von Fischern und Bauern an der am Hochufer vorbeifließenden Elz und in unmittelbarer Nähe des alten Rheinübergangs entstanden. Der Sage nach soll hier der heilige Fridolin bei seinem pastoralen Wirken in und um Straßburg zu Beginn des sechsten Jahrhunderts einer schon bestehenden christlichen Gemeinde Trost bei einem schweren Hochwasser gespendet haben. Eine Kapelle, die dem Ort seinen Namen gab, wurde wohl schon in dieser frühchristlichen Zeit errichtet.[4] Die Überreste eines spätrömischen Gutshofes (villa rustica) weisen auf eine schon frühe landwirtschaftliche Nutzung des Hochgestades bei Kappel hin.[5] Die ersten geschichtlichen Spuren stammen von drei bedeutenden keltischen Fürstengräbern aus der Zeit von 620 bis 550 v. Chr.[6]

Grafenhausen fand seine Erstnennung in einem Besitzverzeichnis des Klosters St. Peter im Schwarzwald zum Jahr 1111 als Gravenhusen.

Die beiden selbständigen Gemeinden Kappel am Rhein und Grafenhausen wurden im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg am 1. Juli 1974 vereinigt.

Religionen

Da die Reformation in den damals dem Straßburger Bischof gehörenden Orten Kappel und Grafenhausen nicht Fuß fassen konnte, sind sie auch heute noch vorwiegend römisch-katholisch geprägt. Es gibt in beiden Orten je eine katholische Kirchengemeinde. Für die evangelischen Einwohner ist die Gemeinde in Mahlberg zuständig. Seit 2002 unterhält sie einen Betsaal in Grafenhausen.

Politik

Die Gemeinde gehört der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Ettenheim an.

Gemeinderat

Die Wahl zum Gemeinderat am 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 50,0 % (+ 1,7) zu folgendem Ergebnis (in Klammern die Unterschiede zur vorigen Kommunalwahl 2009):[7]

CDU 53,3 % (+ 7,1) 7 Sitze (+ 1)
FWG 46,7 % (− 7,1) 7 Sitze (− 1)

Bürgermeister

Ehemalige

Von der ersten Bürgermeisterwahl in der neuen Doppelgemeinde im Jahr 1974 an bis zum Jahr 1998 war Raimund Halter Bürgermeister der Gemeinde Kappel-Grafenhausen.[8]

Sei Nachfolger wurde 1998 Armin Klausmann, der 2006 erneut zur Wahl antrat und mit knappem Vorsprung erneut gewählt wurde. Nach Unregelmäßigkeiten bei eben dieser Bürgermeisterwahl 2006 entschied der Verwaltungsgerichtshof Mannheim, dass die Wahl wiederholt werden musste. 2007 zog Klausmann sein Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht zurück und verzichtete auf das Amt des Bürgermeisters, im Gegenzug stellte das Landratsamt das eingeleitete Disziplinarverfahren ein.[9]

Amtierend

Bei der Wahl zum Bürgermeister 2008 gewann Jochen Paleit mit 26 Stimmen Vorsprung.

Wappen

Das Wappen der Gemeinde ist eine Kombination der Wappen der ehemals selbständigen Gemeinden Kappel und Grafenhausen. Das Wappen von Kappel zeigte auf rotem Grund drei übereinander liegende silberne Fische, flankiert von zwei goldenen Rudern, und verwies somit auf die frühere Bedeutung der Fischerei in dieser Gemeinde. Das Wappen von Grafenhausen zeigte auf blauem Grund einen auf grünem Untergrund stehenden silbernen Engel, der vor sich ein schwarzes Andreaskreuz hält.

Gemeindepartnerschaft

Kappel-Grafenhausen unterhält mit folgender Stadt eine Städtepartnerschaft:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirchen

In den beiden Orten der Gemeinde befinden sich zwei sehenswerte Kirchen:

  • In Kappel steht die katholische Kirche St. Cyprian und Justina. Sie wurde 1737 erbaut und 1826–1828 nach Plänen des Weinbrennerschülers Hans Voß umgebaut und erweitert. Dabei blieb das bisherige Langhaus als Chor bestehen, und ein neues, größeres Langhaus sowie ein neuer Turm wurden angebaut.[10] Nach Zerstörung am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie von 1947 bis 1949 unter der Leitung des Freiburger Architekten Gregor Schroeder leicht verändert wieder aufgebaut, wobei die klassizistische Gestalt, die Voß der Kirche gegeben hatte, erhalten blieb.
  • Die katholische Pfarrkirche St. Jakobus in Grafenhausen wurde von 1787 bis 1789 vom Freiburger Baumeister Anton Hirschbühl erbaut und enthält neben barocken Formen auch Elemente des Klassizismus.[11] Auch diese Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und ab 1951 wieder instand gesetzt. Sie beherbergt eine spätbarocke Orgel des Orgelbaumeisters Blasius Schaxel, die 1890 von Orgelbauer August Merklin um vier Register und ein zweites Manual erweitert wurde.

Museen

Im Ortsteil Grafenhausen befindet sich eine historische Ölmühle mit einer einzigartigen Mühlentechnik aus dem 17. Jahrhundert. Die Mühle beherbergt zudem ein kleines Bauernmuseum.

