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Königslutter am Elm


Königslutter ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Für das gemeindefreie Gebiet Königslutter siehe Königslutter (gemeindefreies Gebiet).
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: HelmstedtVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 134 m ü. NHN
Fläche: 130,58 km²
Einwohner: 15.819 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38154
Vorwahlen: 05353, 05365
Kfz-Kennzeichen: HE
Gemeindeschlüssel: 03 1 54 013
Stadtgliederung: 18 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 1
38154 Königslutter am Elm
Webpräsenz: www.koenigslutter.de
Bürgermeister: Alexander Hoppe (SPD)
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Königslutter am Elm ist eine Stadt im Osten von Niedersachsen im Landkreis Helmstedt.

Geografie

Die Stadt liegt mitten im Naturpark Elm-Lappwald und an der Nord-Ost-Seite des bewaldeten Höhenzugs Elm. Die nächsten Großstädte sind Braunschweig etwa 23 km westlich und Wolfsburg etwa 20 km nördlich; die Kreisstadt Helmstedt liegt etwa 15 km östlich von Königslutter. Durch Königslutter führt die Deutsche Fachwerkstraße.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an Königslutter (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend):

Wolfsburg, Groß Twülpstedt, Rennau, Süpplingenburg, Süpplingen, Räbke, Schöppenstedt, Evessen, Erkerode, Cremlingen und Lehre.

Stadtgliederung

Zu Königslutter am Elm gehört ferner auch die Siedlung Langeleben im Elm, die jedoch heute nicht mehr bewohnt ist.

Eingemeindungen

Bis zu ihrer Eingemeindung im Jahr 1924, bildeten die Dörfer Oberlutter und das Stift Lutter (Kaiserdom) selbstständige Gemeinden.

Eine weitere wesentliche Erweiterung erfuhr die Stadt, als im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 wirksam wurde, die Gemeinden Beienrode (aus dem Landkreis Gifhorn), Boimstorf, Bornum am Elm, Glentorf, Groß Steinum, Klein Steimke (aus dem Landkreis Gifhorn), Lauingen, Lelm, Ochsendorf, Rhode (beide aus dem Landkreis Gifhorn), Rieseberg, Rotenkamp, Rottorf, Scheppau, Schickelsheim, Sunstedt und Uhry (aus dem Landkreis Gifhorn) eingemeindet wurden.[3] Die Einwohnerzahl stieg auf über 16.000 Personen an.

Geschichte

Name

Die Stadt Königslutter am Elm war ursprünglich ein Dorf mit dem Namen Lutter. 1135 wurde es erstmals urkundlich als Lûtere erwähnt, ist aber vermutlich wesentlich älter. Die Benennung erfolgte nach dem Bach Lutter, der in Ortsnähe einer starken Quelle entspringt. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts setzte sich der Name Königslutter als Konnigesluttere durch, wobei das König an den König und späteren Kaiser Lothar von Süpplingenburg erinnert.

Entwicklung

Um 1200 entstand eine Wasserburg im Bereich des heutigen Amtsgerichtes. 1318 wurde das Dorf Lutter Marktflecken unter der Bezeichnung forum Luttere und erhielt von den Braunschweiger Herzögen um 1400 die Stadtrechte verliehen. Zwischen dem Stift mit dem Kaiserdom und dem Dorf gab es die Ansiedlung Oberlutter.

Die günstige Verkehrslage an der Handelsstraße BraunschweigMagdeburg (der heutigen B 1), der Elmkalksteinhandel, die Wallfahrten zum Kaiserdom und das Duckstein-Bier haben die Entwicklung Königslutters begünstigt. 73 Brauhäuser waren berechtigt, das obergärige Weizenbier mit dem kalkhaltigen Bachwasser der Lutter zu brauen. Viele der alten Fachwerkhäuser sind heute aufgrund ihrer geräumigen Diele und großen Gewölbekeller als frühere Brauhäuser zu erkennen. Duckstein-Bier wurde in großen Mengen in die Städte Magdeburg, Halle, Leipzig, Berlin, Hamburg und Kassel sowie bis in die Niederlande exportiert. Sehr geschätzt wurde es am Hof des preußischen Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I.

Im Jahre 1571 wurde beim Brand des Rathauses das Stadtarchiv vernichtet, was größere Lücken in der Überlieferung der örtlichen Siedlungsgeschichte hinterließ.

Eine Postexpedition bestand in Königslutter seit dem 17. Jahrhundert. Zur Darstellung der Postgeschichte siehe: Postroute Braunschweig–Helmstedt–Magdeburg.

Von 1796 bis 1799 betrieb der Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann eine Arztpraxis im Ort, verließ Königslutter aber bald, da er wegen seiner selbst hergestellten Medikamente von Apothekern angefeindet wurde.

1865 wurden das erste Gebäude des heutigen AWO Psychiatriezentrums eröffnet.

Im Jahr 2008 war Königslutter Ausrichter des Kulturfestes Tag der Braunschweigischen Landschaft.

Kaiserdom

Hauptartikel: Kaiserdom Königslutter

Wahrzeichen des Ortes ist der Kaiserdom Königslutter, die ursprüngliche Benediktiner-Abteikirche St. Peter und Paul.

