Köniz - LinkFang.de





Köniz


Köniz
Staat: Schweiz
Kanton: Bern BE
Verwaltungskreis: Bern-Mittelland
BFS-Nr.: 0355
Postleitzahl: 3098 Köniz
3097 Liebefeld
3095 Spiegel bei Bern
3084 Wabern
3145 Nieder-/Oberscherli
3144 Gasel BE
3172 Niederwangen bei Bern
3173 Oberwangen im Wangental
3174 Thörishaus Dorf
UN/LOCODE: CH KNZ (Köniz),
CH LFL (Liebefeld),
CH WBR (Wabern),
CH NWA (Niederwangen),
CH CHT (Thörishaus)
Koordinaten:
Höhe: 572 m ü. M.
Fläche: 51,10 km²
Einwohner: 39'998 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 783 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
16,4 % (2014)[2]
Gemeindepräsident: Ueli Studer (SVP)[3]
Website: www.koeniz.ch

Das «Schloss» im Zentrum von Köniz

Karte

Köniz (berndeutsch Chünitz [χʏnɪt͡s]) ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Bern-Mittelland im Kanton Bern in der Schweiz.

Köniz liegt südwestlich der Stadt Bern und ist mit 39'998 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2014 ), darunter 5'425 Ausländer, die viertgrösste Gemeinde im Kanton Bern und die zwölftgrösste der gesamten Schweiz. Das Gemeindegebiet hat eine Fläche von 51 km². Die Gemeinde gilt als die grösste Agglomerationsgemeinde der Schweiz. Trotz der hohen Einwohnerzahl hat die Gemeinde teilweise noch dörflichen Charakter, da sich die Einwohner auf viele einzelne Dörfer verteilen.

Köniz bietet sehr viele Arbeitsplätze. Swisscom und die Berner Kantonalbank unterhalten grosse Standorte in Liebefeld, mehrere Bundesämter befinden sich in der Gemeinde, sowie zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen.

Geschichte

Das heutige Gemeindegebiet ist Altsiedelland; es gibt verschiedene bronze- und eisenzeitliche Fundstellen, römische Gutshöfe (villae rusticae) und frühmittelalterliche Gräberfelder.

Erstmals erwähnt wurde Köniz im Jahre 1011 als Chunicis. Die heutige reformierte Pfarrkirche (ehem. Sankt Peter und Paul) geht in ihren ältesten aufrecht stehenden Teilen in die Zeit um 1100 zurück. Vorgängerbauten sind zu vermuten, archäologische Ausgrabungen fehlen bislang.

Der Sage nach soll die Kirche auf eine Stiftung des burgundischen Königs Rudolf II. und seiner Gattin Bertha zurückgehen. Die Pfarrei umfasste nicht nur das heutige Gemeindegebiet, sondern auch die rund 5 km entfernte Gegend der späteren Stadt Bern. 1191 wurde sie somit Pfarrkirche der neu gegründeten Stadt, bis diese 1276 zu einer eigenen Pfarrei erhoben wurde.

Seit unbekannter Zeit bestand an der Kirche ein Stift der Augustiner-Chorherren, welches 1226 von König Heinrich VII., dem Sohn und Stellvertreter des römisch-deutschen Kaisers Friedrich II., dem Deutschen Orden geschenkt wurde. Der Orden errichtete an der Pfarrkirche eine Kommende, die zur Ballei Schwaben-Elsass-Burgund gehörte, sowie eine Niederlassung in Bern. Einer der Ordensbrüder amtete als Pfarrer. Mit der Entstehung der Pfarrei Bern wurde die dortige Niederlassung zur eigenständigen Kommende erhoben, deren Vorsteher der jeweilige Berner Stadtpfarrer war.

Die Kommende Köniz wurde 1528 anlässlich der bernischen Reformation säkularisiert, jedoch 1552 dem Orden auf Druck der katholischen Kantone wieder zurückgegeben. 1729 verkaufte der Orden die Kommende an Bern. Es wurde eine Landvogtei eingerichtet, die bis zum Untergang des Alten Bern 1798 bestand. Die politische Gemeinde Köniz in der heutigen Form entstand 1846.

1920 wurde die Einwohner-Gemeindeversammlung durch ein Gemeindeparlament, den Grossen Gemeinderat, abgelöst. Zu Beginn umfasste dieser 30 Sitze, seit 1934 sind es 40. Auch auf 1934 wurde ein vollamtliches Gemeindepräsidium eingeführt und die Anzahl Sitze im Gemeinderat (Regierung) von 13 auf 11 reduziert.[4]

2012 erhielt Köniz den Wakkerpreis des Schweizerischen Heimatschutzes (SHS) zugesprochen.[5]

Politik

Exekutive

Gemeindepräsident ist Ueli Studer (SVP).

