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Kabinett Schmidt III


Das dritte Kabinett von Bundeskanzler Helmut Schmidt trat nach der Bundestagswahl 1980 an. Die beiden Koalitionsparteien SPD und FDP regierten seit der Bundestagswahl 1969 zusammen - entfremdeten sich jedoch im Jahr 1982 immer mehr. Streit gab es über die widersprüchlichen Haltungen in der SPD zum NATO-Doppelbeschluss sowie über wachsende Arbeitslosigkeit und Staatsschulden.

Am 17. September 1982 zerbrach die Koalition, woraufhin Schmidt ein Kabinett nur aus SPD-Ministern aufstellte. Am 1. Oktober wählten die Abgeordneten von CDU, CSU und FDP den bisherigen Oppositionsführer Helmut Kohl mit einem konstruktiven Misstrauensvotum zum Bundeskanzler.

Kabinett

Kabinett Schmidt III – 6. November 1980 bis 1. Oktober 1982
Amt Foto Name Partei Parlamentarischer Staatssekretär
bzw. Staatsminister
Partei
Bundeskanzler Helmut Schmidt
(1918–2015)
SPD Gunter Huonker
bis 28. April 1982

Hans-Jürgen Wischnewski
ab 29. April 1982
SPD
Stellvertreter des Bundeskanzlers Hans-Dietrich Genscher
(1927–2016)
bis 17. September 1982
FDP
Egon Franke
(1913–1995)
ab 17. September 1982
SPD
Auswärtiges Hans-Dietrich Genscher
bis 17. September 1982
FDP Hildegard Hamm-Brücher
bis 17. September 1982

Klaus von Dohnanyi
bis 24. Juni 1981

Peter Corterier
ab 29. Juni 1981
FDP

SPD

SPD
Helmut Schmidt
ab 17. September 1982
SPD
Inneres Gerhart Rudolf Baum
(* 1932)
bis 17. September 1982
FDP Andreas von Schoeler
bis 17. September 1982
FDP
Jürgen Schmude
(* 1936)
ab 17. September 1982
SPD
Justiz Hans-Jochen Vogel
(* 1926)
bis 22. Januar 1981
SPD Hans de With SPD
Jürgen Schmude
ab 28. Januar 1981
SPD
Finanzen Hans Matthöfer
(1925–2009)
bis 28. April 1982
SPD Karl Haehser

Rolf Böhme
bis 28. April 1982

Gunter Huonker
ab 29. April 1982
SPD
Manfred Lahnstein
(* 1937)
ab 28. April 1982
SPD
Wirtschaft Otto Graf Lambsdorff
(1926–2009)
bis 17. September 1982
FDP Martin Grüner
bis 17. September 1982
FDP
Manfred Lahnstein
ab 17. September 1982
SPD
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Josef Ertl
(1925–2000)
bis 17. September 1982
FDP Georg Gallus
bis 17. September 1982
FDP
Björn Engholm
(* 1939)
ab 17. September 1982
SPD
Arbeit und Sozialordnung Herbert Ehrenberg
(* 1926)
bis 28. April 1982
SPD Hermann Buschfort
bis 28. April 1982

Rudolf Dreßler
ab 28. April 1982

Anke Fuchs
bis 28. April 1982

Jürgen Egert
ab 28. April 1982
SPD
Heinz Westphal
(1924–1998)
ab 28. April 1982
SPD
Verteidigung Hans Apel
(1932–2011)
SPD Willfried Penner SPD
Jugend, Familie und Gesundheit Antje Huber
(1924–2015)
bis 28. April 1982
SPD Fred Zander
bis 28. April 1982

Claus Grobecker
ab 28. April 1982
SPD
Anke Fuchs
(* 1937)
ab 28. April 1982
SPD
Verkehr Volker Hauff
(* 1940)
SPD Erhard Mahne SPD
Post- und Fernmeldewesen Kurt Gscheidle
(1924–2003)
bis 28. April 1982
SPD Helmuth Becker SPD
Hans Matthöfer
ab 28. April 1982
SPD
Raumordnung, Bauwesen und Städtebau Dieter Haack
(* 1934)
SPD Dietrich Sperling SPD
Innerdeutsche Beziehungen Egon Franke SPD Heinz Kreutzmann
bis 28. April 1982

Lothar Wrede
ab 28. April 1982
SPD
Forschung und Technologie Andreas von Bülow
(* 1937)
SPD Erwin Stahl SPD
Bildung und Wissenschaft Jürgen Schmude
bis 28. Januar 1981
SPD Björn Engholm
bis 28. Januar 1981

Eckart Kuhlwein
ab 28. Januar 1981
SPD
Björn Engholm
ab 28. Januar 1981
SPD
Wirtschaftliche Zusammenarbeit Rainer Offergeld
(* 1937)
SPD Alwin Brück SPD

Veränderungen

Am 22. Januar 1981 trat Bundesjustizminister Hans-Jochen Vogel zurück; einen Tag später wurde er zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt.[1] Zu seinem Nachfolger wurde am 28. Januar 1981 der bisherige Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, Jürgen Schmude, ernannt. Neuer Bundesbildungsminister wurde Björn Engholm, dem Eckart Kuhlwein im Amt des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister für Bildung und Wissenschaft nachfolgte.