Kaiser Lothar III. ließ das Kirchengebäude 1135 als Klosterkirche des von ihm gleichzeitig gegründeten Benediktinerklosters errichten. Der Bauherr, der dort mit seiner Gattin Richenza und seinem Schwiegersohn Heinrich dem Stolzen begraben liegt, schuf ein monumentales Gotteshaus.

Vom Gründer mit vielen Reliquien ausgestattet, entwickelte sich die Kirche im späten Mittelalter zu einem bekannten Wallfahrtsort. Hauptwallfahrtstag war der 29. Juni, der Peter-und-Pauls-Tag als Namenstag der beiden Kirchenheiligen. Wallfahrer kamen aus Lübeck, Lüneburg, dem Rheinland und Thüringen.

Der Kaiserdom ist eine kreuzförmige Pfeilerbasilika, die das erste Großgewölbe nördlich des Harzes darstellt. Sehenswert sind die Bildhauerarbeiten lombardischer Steinmetzen, der Kreuzgang, der mit seinem Reichtum an ornamentierten Säulen und Kapitellen zu den schönsten Deutschlands zählt.

Die fast 900 Jahre alte Kaiser-Lothar-Linde vor dem Dom ist ein Naturdenkmal von überregionaler Bedeutung. Seit 1986 gibt es ein Kaiserdom-Museum in einer ehemaligen Steinmetzschule.

Postgeschichte

Zur Entwicklung des Postwesens in Königslutter siehe: Postroute Braunschweig–Helmstedt–Magdeburg.

Politik

Rat

Der Rat der Stadt Königslutter setzt sich aus 30 Ratsmitgliedern zusammen. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 11. September 2011 wie folgt dar:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 42,86 13 41,43 13 41,06 14
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,97 10 38,10 12 42,05 15
FDP Freie Demokratische Partei 2,16 1 5,64 2 4,69 1
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 9,66 3 6,31 2 4,57 1
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft 7,43 2 5,36 2 5,67 2
LINKE Die Linke 2,89 1 3,13 1
gesamt 100 30 100 32 100 33
Wahlbeteiligung in % 62,11 % 52,28 % TBA

Bürgermeister

Seit dem 1. November 2011 ist Alexander Hoppe (SPD) Bürgermeister. Seine Vorgänger waren:[4]

Fusion

Der Rat der Stadt hat am 14. März 2013 einstimmig die Aufnahme von Verhandlungen über einen Zusammenschluss mit der Stadt Wolfsburg beschlossen. Der Rat der Stadt Wolfsburg hat am 13. März 2013 ebenfalls einstimmig für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen gestimmt.

Wappen

Das Wappen von Königslutter ist zum ersten Mal in einer Urkunde vom 10. August 1470 nachgewiesen. Wahrscheinlich ist es noch älter und stammt aus der Zeit zwischen 1400 und 1409.

Im goldenen Schild erhebt sich aus den silbernen Wellen der Lutter ein blauer Löwe. Es ist der landesherrlich-welfische Löwe in seiner lüneburgischen Gestalt, obwohl Königslutter nicht zum lüneburgischen Teil der welfischen Lande gehörte.

Zwischenzeitlich färbte man den Löwen rot auf weißem Hintergrund. Womöglich stand das Wappen der Stadt Braunschweig als Vorbild. Diese Färbung war historisch unbegründet, da nicht die Stadt, sondern der Herzog der Erteiler aller Privilegien und Förderer des Ortes war.

Ein Beschluss des braunschweigischen Prinzregenten Albrecht vom 14. August 1905 bereinigte die Situation und setzte Gestalt und Färbung des Wappens in der heutigen Form fest.[5]

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Museen der Stadt Königslutter mit:
    • Museum zur Stadtgeschichte
    • Dombauhütte
    • Museum Mechanischer Musikinstrumente (MMM)
    • Otto-Klages-Sammlung (geologische Privatsammlung)
  • Geopark-Informationszentrum (GeoPark Harz. Braunschweiger Land. Ostfalen - Teilgebiet Braunschweiger Land)
  • Freilicht- und Erlebnismuseum Ostfalen (FEMO) e.V.

Bauwerke

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Etwa sechs Kilometer nördlich der Kernstadt und nördlich des Ortsteils Ochsendorf verläuft die A 2. Mitten durch Königslutter führt die B 1. An der Bahnstrecke Braunschweig–Magdeburg ist Königslutter ein Halt der RegionalBahn; dadurch werden schnelle Anschlüsse nach Braunschweig und Helmstedt erreicht. Zusätzlich bestehen über RegioBusse Anschlüsse in die nahegelegenen Orte.

