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Königsfeld (Oberfranken)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: BambergVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Steinfeld
Höhe: 460 m ü. NHN
Fläche: 42,72 km²
Einwohner: 1309 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96167
Vorwahl: 09207
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 151
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 21
96167 Königsfeld
Webpräsenz: www.koenigsfeld-oberfranken.de
Bürgermeisterin: Gisela Hofmann (Bürgerblock)
}

Königsfeld ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bamberg. Die Gemeinde Königsfeld gehört mit den Gemeinden Wattendorf und Stadelhofen zur Verwaltungsgemeinschaft Steinfeld.

Geografie

Geografische Lage

Königsfeld liegt in der Region Oberfranken-West zwischen den Städten Bamberg und Bayreuth an der östlichen Grenze des Landkreises Bamberg.

Die Gemeinde liegt vollständig im Fränkischen Jura, am Rand der Fränkischen Schweiz. Die Ortsteile haben eine Höhenlage von etwa 450 bis 480 Meter über NN.

In Königsfeld entspringt die Aufseß, ein 23 Kilometer langer Bach, der bei Doos in die Wiesent mündet. Die Wiesent, die in einem Paralleltal durch Treunitz fließt und die Aufseß sind die einzigen ständig fließenden Gewässer auf dem Gemeindegebiet. An der Aufseß liegen auch Kotzendorf und Voitmannsdorf. Huppendorf, Laibarös und Poxdorf haben keine Fließgewässer. Die Wasserarmut und der wasserdurchlässige Karstboden waren vor dem Bau der Wasserleitungen ein Grund für gelegentlichen Wassernotstand in trockenen Sommermonaten.

Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn:

Litzendorf
Landkreis
Bamberg
Scheßlitz
Landkreis
Bamberg
Stadelhofen
Landkreis
Bamberg
Hollfeld
Landkreis
Bayreuth
Aufseß
Landkreis
Bayreuth
Heiligenstadt
Landkreis
Bamberg

Ortsteile

Königsfeld gliedert sich in 7 Ortsteile[2]:

Huppendorf war vor der Kommunalreform eine eigene Gemeinde, die Kinder gingen aber in Königsfeld zur Schule. 140 Einwohner
Königsfeld war seit Jahrhunderten das Zentrum einer katholischen Pfarrei, zu der die Dörfer der heutigen Gemeinde gehören. 561 Einwohner
Kotzendorf bildete bereits vor der Kommunalreform zusammen mit Königsfeld eine Gemeinde. 106 Einwohner
Laibarös bildete bis zur Gebietsreform mit Poxdorf eine kleine Gemeinde, die Kinder gingen aber in Hohenpölz zur Schule. 139 Einwohner
Poxdorf war Sitz der ehemaligen Gemeinde Poxdorf/Laibarös und hatte eine eigene Schule, die ausschließlich von Poxdorfer Schulkindern besucht wurde. 143 Einwohner
Treunitz war vor der Kommunalreform eine selbstständige Gemeinde und hatte seine eigene Schule. 148 Einwohner
Voitmannsdorf bildete ursprünglich mit Drosendorf an der Aufseß eine Gemeinde. Dorthin gingen auch die Kinder zur Schule. 126 Einwohner

(Einwohnerzahlen von 2009)[3]

Geschichte

Vorgeschichte

Südwestlich des Hauptortes Königsfeld ergab eine archäologische Grabung der Universität Bamberg im Jahre 2015, dass sich hier bereits um das Jahr 5000 v. Chr eine Siedlung der Bandkeramischen Kultur und ein Ringgraben befanden.

Mittelalter

Als karolingischer Königshof hieß der Ort im 8. Jahrhundert „Chunigeshofen in montibus versus Bohemiam“ (Königshof im Gebirge auf Böhmen zu) und wurde 741 in einer Schenkungsurkunde an das Bistum Würzburg zum ersten Mal erwähnt. Die Karolinger hatten an der Aufseßquelle einen Königshof angelegt, dessen Befestigungen der Sicherung des Straßennetzes in einer Grenzregion des Frankenreichs dienten. Kaiser Karl der Große wollte 805 den Waffenhandel mit den östlich gelegenen Slawengebieten kontrollieren und setzte dazu in Hallstadt und Scheßlitz Kommissare ein. Noch im 16. Jahrhundert reichte der Reichsforst Hauptsmoorwald bis an die Königsfelder Gemarkung.

Der zum Königsgut gehörende Wirtschaftshof lag am westlichen Ortsrand. Ein zweiter Siedlungskern befand sich unmittelbar an der Aufseß im östlichen Ortsbereich. Dort wurde slawische Siedlungskeramik gefunden.

