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Kannawurf


Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Kannawurf, für das Adelsgeschlecht siehe Kannewurf.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: SömmerdaVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Kindelbrück
Höhe: 138 m ü. NHN
Fläche: 15,43 km²
Einwohner: 792 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06578
Vorwahl: 036375
Kfz-Kennzeichen: SÖM
Gemeindeschlüssel: 16 0 68 028
Adresse der Verbandsverwaltung: Puschkinplatz 1
99638 Kindelbrück
Bürgermeister: Hans Meyer (WG Heimat)
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Kannawurf ist eine Gemeinde im Landkreis Sömmerda in Thüringen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Kindelbrück an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Kindelbrück hat.

Geografie

Kannawurf liegt zwischen Hainleite und Wipper nahe der Thüringer Pforte.

Geschichte

Erstmals wurde das gleichnamige Ministerialengeschlecht von Kannewurf 1221 genannt, das hier seinen Stammsitz bis 1350 hatte.

An der Stelle des bis heute erhaltenen Schlosses stand ursprünglich eine Wasserburg. Mit der Burg haben damals die Herren die von Erfurt über Weißensee und Sangerhausen nach Magdeburg führende Straße beschützt und kontrolliert. Bei Kindelbrück überquerte die Straße die Wipper. Der 1221 erwähnte Albert von Kannawurf könnte der Erbauer der Burg sein. Kannawurf gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Sachsenburg. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam es zu Preußen und wurde 1816 dem Landkreis Eckartsberga im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem es bis 1944 gehörte.[2]

Während des Zweiten Weltkrieges mussten zahlreiche Frauen und Männer aus Polen und der Ukraine Zwangsarbeit leisten: auf dem Rittergut und auf der Staatsdomäne.[3]

Schloss Kannawurf

1564 baute Georg II. Vitzthum von Eckstedt das jetzt noch erhaltene Renaissanceschloss Kannawurf auf dem seit 1539 im Familienbesitz befindlichen Gut; daneben gab es noch drei weitere Rittergüter im Ort.[4] Inschriften an Türen und Fenstern datieren in die Zeit zwischen 1563 und 1565. Die heute noch erhaltene Turmglocke aus dem Jahr 1586 wird durch das Familienwappen geziert. Der Nordflügel beherbergte die Repräsentationsräume, darunter einen großen Saal, der Südflügel war Wirtschafts- und Wohnfunktionen vorbehalten, u. a. befand sich hier die Schlossküche. Verließ, Glockenturm, eine hölzerne Galerie aus dem 16. Jh. und imposante Kellergewölbe runden das Ensemble ab. Nach Georgs Tod 1570 erhielten seine fünf Söhne das Schloss. Johann Friedrich I. von Eckstedt verpachtete das Gut 1661, da er durch den Dreißigjährigen Krieg verschuldet war.

1685 ersteigerte die Familie von Bose den Besitz. In einer Umbauphase im 18. Jh. unter der Ägide der Bose wurden Veränderungen in der Raumaufteilung und der Dachlandschaft vorgenommen. 1726 ging der Besitz an die von Helmholt, später an weitere Besitzer, 1839 an die Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen. Das Schloss wird heute noch von einem großen Wirtschaftshof umfasst, dessen großzügige Gebäude nach 1860 entstanden sind. 1914 wurde das Gut Staatsdomäne, zur Zeit der SBZ und DDR war es ein Volkseigenes Gut. Der Schlossgarten musste Ställen und neuen Wirtschaftsgebäuden weichen. Das Schloss verfiel zusehends, in den 1980er Jahren stürzte der Nordflügel ein. Der endgültige Verfall schien besiegelt. Nach der Wende Anfang der 1990er Jahre erfolgte die Notsicherung der eingestürzten Bauteile und Dächer aus Bundes- und Landesmitteln, gefolgt von Sanierungsmaßnahmen. Seit 2007 im Besitz des thüringischen Denkmalpflegezentrums und des Künstlerhauses Thüringen e.V., dient das teilweise sanierte Schloss inzwischen kulturellen Veranstaltungen.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat aus Kannawurf setzt sich aus 12 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

  • WG Feuerwehr Verein Kannawurf 3 Sitze
  • WG TSV 5 Sitze

(Stand: Kommunalwahl 2009)

Bürgermeister

Der ehrenamtliche Bürgermeister Hans Meyer wurde am 6. Juni 2010 gewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Schloss Kannawurf

Das Renaissanceschloss Kannawurf wurde 1564 von Georg II. Vitzthum von Eckstädt erbaut.[5]

Das nach 1990 gerettete, davor im Verfall befindliche Schloss ist seit dem Sommer 2007 im Besitz des thüringischen Denkmalpflegezentrums und des Künstlerhauses Thüringen e.V. Ziele dieser beiden Vereine sind die Erhaltung und kulturelle Nutzung des Schlosses. Seit Mai 2008 finden im restaurierten Schloss Kannawurf wieder regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt (siehe unten, Website).

Kirche

St. Peter und Paul (Kannawurf)

Museum

  • Heimatmuseum

Kulturdenkmale

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik  (Hilfe dazu).
  2. Orte des preußischen Landkreises Eckartsberga im Gemeindeverzeichnis 1900
  3. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen. Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 270.
  4. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 152.
  5. Geschichte des Schlosses Kannawurf auf der Homepage des Schlosses

Weblinks

 Commons: Kannawurf  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Landkreis Sömmerda | Wasserburg in Thüringen | Kannawurf | Gemeinde in Thüringen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Kannawurf (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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