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Kajo Wasserhövel


Karl-Josef „Kajo“ Wasserhövel (* 17. August 1962 in Aachen) ist ein deutscher Politiker (SPD).

Ausbildung

Nach dem Besuch der Grundschule in Kamp-Lintfort und Bocholt sowie dem St.-Georg-Gymnasium in Bocholt legte Wasserhövel 1983 das Abitur ab. Danach leistete er bis 1985 seinen Zivildienst in der Mobilen Altenhilfe der Arbeiterwohlfahrt in Bocholt und studierte anschließend von 1985 bis 1991 Neuere Geschichte, Philosophie und Soziologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (Abschluss: Magister).

Politik und Beruf

Seit 1978 ist Kajo Wasserhövel Mitglied der SPD. Anfang der 1980er Jahre engagierte er sich in Friedensinitiativen und in der Bocholter Ortsgruppe von Amnesty International. Von 1987 bis 1989 gehörte er als Vertreter des marxistischen Freudenberger Kreises (der den „Stamokap“-Jusos zugerechnet wurde) dem Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen an, der damals noch AK Hochschule beziehungsweise Bundeskoordinierungsausschuss hieß. 1988/89 war er für die Juso-Hochschulgruppe hochschulpolitischer Referent im AStA der Universität Münster.

Von 1991 bis 1995 leitete Wasserhövel als hauptamtlicher Jugendbildungsreferent das Sekretariat des Juso-Bezirks Westliches Westfalen. Seit Mitte der 1990er Jahre ist er einer der engsten Mitarbeiter Franz Münteferings, dessen politische Karrierestationen er durchgehend begleitete. 1995 war er Redenschreiber für Müntefering, der in Düsseldorf das nordrhein-westfälische Ministeramt für Arbeit, Gesundheit und Soziales bekleidete. Von 1995 bis 1998 arbeitete er für den SPD-Bundesgeschäftsführer Franz Müntefering als Persönlicher Referent in Bonn. 1998 bis 1999 leitete er das Büro des Bau- und Verkehrsministers Müntefering. Nachdem dieser im Oktober 1999 zum SPD-Generalsekretär gewählt wurde, war Wasserhövel bis September 2002 sein Büroleiter sowie Leiter des Vorstandssekretariats beim SPD-Parteivorstand in Berlin. Im Oktober 2002 wurde Müntefering Fraktionsvorsitzender der SPD im Bundestag und Wasserhövel organisierte weiterhin sein Büro. Außerdem fungierte er als Leiter der Planungsgruppe der SPD-Bundestagsfraktion.

Am 22. März 2004 wurde er auf Vorschlag seines langjährigen Mentors zum Bundesgeschäftsführer der SPD berufen. „Ein leiser Organisator der Macht“, schrieb Bettina Vestring in der Berliner Zeitung über ein Porträt Wasserhövels und schilderte dessen dezentes Auftreten:

„Er steht gerne weit hinten im Saal. Still und unauffällig, im diskreten, dunkelgrauen Anzug, lauscht er den Parteitagsreden. Nur wer ihn kennt, kommt auf ihn zu, wechselt ein paar leise Worte, macht dann dem nächsten Platz. Kajo Wasserhövel, der künftige Bundesgeschäftsführer der SPD, legt keinen Wert auf öffentliche Aufmerksamkeit. ‚Er ist sehr präzise, sehr verschwiegen und sehr bodenständig‘, beschreibt ihn ein Genosse. ‚Vor allem aber ist er Münteferings rechte Hand.‘“[1]

Im Juni 2005 wurde Wasserhövel Wahlkampfleiter der SPD für die vorgezogene Bundestagswahl vom 18. September 2005: „Und sicherlich hat Karl-Josef Wasserhövel, genannt Kajo, mit seinen 42 Jahren einen der undankbarsten Jobs, den man sich in Deutschland im Augenblick anlachen kann“, schrieb Christoph Schwennicke in der Süddeutschen Zeitung. „Andererseits: Er hat es so gewollt. Seit Jahren gehört Wasserhövel zu Franz Müntefering wie dessen weiße Packung Zigarillos. Vom Kofferträger zum Koordinator einer Blitzwahl ist Wasserhövel geworden.“[2]

Von politischen Beobachtern wird er seit Jahren als „Spin-Doctor der SPD“ bezeichnet. Die Ankündigung von SPD-Parteichef Müntefering, Wasserhövel als künftigen Generalsekretär der Partei vorzuschlagen, löste im Oktober 2005 jedoch Widerstand innerhalb der linken Parteigruppierungen aus, die die Bundestagsabgeordnete Andrea Nahles für diese Position präferierten. Gegen Wasserhövel wurde eingewandt, dass er sich als Wahlkampforganisator zwar große Verdienste erworben habe, jedoch zu „unpolitisch“ sei, um die Partei als Generalsekretär programmatisch führen zu können. So unterlag er denn in der Vorentscheidung im Parteivorstand mit 23 zu 14 Stimmen. Daraufhin erklärte sein Unterstützer Franz Müntefering, er werde nicht mehr als Bundesvorsitzender kandidieren. Nachdem Nahles ihren Verzicht auf den Generalsekretärs-Posten erklärte, schlug der designierte SPD-Parteichef Matthias Platzeck den Abgeordneten Hubertus Heil als neuen Generalsekretär vor.

Wasserhövel folgte Müntefering im November 2005 als beamteter Staatssekretär ins Bundesarbeitsministerium. Nachfolger von Wasserhövel als Bundesgeschäftsführer wurde der vormalige brandenburgische Staatssekretär Martin Gorholt. Am 15. September 2008 wurde Wasserhövel wieder Bundesgeschäftsführer; sein Nachfolger im Amt des Staatssekretärs war der ehemalige DGB-Vorstandssekretär Günther Horzetzky.

Wasserhövel trat bei der Bundestagswahl 2009 als Direktkandidat im Berliner Wahlkreis Treptow-Köpenick an. Wasserhövel erreichte in diesem Wahlkreis allerdings nur Platz drei hinter Gregor Gysi und Niels Korte und verfehlte damit das Mandat deutlich.[3] Am 15. November 2009 übergab Wasserhövel das Amt des SPD-Bundesgeschäftsführers an die Nachfolgerin Astrid Klug.[4]

Im April 2010 gründete er die Agentur für Strategieberatung Elephantlogic.[5]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bettina Vestring: Ein leiser Organisator der Macht , Berliner Zeitung, 19. März 2004
  2. Christoph Schwennicke: Der Mann hinter Müntefering , Süddeutsche Zeitung, 2. August 2005
  3. Ergebnis der Direktmandate in Berlin, in Berliner Morgenpost vom 27. September 2009
  4. vita Wasserhövel auf den Seiten der SPD
  5. http://www.elephantlogic.de


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Kajo Wasserhövel (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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