Eisenerzvorkommen um Königsfeld wurden seit vorgeschichtlicher Zeit abgebaut und verhüttet und hatten wohl eine wirtschaftliche Bedeutung für den Königshof. Heute erinnern Schürfgruben, Schlackenhalden und Flurnamen wie zum Beispiel Arzberg (Erzberg) noch daran.

1008 schenkte Kaiser Heinrich II. dieses Königsgut („sein Eigen mit allen Zugehörigen“) dem Bistum Bamberg. Bamberger Ministerialen, also Gefolgsleute des Bischofs, sind seit 1121 nachweisbar.

König Karlmann teilte 741/742 Königsfeld dem neu errichteten Bistum Würzburg zu. Würzburger Zehntrechte bestanden noch nach der Gründung des Bistums Bamberg in Poxdorf, Brunn und Voitmannsdorf. Der Würzburger Bischof war bis ins 14. Jahrhundert Patronatsherr der Kilianskirche zu Königsfeld.

Im 14. Jahrhundert kam Königsfeld an die Herren von Aufseß.

Neuzeit

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort 1632 von den Schweden niedergebrannt. Bei diesem Überfall wurde der damalige Pfarrer Funk an der Aufseßquelle ermordet. An ihn erinnert der Bildstock an der Quelle.

Königsfeld als Teil des Hochstifts Bamberg gehörte ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort wie weite Teile Frankens zu Bayern (Siehe auch Geschichte Frankens).[4] Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Im 17. Jahrhundert hatte sich der Ort auf mehr als tausend Einwohner vergrößert. Durch den Dreißigjährigen Krieg verringerte sich diese Zahl jedoch stark und die Ortschaft konnte diesen Stand nie mehr erreichen. Auf die heutige Einwohnerzahl von ca. 1400 kam die Jura-Gemeinde Königsfeld durch die Eingemeindung von sechs weiteren Orten. Durch Flüchtlinge stieg die Einwohnerzahl nach 1945 zwar an, die landwirtschaftlich geprägte Wirtschaftsstruktur bot jedoch nicht ausreichend Arbeitsplätze, so dass viele Menschen in Stadtregionen abwanderten.

Den Ersten Weltkrieg überstanden Königsfeld und die umliegenden Ortschaften ohne große Schäden. Am Ende des Zweiten Weltkriegs lag Königsfeld aber mehrere Stunden unter Beschuss US-amerikanischer Soldaten. Schlimmeres konnte ein verwundeter Amerikaner verhindern, der zu seiner Einheit zurückgebracht wurde.

Die Großgemeinde Königsfeld entstand am 1. April 1971 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Huppendorf, Königsfeld, Poxdorf und Treunitz. Am 1. Juli 1971 kam der Ortsteil Voitmannsdorf der damaligen Gemeinde Drosendorf an der Aufseß hinzu.[5]

Seit der Gebietsreform vom Mai 1978 bildet Königsfeld zusammen mit den Gemeinden Stadelhofen und Wattendorf die Verwaltungsgemeinschaft Steinfeld, deren Sitz in dem zentral gelegenen Ort Steinfeld ist.

Politik

Gemeinderatswahlen

Der Gemeinderat hat zwölf Mitglieder und setzt sich folgendermaßen zusammen:

Partei 2002 2008 2014
Bürgerblock 4 Sitze
(33,3 %)
7 Sitze
(56,9 %)
6 Sitze
CSU/Freie Wähler 8 Sitze
(66,7 %)
5 Sitze
(43,1 %)
n. a.
Freie Wähler n. a. n. a. 4 Sitze
CSU n. a. n. a. 2 Sitze

Bürgermeister/in

Seit dem 1. Mai 2008 ist Gisela Hofmann vom Bürgerblock Bürgermeisterin. Sie ist damit nicht nur die erste Frau in der Gemeinde Königsfeld, die diesen Posten innehat, sondern auch eine der beiden ersten Bürgermeisterinnen im Landkreis Bamberg (neben Maria Beck in Priesendorf). 2014 wurde sie mit 93,94 % der Stimmen ohne Gegenkandidaten wiedergewählt. Gisela Hofmann ist Nachfolgerin von Albert Dippold (CSU), der aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl antrat.

1984 1990 1996 2002 2008 2014
Josef Stadter
(CSU)
Albert Dippold
(CSU)
Albert Dippold
(CSU)
Albert Dippold
(CSU)
Gisela Hofmann
(Bürgerblock)
Gisela Hofmann
(Bürgerblock)

Wappen

Wappenbeschreibung: „In Rot zwei schräg gekreuzte silberne Streitflegel, darüber eine goldene Krone, darunter eine goldene Pilgermuschel.“

Die Gemeinde Königsfeld führt das aktuelle Wappen seit der Gebietsreform im Jahr 1973. Die Königskrone steht für den Ortsnamen. Die beiden Streitflegel stammen aus dem Wappen der ehemaligen Herren von Königsfeld, Bamberger Ministerialen im Dienst der Grafen von Truhendingen. Die Pilgermuschel weist auf den Patron der katholischen Pfarrkirche Sankt Jakobus den Älteren hin.