Naturdenkmäler

Das Naturschutzgebiet Taubergießen liegt zwischen Kappel-Grafenhausen und dem Rhein.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Kappel-Grafenhausen liegt verkehrsgünstig ein bis drei Kilometer von der Anschlussstelle Ettenheim der Bundesautobahn 5 entfernt. Die Bundesstraße 3 (BuxtehudeWeil am Rhein) ist bei einer Entfernung von zwei bis vier Kilometern ebenfalls gut erreichbar. Die nächste Bahnstation ist Orschweier (Stadt Mahlberg) an der Rheintalbahn KarlsruheBasel. Ab dem 22. Dezember 1893 hatte Kappel durch die Lokalbahn Rhein–Ettenheimmünster einen Eisenbahnanschluss, der jedoch mit dem Ende des Ersten Weltkrieges einen Einschnitt (Stilllegung der Strecke an den Rhein)erfuhr. Planungen vor dem Ausbruch des Krieges hatten sogar eine Verbindung mit der Überlandstraßenbahn im heute französischen Rheinau/ Elsass und weiter nach Straßburg vorgesehen. Durch die Fähre „Rhenanus“ ist die Gemeinde mit der elsässischen Nachbargemeinde Rhinau verbunden.

Bildung

In beiden Ortsteilen gibt es jeweils eine Grund- und Hauptschule, nämlich die Taubergießen-Schule in Kappel und die Ferdinand-Ruska-Schule in Grafenhausen. Realschule und Gymnasium befinden sich in der Nachbarstadt Ettenheim. Für die Jüngsten gibt es neben zwei kommunalen auch einen römisch-katholischen Kindergarten.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Wilhelm Keller ((1895–1976), ernannt 1962), Pfarrer im Ort und Träger des Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.[12]
  • Raimund Halter ((1945–2016), ernannt 1998), ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde.[8]
  • Walter Batt (ernannt 2015), Kommunalpolitiker (CDU) und Rektor der Schule in Grafenhausen.[13]

Söhne und Töchter der Gemeinde

Persönlichkeiten mit Bezug zu Kappel-Grafenhausen

  • Joseph Vitus Burg (1768–1833), römisch-katholischer Geistlicher und Bischof von Mainz, war von 1809 bis 1827 Pfarrer in Kappel am Rhein und von 1810 an Dekan des Landkapitels Ettenheim.
  • Michael Joseph Hennig (1836–1915), Dekan des Landkapitels Lahr und Zentrumsabgeordneter in der Zweiten Kammer der Badischen Ständeversammlung, war von 1890 bis zu seinem Tode katholischer Pfarrer in Kappel am Rhein.
  • Emil Georg Bührle (1890–1956), schweizer Industrieller, Kunstsammler und Mäzen, war Sohn des aus Kappel am Rhein stammenden Schuhmachers und späteren Finanzbeamten Josef Bührle und der Rosa Bührle, geb. Benz.
  • Thomas Kaiser (* 1961), deutscher Naturfotograf, lebt im Ort[15].
  • Matthias Oomen (* 1981), deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), Lobbyist, Journalist, wuchs nach eigenen Angaben[16] im Ort auf.

Literatur

  • Albert Köbele: Ortssippenbuch Kappel am Rhein. Lahr-Dinglingen: Interessengemeinschaft Badischer Ortssippenbücher 1991 (= Badische Ortssippenbücher 4), Bearbeiteter Zeitraum 1699-1955 (da 1. Auflage 1955)

Weblinks

 Commons: Kappel-Grafenhausen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 311–312
  3. Wilhelm Wiegand (Hrsg.): Urkundenbuch der Stadt Straßburg, Straßburg 1879, S. 142 f.
  4. Michael Hennig: Geschichte des Landkapitels Lahr, (1893), Nachdruck Osnabrück 1984, S. 11, 16, 40, 50 f.
  5. Josef Naudascher: Überraschender Fund in Kappel: Römische Mauerreste entdeckt, in: Lahrer Zeitung vom 30. Dezember 1988.
  6. Rolf Dehn, Markus Egg und Rüdiger Lehnert: Das hallstattzeitliche Fürstengrab im Hügel 3 von Kappel am Rhein in Baden, Mainz 2005.
  7. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  8. 8,0 8,1 Badische Zeitung: Kappel-Grafenhausen: Der erste Bürgermeister der neuen Doppelgemeinde - badische-zeitung.de. Abgerufen am 7. Juli 2016.
  9. Heilbronner Stimme (vom 21. September 2007)
  10. Josef Sauer, "Die kirchliche Kunst der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Baden (Fortsetzung)", in: Freiburger Diözesan-Archiv, Bd. 58 (1931), S. 247-249; vgl. auch: Baukunst in Baden mit ausführlicher Baubeschreibung
  11. Website der Gemeinde: Kirchen
  12. Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden (48. Jahresband.1968) (UB Freiburg, H 519,m) - Freiburger historische Bestände - digital - Universitätsbibliothek Freiburg. In: dl.ub.uni-freiburg.de. Abgerufen am 6. Juli 2016.
  13. Badische Zeitung: Kappel-Grafenhausen: Walter Batt wird Ehrenbürger - badische-zeitung.de. Abgerufen am 6. Juli 2016.
  14. Die Ortenau, 78. Jahrband 1998, S. 187-194 .
  15. Internetseite von Thomas Kaiser. Mit Angaben zum Wohnort Kaisers.
  16. derFahrgast, Magazin des Fahrgastverbandes Pro Bahn e.V. Mit Autorenangaben zum ehemaligen Wohnort Oomens auf Seite 21.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Kappel-Grafenhausen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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