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Köterberg


Dieser Artikel befasst sich mit dem Berg; für die Ortschaft siehe Köterberg (Lügde). Siehe auch: Köthnerberg.
Köterberg
(früher: Keutersberg)

Blick von Norden zum Köterberg, mit Fernmeldeturm Köterberg

Höhe 495,8 m ü. NHN [1]
Lage zwischen Lügde und Höxter; Kreise Lippe und Höxter, Landkreis Holzminden; Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen (Deutschland)
Gebirge Lipper Bergland
Dominanz 17,8 km → Vogelherd (507 m , südwestlich des Großen Ahrensberges, Solling)
Schartenhöhe 289 m ↓ südlich Bredenborns[2]
 
Besonderheiten – höchster Berg im Lipper Bergland
Köterberghaus
Fernmeldeturm Köterberg

Blick aus Richtung Holzminden im Ostsüdosten zum Köterberg

Der Köterberg, früher auch Keutersberg genannt, ist mit 495,8 m ü. NHN [1] der höchste Berg im Mittelteil des im Weserbergland auf der Grenze von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gelegenen Lipper Berglandes. Er liegt zwischen Lügde und Höxter auf der Grenze der nordrhein-westfälischen Kreise Lippe und Höxter zum niedersächsischen Landkreis Holzminden.

Im Deutschen Hauptdreiecksnetz (DHDN) ist der Köterberg Hauptdreieckspunkt mit der Benennung Lügde, Köterberg. Oftmals ist der Berg von weither zu sehen, zum Beispiel vom knapp 90 km (Luftlinie) entfernten Brocken im Harz. Von ihm bietet sich ebenfalls oft eine gute Aussichtsmöglichkeit. Auf dem Berg stehen die Berggaststätte Köterberghaus und der Fernmeldeturm Köterberg sowie zwei weitere Sendetürme.

Geographie

Lage

Der Köterberg erhebt sich mit seinen nordrhein-westfälischen Teilen im Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge. Der zum Stadtgebiet von Lügde gehörende Berggipfel liegt 12,6 km südsüdöstlich von dessen Kernstadt und 9,8 km nordnordwestlich der Kernstadt von Höxter, beide in Nordrhein-Westfalen. Während sich der Gipfel und wesentliche Bergteile in Nordrhein-Westfalen befinden, gehört ein schmaler, aber sich bis auf den Südwestteil der Gipfelregion erstreckender Zipfel, der im unteren Teil im Tal eines Quellbachs vom Weser-Nebenfluss Lonaubach verläuft, zu Niedersachsen; bis dorthin reicht das Gebiet des Fleckens Polle, dessen Kernort 7,5 km vom Gipfel entfernt ist. An der Spitze dieses Zipfels stoßen die nordrhein-westfälischen Kreise Lippe im Norden und Höxter im Süden mit dem niedersächsischen Landkreis Holzminden im Osten zusammen. Diese Zipfelspitze liegt etwa 90 m südwestlich des auf der Gipfelregion gelegenen Trigonometrischen Punktes auf 474,5 m ü. NHN [3] ; dort steht ein Dreiherrenstein ().

Auf dem Nordnordwesthang des Berges liegt der Lüdger Ortsteil Köterberg, etwas westlich davon entspringt die Niese. Der Ostflanke entfließt der Lonaubach. Am Südfuß liegt der Höxterer Ortsteil Bödexen, der vom Mühlenbach durchflossen wird, einem Zufluss der zur Weser strebenden Saumer. Der Berg ist bewaldet, seine Gipfelregion nur im Norden.

Naturräumliche Zuordnung

Der Köterberg gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Niedersächsisches Bergland (mit Weser- und Leine-Bergland; Nummer D36) bzw. in der Haupteinheit Lipper Bergland (364) im Südlichen Lipper Bergland (364.3) zum Naturraum Schwalenberger Höhen (364.37).

Geologie

Der Köterberg ist Teil des durch Muschelkalk und Keuper geprägten Lipper Berglands. Er wird durch Sandsteine und Mergel des Oberen Keuper aufgebaut.

Geschichte

Der Köterberg wird erstmals 1430 urkundlich erwähnt. In den lippischen Grenzakten findet sich ein Eintrag im 16. Jahrhundert.

1536 schloss der Paderborner Bischof Hermann V. von Wied (zugleich Erzbischof von Köln), Herzog Ernst I. zu Braunschweig-Lüneburg und Simon V. Graf zur Lippe einen Vertrag über gemeinschaftliche Schürfrechte und einen Jahrmarkt am Köterberg ab. Bereits 1520 waren zwei Bergleute am Köterberg tätig gewesen, hatten aber keinen Erfolg. 1543 versuchte Hermann von der Malsburg erneut Gold, Silber, Kupfer und Blei am Köterberg abbauen zu lassen, allerdings auch ohne Erfolg.

Karl Ludwig Edler von Lecoq nahm den Keutersberg zwischen 1796 und 1801 als Dreieckspunkt in sein militärisch-topographisches Kartenwerk auf.

Die Brüder Grimm nennen 1816 in ihren Deutschen Sagen (Nr. 9, 20) den Köterberg auch Götzenberg, weil dort die Götter der Heiden angebetet wurden. Dort spielt auch ihr Märchen Die drei Vögelchen.

1831/32 entstand als erstes massives Bauwerk auf der höchsten Spitze des Berges ein 15½ Fuß (ca. 4,9 m) hoher Turm als Dreieckssignal ersten Ranges zur Triangulation. Der Köterberg war eine Station des Preußischen optischen Telegrafen, der von 1832 bis 1849 Berlin und Koblenz nachrichtentechnisch verband. 1929 wurde der Turm gesprengt.