Baudenkmäler

Infrastruktur

In der Gemeinde gibt einschließlich der Landwirtschaft insgesamt 220 Arbeitsplätze. Die Anzahl der Vollerwerbslandwirte ist gering, jedoch gibt es noch eine größere Zahl an Zu- und Nebenerwerbslandwirten. Das Klima auf dem Fränkischen Jura ist relativ kühl, die steinigen Böden sind wenig ertragreich und die Niederschläge gering.

Die meisten Berufstätigen pendeln nach Bamberg, Scheßlitz und Heiligenstadt.

Verkehr

Die Bundesautobahn 70 ist sieben Kilometer von Königsfeld entfernt. Durch Treunitz führt die Bundesstraße 22, die von Bamberg nach Bayreuth führt.

Es gibt tägliche Busverbindungen nach Bamberg und zurück. Im 19. Jahrhundert wehrten sich die Bauern gegen eine Bahnlinie von Scheßlitz nach Bayreuth, sodass die Gemeinde keinen Bahnanschluss bekam.

Schule

Von ehemals drei Grundschulen auf dem Gebiet der Gemeinde (Königsfeld, Poxdorf und Treunitz) ist nur noch die Grundschule Königsfeld übrig geblieben, die auch von Kindern aus Drosendorf an der Aufseß besucht wird. Weiterführende Schule für die meisten Kinder ist die Gesamtschule Hollfeld. Auf Grund der geringen Anzahl von Schülerinnen und Schülern (75) ist der Bestand der Schule nicht gesichert, sodass eine Kombiklasse geplant ist.

Kindergarten

Die katholische Kirchengemeinde betreibt den Kindergarten St. Jakobus in Königsfeld, der ab Sommer 2009 auch eine Kinderkrippe mit zwölf Plätzen besitzt.

Brauereien

Auf dem Gebiet der Gemeinde gibt es nur noch die Brauerei Grasser in Huppendorf, die mit einem Ausstoß von etwa 12.000 Hektolitern pro Jahr zu den größten im Landkreis Bamberg zählt. Bis 1975 braute die Brauerei Thein, bis 1971 die Brauerei zur Post, beide in Königsfeld, und bis 1964 die Brauerei Dorsch in Poxdorf. In der Gemeinde gibt es zehn Gasthöfe, davon im Ortsteil Königsfeld vier.

Vereine

In der Gemeinde gibt es 19 Vereine. Dazu gehören die Blaskapelle, der Gesangsverein, der Fränkische-Schweiz-Verein, die DJK Königsfeld und zwei Schützenvereine. Jeder Ortsteil hat eine eigene Freiwillige Feuerwehr.

Pfarrgemeinde Königsfeld

Geschichte

Schon von 1340 bis 1350 war Königsfeld eine eigenständige Pfarrei des Bistums Würzburg und hatte deshalb den Bistumsheiligen von Würzburg, Kilian, als Kirchenpatron. Die Wehrmauern der katholischen Wehrkirche St. Jakobus und Katharina sind teilweise noch erhalten. Heute gehört die katholische Pfarrgemeinde Königsfeld zum Bistum Bamberg und zum Dekanat Hallstadt/Scheßlitz.

Kirchen

Zur Pfarrgemeinde Königsfeld gehören neben der Pfarrkirche die folgenden Filialkirchen bzw. Kapellen:

Bild Ort Patrozinium Kirchweih
Königsfeld Jakobus und Katharina 25. Juli und 25. November
Hohenpölz Laurentius und Heinrich 10. August und 15. Juli
Laibarös Maria Königin des Friedens Sonntag nach dem 1. Mai
Poxdorf Peter und Paul 29. Juni
Treunitz Sebastian 20. Januar

Daneben gibt es noch eine Anzahl kleinerer Kapellen:

Königsfeld Königsfeld Königsfeld Huppendorf Voitmannsdorf Kotzendorf Hohenpölz

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111101/204008&attr=OBJ&val=1120
  3. Fränkischer Tag, 1. April 2009
  4. Johannes Neumann: Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803: Voraussetzungen und Folgen (PDF-Datei; 179 kB)
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 452

Literatur

Weblinks

 Commons: Königsfeld (Upper Franconia)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Königsfeld (Oberfranken) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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