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Kühn-Memorandum


Das Kühn-Memorandum bezeichnet den ersten Bericht des 1978 gegründeten Amtes des Ausländerbeauftragten der Bundesregierung. Dessen erster Leiter war Heinz Kühn, der das Memorandum 1979 veröffentlichte. Der vollständige Titel des Kühn-Memorandums lautet Stand und Weiterentwicklung der Integration der ausländischen Arbeitnehmer und ihrer Familien in der Bundesrepublik Deutschland. Das Memorandum gilt als erster Meilenstein der dritten Phase der Integrationspolitik, der „Phase der Integrationskonzepte“ 1979/1980. Die zentrale Aussage lautete, dass Deutschland faktisch ein Einwanderungsland ist.

Hintergrund

Tenor des Memorandums war es, dass bei den zunächst als „Gastarbeiter“ bezeichneten Arbeitern ausländischer Herkunft, die in der Bundesrepublik leben zukünftig davon ausgegangen werden muss, dass die Mehrzahl der Betroffenen dauerhaft hier verbleiben und somit eigentlich „Einwanderer“ sind. Dies widersprach der bisherigen Aussage, dass „Deutschland kein Einwanderungsland sei“ sondern hier lediglich eine „Integration auf Zeit“ stattfinden würde.

Der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident Heinz Kühn (SPD) war im Jahr zuvor zum ersten Ausländerbeauftragten der Bundesregierung berufen worden. Kühn erkannte, dass die Politik eine „soziale Verantwortung gegenüber den heute […] in Deutschland lebenden und einstmals in der Mehrzahl gezielt ‚angeworbenen‘ Menschen und ihren Kindern“ habe. Er rückte damit der Integration in den Fokus des politischen Handels.[1]

Inhalt

Das Memorandum schlägt neben der sozial- und arbeitsmarktpolitische Integration auch die politische Teilhabe vor. Dabei bildet die Bildung einen zentralen Ausgangspunkt.

  • Die Intensivierung der integrativen Maßnahmen beginnt daher mit der frühkindlichen Sprachförderung, da ausländische Eltern oftmals Schwierigkeiten hätten ihren Kindern in der Familie die Kenntnisse der Deutschen Sprache zu vermitteln. Um die Attraktivität vorschulischer Einrichtungen zu erhöhen wurde die Heranziehung ausländischer Mitarbeiter empfohlen.
  • Im Bereich der schulischen Ausbildung wird wert auf die komplette Eingliederung der ausländischen Kinder in das deutsche Schulsystem gelegt. Die multinationale Zusammensetzung der Klassen erfordere eine Anpassung der Lehrmittel und Lehrpläne. Die Einbeziehung der Muttersprache in den Regelunterricht, beispielsweise als erste oder zweite Fremdsprache, wird vorgeschlagen.
  • Die berufliche Bildung sollte um berufsvorbereitende und -begleitende Maßnahmen ergänzt werden.
  • Ein weiterer wichtiger Aspekt es Memorandums ist die politische Integration durch ein Optionsmodell, das vorsah in Deutschland geboren und aufgewachsenen Kindern einen vorbehaltlosen Rechtsanspruch auf Einbürgerung zuzugestehen, über den sie bei Erreichen der Volljährigkeit entscheiden können. Des Weiteren sprach sich Kühn für ein kommunales Wahlrecht für Zuwanderer mit längerem Aufenthalt aus.

Ziele dieser Integrationsmaßnahmen waren die volle rechtliche und tatsächliche Gleichstellung von Ausländern in Deutschland sowie die Verbesserung der bisher schlechten Zukunftsperspektiven insbesondere der rund 1 Mio. Kinder und Jugendlichen.

Literatur

  • Heinz Kühn: Stand und Weiterentwicklung der Integration der ausländischen Arbeitnehmer und ihrer Familien in der Bundesrepublik Deutschland: Memorandum d. Beauftragten d. Bundesregierung. Bundesminister für Arbeit u. Sozialordnung, Bonn 1979. migration-online.de (PDF; 3,4 MB)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bernd Mansel, Leo Monz: Wegweiser. In: Der Freitag. 9. März 2004, ISSN 0945-2095 (freitag.de ).

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Kühn-Memorandum (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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