Da er am 24. Juni 1981 zum Ersten Bürgermeister von Hamburg gewählt worden war, schied Klaus von Dohnanyi aus dem Amt des Staatsministers im Auswärtigen Amt aus. Sein Nachfolger wurde am 29. Juni 1981 der bisherige Vorsitzende des Arbeitskreises Außen- und Sicherheitspolitik der SPD-Bundestagsfraktion, Peter Corterier.

Mit Wirkung zum 28. April 1982 kam es zu einer schon länger erwarteten[2] Kabinettsumbildung. Bundesfinanzminister Hans Matthöfer, dem Amtsmüdigkeit nachgesagt wurde, übernahm die Leitung des Bundesministeriums für das Post- und Fernmeldewesen anstelle von Kurt Gscheidle, der endgültig aus der Bundesregierung ausschied. Ebenfalls entlassen wurden Bundesarbeitsminister Herbert Ehrenberg und die Bundesfamilienministerin Antje Huber. Neu in das Kabinett berufen wurden der bisherige Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Manfred Lahnstein, als Bundesminister der Finanzen, der Vorsitzende des Arbeitskreises öffentliche Finanzwirtschaft der SPD-Bundestagsfraktion, Heinz Westphal, als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung und die bisherige Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, Anke Fuchs, als Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit. Ihr Nachfolger wurde der Berliner SPD-Abgeordnete Jürgen Egert.

Ebenfalls am 28. April 1982 wechselte der bisherige Staatsminister beim Bundeskanzler, Gunter Huonker, in das Amt des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister der Finanzen. Er ersetzte Rolf Böhme, der sich auf seine Kandidatur für das Amt des Oberbürgermeister von Freiburg im Breisgau konzentrierte. Neuer Staatsminister beim Bundeskanzler wurde Hans-Jürgen Wischnewski, der diesen Posten schon von 1976 bis 1979 bekleidet hatte. Der bisherige Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, Hermann Buschfort, wurde am selben Tag durch Rudolf Dreßler ersetzt. Für den scheidenden Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit, Fred Zander, trat der Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Claus Grobecker, in die Bundesregierung ein und als Nachfolger für Heinz Kreutzmann wurde der Vorsitzende des Ausschusses für das Post- und Fernmeldewesen, Lothar Wrede, zum Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen berufen.

Nach dem Bruch der sozial-liberalen Koalition schieden die FDP-Mitglieder Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, Bundesinnenminister Gerhart Rudolf Baum, Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff, Bundeslandwirtschaftsminister Josef Ertl sowie die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Hildegard Hamm-Brücher, und die Parlamentarischen Staatssekretäre Andreas von Schoeler (Inneres), Martin Grüner (Wirtschaft) und Georg Gallus (Landwirtschaft) am 17. September 1982 aus der Bundesregierung aus.

Daraufhin bildete die SPD eine Minderheitsregierung. Zum Stellvertreter des Bundeskanzlers wurde der Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen, Egon Franke, der der Bundesregierung seit 1969 ununterbrochen angehörte, ernannt. Die Leitung des Auswärtigen Amtes übernahm Bundeskanzler Helmut Schmidt. Bundesjustizminister Jürgen Schmude wurde zusätzlich Bundesminister des Innern, Bundesfinanzminister Manfred Lahnstein zusätzlich Bundesminister für Wirtschaft und Bundesbildungsminister Björn Engholm zusätzlich Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Für die ausgeschiedenen Parlamentarischen Staatssekretäre bzw. die Staatsministerin wurden keine Nachfolger berufen.

Siehe auch

Liste der deutschen BundesregierungenListe der deutschen Bundesminister

Einzelnachweise

  1. West-Berlin: Wunder in der großen Not. In: Der Spiegel. Nr. 5, 1981, S. 25–30 (online 26. Januar 1981).
  2. Koalition: Tödliches Zeichen. In: Der Spiegel. Nr. 14, 1982, S. 19–21 (online 5. April 1982).

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