1939 war der Bau eines Kriegerehrenmals auf dem Köterberg geplant. 1945 wurde der Köterberg zum Ende des Zweiten Weltkriegs als Artilleriestellung der US-Armee genutzt.

Von 1960 bis 1962 wurde auf dem Köterberg auch ein Detachment der US-amerikanischen 585th Communications and Guidance Squadron (CGS) der USAFE aus Bitburg stationiert. Die Bodenstation diente der Zielführung für die nuklearbestückten Marschflugkörper vom Typ MGM-1 Matador, die 1962 ausgemustert wurden.

Köterberghaus

Vom 7. Juni bis 2. Oktober 1929 wurde das Köterberghaus in Form einer schlesischen Bergbaude errichtet. Dabei wurde das Fundament aus den Steinen des Turms von 1893 gebaut, der bei Baubeginn gesprengt wurde. Erster Pächter der darin befindlichen Wirtschaft war die Familie Ströhl. 1935 übernahm Rudolf Brand als Pächter die Gastronomie und nach dessen Tod von 1968 bis 1985 seine Frau Alma Brand den Betrieb. 1985 folgte die Übergabe an Rudolf Brand jun., der im gleichen Jahr das Gebäude dem Landesverband Lippe (LVL) abkaufte. Es gab in der langen Geschichte des Köterberghauses zahlreiche Besuche von Persönlichkeiten, darunter Bernhard zur Lippe-Biesterfeld, Konrad Adenauer sowie viele Generäle der NATO während des Kalten Kriegs.

Türme

Fernmeldeturm Köterberg

Der auf dem Köterberg stehende, 100 m hohe Fernmeldeturm Köterberg wurde 1971 als Typenturm von der Deutschen Bundespost erbaut und dient heute dem drahtlosen Telefonverkehr.

Sendetürme

Es gibt weitere zwei Sendetürme auf dem Berg für Richtfunk, als Polizei-, Feuerwehr- und Amateurfunkrelais sowie für Bundeswehrfunk. Das 70-cm-Amateurfunkrelais mit dem Amateurfunkrufzeichen DB0KB sendet auf der Frequenz 439,425 MHz. Die Kopplung zum Relais DB0WUR auf dem Wurmberg im Harz ist zeitweise in Betrieb. Die U.S. Army Communications Engineering and Installation Agency (USACEIA) installierte hier von Mai 1984 bis Mai 1985 eine Funk- und Radioanlage. Funkamateure nutzen die Gipfelregion wegen der günstigen Sende- und Empfangsbedingungen.

Aussichtsmöglichkeit

Weil die weitläufige Gipfelregion des Köterbergs, der über eine Sackgasse von Lügde-Köterberg kommend angefahren werden kann, fast unbewaldet ist, bietet sich von dort die wohl beste (Fast-)Rundumsicht nicht nur im Grenzbereich der zuvor genannten Bundesländer, sondern zum Beispiel sogar bis zum Habichtswald und Kaufunger Wald in Nordhessen und zum Harz, der sich in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen befindet.

Zu sehen sind beispielsweise:

Wegen der guten Aussichtsmöglichkeit und vor allem wegen seiner exponierten Lage, beides ähnelt dem Brocken im Harz, vermittelt der Köterberg den Eindruck, höchster Punkt im Weserbergland zu sein, obwohl der Solling ihn mit vier Gipfeln (Große Blöße, Großer Ahrensberg, Moosberg, Vogelherd) überragt; diese Gipfel sind jedoch alle stark bewaldet, recht unauffällig und aus der Ferne nicht ohne weiteres auszumachen. Der Köterberg wird daher auch als „Brocken des Weserberglandes“ bezeichnet.

Tourismus

In den Sommermonaten treffen sich an den Wochenenden auf der Gipfelregion zahlreiche Motorradfahrer zum Benzingespräch, was häufig zu einer beträchtlichen Ansammlung von Motorrädern auf dem Parkplatz führt. Ebenso befahren sportlich ambitionierte Radfahrer den Köterberg. Im Köterberghaus befindet sich ein Gastronomiebetrieb.

Kurioses

Auf zwei Schildern am Köterberghaus wird die Höhe des tatsächlich 495,8 m [1] hohen Köterbergs falsch mit „500 m über NN“ angegeben, was gelegentlich auch in der Literatur und Werbung zu finden ist.

Verkehr

Nordwestlich vorbei am Köterberg verläuft von Falkenhagen südsüdostwärts durch Köterberg und dann westwärts nach Niese die Kreisstraße 69, von der im Dorf Köterberg die auch als K 69 bezeichnete Köterbergstraße als Stichstraße auf die Gipfelregion führt. Sie weist eine maximale Steigung von 14 Prozent auf.

Panoramafoto

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Panorama vom Köterberg aus; von Norden über den Osten bis Süden

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. 1,0 1,1 1,2 Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  2. Dominanz und Prominenz nach TK 25; Scharte ist etwa 207 m hoch
  3. Umweltkartendienst des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz (Hinweise) (Höhenangabe nach Höhenlinienbild interpoliert).

Literatur

  • Gerking, Willy, 75 Jahre Köterberghaus. Seine Geschichte im Spiegel der Gästebücher, in: Heimatland Lippe (Zeitschrift des Lippischen Heimatbundes, Detmold), Nr. 4/2004, S. 44–77, Nr. 7/2004, S. 141–145.
  • Wienke, Martin, Der Köterberg im Weserbergland. Detmold 1978.

Weblinks

 Commons: Köterberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Köterberg (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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