Ansässige Unternehmen

Das AWO Psychiatriezentrum ist ein Fachkrankenhaus der Arbeiterwohlfahrt im Südwesten der Stadt. Es hat 557 stationäre und 92 teilstationäre Patientenplätze sowie 91 weitere Plätze in der Klinik für forensische Psychiatrie.[6] Das Krankenhaus beschäftigt rund 1.050 Personen und verfügt über etwa 100 Ausbildungsplätze. Damit ist es der größte Arbeitgeber im Landkreis Helmstedt. Das AWO Psychiatriezentrum ist Pflichtversorger für rund 880.000 Menschen.[7]

Bildung

Überregionale Bildungsstätten

  • Steinmetzschule Königslutter, Berufsbildende Schule (seit 1941 unmittelbar neben dem Kaiserdom und seit 1985 in unmittelbarer Nähe des Steinmetzzentums)
  • Steinmetzzentrum – Bildungszentrum für das Steinmetz- und Bildhauerhandwerk der Handwerkskammer Braunschweig (seit 1981)

Allgemeinbildende Schulen

  • Grundschule Hasenwinkel-Neindorf
  • Grundschule Königslutter am Elm, Lauingen
  • Hauptschule und Realschule Königslutter (Wilhelm-Bode-Schule)

Sonstige Schulen

Religionen

Königslutter ist Sitz einer gleichnamigen Propstei der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig. Die Propstei umfasst das Gebiet von Cremlingen, Königslutter, Lehre, Süpplingen und Umgebung sowie die nördlichen Ortsteile von Braunschweig. In Königslutter befinden sich die Stadtkirchengemeinde Königslutter mit der Stadtkirche St. Sebastian und St. Fabian in der Stadtmitte sowie die Stiftskirchengemeinde Königslutter mit der Stiftskirche St. Peter und Paul. Weitere evangelische Kirchen befinden sich in den 1974 zu Königslutter eingemeindeten Ortsteilen.

Die katholische Kirche St. Mariä Himmelfahrt, auch kurz St. Maria genannt, wurde 1969 an der Bahnhofstraße errichtet. Zuvor stand dort eine bereits 1914 erbaute Kirche. Seit 2008 gehört St. Mariä Himmelfahrt zur Pfarrgemeinde St. Ludgeri in Helmstedt.

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Uhry (Baptisten) mit der Auferstehungskapelle im Ortsteil Uhry gehört zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden.

Die Freie Christengemeinde Betesda mit Sitz an der Fallersleber Straße gehört zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden.

Die Zeugen Jehovas verfügen über einen Königreichssaal am Scheppauer Weg.

Muslime aus der Türkei sind durch DİTİB in der Bahnhofstraße vertreten.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Georg Wilhelm Wahnschaffe (1710–1791), in Königslutter 1734–1740 „Fürstl. Herrenmüller“ und ab 1737 Besitzer eines Brauhauses, später Verwaltungsbeamter und Gutsherr
  • Samuel Hahnemann (1755–1843), der Begründer der Homöopathie, lebte und wirkte von 1796 bis 1799 in Königslutter.
  • Georg Friedrich Wilhelm Alers (1811–1891), Forstsachverständiger und Schriftsteller, verfasste ein Fachbuch über den Calvörder Forst.
  • Thilo Maatsch (1900–1983), Bauhaus-Künstler, verbrachte seinen Lebensabend in Königslutter.
  • Gordon Banks (* 1937), Fußballweltmeister 1966 mit England, spielte Ende der 1950er Jahre für den SV Viktoria Königslutter.

Veranstaltungen

Hauptartikel: Elm-Bergturnfest

Zwischen Königslutter und Schöppenstedt findet seit dem Jahr 1866 das traditionelle Elm-Bergturnfest am Tetzelstein statt, ein jährlich organisiertes Bergsportfest, das zweitälteste in Deutschland. Seit 1982 findet jeden Sommer im Umkreis des Kaiserdoms das „Domfest“ [9] sowie seit 1989 auf dem Marktplatz das Ducksteinfest statt, das von der Hersteller-Brauerei gesponsert wird. Seit 1996 wird der „Viktoria Cup“ veranstaltet. Das Hallenfußballturnier hat sich zum größten Hallenfußballturnier im Landkreis Helmstedt entwickelt und findet jährlich im Januar statt. Ausrichter ist der SV Viktoria Königslutter.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014  (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Stadt (PDF), abgerufen am 28. Oktober 2014.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 272.
  4. Ernst Nast: Die Bürgermeister (auch Schultheiß genannt) der Stadt Königslutter und ihre Amtszeiten nach der Reformation. 1999
  5. Arnold Rabbow: Neues Braunschweigisches Wappenbuch. Braunschweiger Zeitungsverlag, Meyer Verlag, Braunschweig 2003, ISBN 3-926701-59-5, S. 107.
  6. Porträt des Psychiatriezentrums , abgerufen am 31. Juli 2015.
  7. Fakten zum AWO Psychiatriezentrum , abgerufen am 6. August 2014.
  8. Hugo Thielen: Culemann, (1), Friedrich Bernhard, in: Stadtlexikon Hannover, S. 119
  9. Jan-Christoph Ahrens: Kaiserdom Königslutter: Domfest am 27. Juni 2010, abgerufen am 24. Mai 2015

Weblinks

 Commons: Königslutter am Elm  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Königslutter – Reiseführer
 Wikisource: Königslutter in der Topographia Braunschweig Lüneburg (Matthäus Merian)

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