Die Exekutive ist ein fünfköpfiger Gemeinderat, dieser besteht seit den Gemeindewahlen 2013 aus Rita Haudenschild (Grüne), Katrin Sedlmayer (SP), Thomas Brönnimann (Grünliberale) und Urs Wilk (FDP).[3]

Legislative

Gemeindelegislative ist das 40-köpfige Gemeindeparlament, dessen Sitze sich wie folgt verteilen:[6]

5
10
2
3
1
5
5
9
10 
Partei 1989 1993 1997 2001 2005 2009 2013
SP 10 10 12 12 12 10 10
SVP 9 9 8 9 8 8 9
BDP 5 5
FDP (inkl. JF) 8 8 9 9 9 7 5
Grüne1 3 2 2 3 5 5 5
glp 1 3
EVP 3 3 3 3 3 3 2
CVP 3 2 2 2 2 1 1
Rechte2 3 5 3 2 1
LdU 2 1 1

1 beinhaltet Demokratische Alternative/Grüne Partei (1989), Grüne Partei (1993), Grüne Freie Liste (1993, 2001, 2005), Grünes Bündnis (1997, 2001, 2005), Grüne Köniz (2009, 2013) und Junge Grüne (2013)

2 Sammelbegriff für folgende Parteien und Listen: Schweizer Demokraten (1989, 2001), Auto-Partei (1993), Partei für gerechte Steuerpolitik (PGSP, 2001), „SD, FPS und PGSP“ (1997), „SD und PGSP“ (2005)

Nationale Wahlen

Die Wähleranteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2015 betrugen: SP 25.6 %, SVP 21.9 %, GPS 11.7 %, FDP 11.0 %, BDP 10.5 %, glp 7.9 %, EVP 4.4 %, CVP 3.0 %, EDU 1.3 %, Piraten 1.3 %.[7]

Dörfer der Gemeinde

Die Gemeinde Köniz besteht aus zahlreichen Ortschaften (Stand 1. Januar 2010):

Ortschaft Einwohner BFS-Code
Köniz 6'901 355004
Wabern 6'780 355001
Liebefeld 5'519 355003
Spiegel 4'431 355002
Schliern 3'964 355006
Niederscherli 2'300 355011
Niederwangen 1'710 355005
Oberwangen 1'277 355008
Schwanden 1'140 ?
Thörishaus 996 355010
Mittelhäusern 908 ?
Ried 881 ?
Gasel 769 355007
Oberscherli 521 355009
Hahlen 331 ?
Liebewil 149 ?
Moos 107 ?
Ulmiz 112 ?
Mengestorf 103 ?
Oberried 80 ?
Schlatt 92 ?
Herzwil 52 ?
Total 39'123

Achtung: Da die BFS-Codes das Gemeindegebiet vollständig abdecken, müssen die Ortschaften ohne Code in einem der elf Gebiete von Ortschaften inbegriffen sein, die einen solchen zugeteilt erhielten.

Wirtschaft

Über 1'400 Unternehmen befinden in der Gemeinde Köniz. Darunter Konzerne wie Swisscom, Adval Tech Holding oder Haag-Streit Holding und zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen (KMU), sowie diverse Bundesbetriebe: Bundesamt für Gesundheit, Bundesamt für Landestopografie, Eidgenössisches Institut für Metrologie, Bundesamt für Migration, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, Landwirtschaftliche Forschungsanstalt (Agroscope) und das Institut für Virologie und Immunologie.[8]

Sehenswürdigkeiten

Literatur

Allgemeines

Geschichte

  • Armand Baeriswyl: Archäologische Untersuchungen im Schloss in Köniz: Neue Ergebnisse und Hypothesen zum Bau- und Funktionstyp der Ritterordenskommende. In: Mittelalter, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins 6, 2001, S. 81–94.
  • Otto Büssard: Köniz, Bilder aus der Vergangenheit, Heimatkundlicher Beitrag zur Dorfgeschichte von Köniz, Ortsverein Köniz, 1979
  • Helvetia Sacra Abt. IV, Die Orden mit Augustinerregel. Bd. 7: Die Serviten, die Pauliner-Eremiten, die Lazariter und Lazariterinnen, die Templer, die Johanniter und der Deutsche Orden in der Schweiz. Basel 2006, ISBN 978-3-7965-2153-9.
  • Peter Mosimann: Auf historischen Wegen. Köniz und Umgebung. Stämpfli, Bern 2009, ISBN 978-3-7272-1201-7.
  • Susanne Ritter-Lutz: Kirche und Schloss Köniz, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Bern 2012. ISBN 978-3-03797-058-4

Weblinks

 Commons: Köniz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Köniz Kennzahlen. Bevölkerung. In: Offizielle Webseite. Bundesamt für Statistik, 2014, S. 1, abgerufen am 14. März 2015 (HTML, deutsch).
  3. 3,0 3,1 Die Mitglieder des Gemeinderats . Gemeinde Köniz. Abgerufen am 6. Mai 2016.
  4. Otto Büssard: Köniz, Bilder aus der Vergangenheit, Heimatkundlicher Beitrag zur Dorfgeschichte von Köniz, Ortsverein Köniz, 1979, S. 43–48
  5. Köniz feierte den Wakkerpreis 2012. Gemeinde Köniz, 2012, abgerufen am 6. Mai 2016.
  6. Sitzverteilung der Parteien im Könizer Parlament 1920 bis 2013. Gemeinde Köniz, abgerufen am 6. Mai 2016 (PDF, 21 kB).
  7. Kanton Bern: Wahlplattform , abgerufen am 19. März 2016
  8. Wirtschaftsstandort Köniz. Gemeinde Köniz, abgerufen am 6. Mai 2016.
  9. Susanne Ritter-Lutz: Kirche und Schloss Köniz. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 910, Serie 91). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2012, ISBN 978-3-03797-058-4.
  10. René Moeri: Köniz. Kirche, Schloss. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 214). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1976, ISBN 978-3-85782-214-8.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Köniz (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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