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Jules Jacot-Guillarmod


Jules Jacot-Guillarmod (* 24. Dezember 1868 in La Chaux-de-Fonds; † 5. Juni 1925 auf einem Schiff im Golf von Aden, Jemen) war ein Schweizer Arzt, Alpinist, Expeditionsbergsteiger, Autor und Fotograf.

Leben

Jules Jacot-Guillarmod wuchs in La Chaux-de-Fonds und Saint-Blaise NE auf als Sohn des Tiermalers Jules Guillarmod und der Adèle Emma, geborene Courvoiser. Er studierte Medizin in Zürich und Lausanne. Ab 1889 begann er mit Bergsteigen und Fotografieren. Ab 1898 Arzt tätig, u. a. in Corsier GE, ab 1912 Direktor der psychiatrischen Klinik in Prilly. Der 1907 geschlossenen Ehe mit Madeleine Bovet entsprossen drei Töchter.

Als Expeditionsarzt nahm er 1902 an einer vom Briten Oscar Eckenstein geleiteten Karakorum-Expedition teil, zusammen mit Aleister Crowley, Guy Knowles und den Österreichern Heinrich Pfannl und Viktor Wesseley. Beim Versuch der Besteigung des K2 erreichte er mit Wesseley am Nordostgrat eine Höhe von ca. 6700 m, zu diesem Zeitpunkt ein neuer Höhenweltrekord.

Er organisierte 1905 eine eigene Himalaya-Expedition mit dem Versuch der Besteigung des Kangchendzönga, mit dabei u. a. Aleister Crowley. Alexis A. Pache aus Morges und drei Sherpas starben bei einem Unfall in einer Lawine.[1]

Zusammen mit dem Neuenburger Ethnologen George Montandon nahm er 1919 an einer Mission des Internationalen Roten Kreuzes IKRK teil, um nach Sibirien deportierte Kriegsgefangene zu versorgen und ihre Repatriierung abzuklären. Vom Fürsten von Monaco wurde er mit dem Orden des heiligen Karl ausgezeichnet.

Er war Mitglied vieler alpinistischer Vereinigungen, u. a. des Schweizer Alpen-Club, des Club Alpin Français, des Akademischen Alpenclubs Zürich, der Groupe de Haute Montagne und Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Geographie, hielt unzählige Vorträge und kämpfte gegen Bahnprojekte auf die Jungfrau, Matterhorn und Diablerets. Sein fotografischer Nachlass wird im Musée de l’Elysée in Lausanne aufbewahrt.

Am Internationalen Geografenkongress in Kairo ernannte ihn König Fuad I. von Ägypten zum Grand Officer de l’Ordre du Nil.

1925 brach er allein zu einer Afrikadurchquerung von Norden nach Süden auf, musste dieses Vorhaben jedoch wegen einer Erkrankung bereits am Victoriasee abbrechen. Er starb auf einem französischen Postschiff im Golf von Aden am 5. Juni 1925 und wurde in der Hafenstadt Aden begraben.[2]

Fotografischer Nachlass

Rund 1.600 Stereo-Glasplatten von den vier Forschungsreisen bilden den aussergewöhnlichen Grundstein des Fotobestands. Jules Jacot-Guillarmod hat Länder und Landschaften unsterblich gemacht; eine Serie mit dem Titel «Europe» umfasst knapp 2.700 Ansichten: Exkursionen in die Berge (Frankreich und Schweiz), militärische Szenen, Reisen in der Schweiz und Ansichten des Kantons Neuchâtel sowie Aufnahmen der Familie. 100 Glasplatten betreffen seine Hochzeitsreise, die er 1907 nach Konstantinopel unternahm. Zum Bestand gehören auch 120 Autochromplatten mit Schweizer Sujets.

Alle diese Platten werden zurzeit digitalisiert. Hierbei sind seine persönlichen Tagebücher (ca. 6.000 Seiten) eine große Hilfe, die in der Bibliothek der Stadt La Chaux-de-Fonds aufbewahrt werden.

Werke

  • Journal du 1er janvier 1886 au 27 mai 1925, 74 carnets; Fonds Jacot-Guillarmod, Bibliothèque de la ville de La Chaux-de-Fonds .
  • Nouvel an à la cabane Fridolin, L'Écho des Alpes, 1895, p. 117-131
  • Au Mont-Blanc, L'Écho des Alpes, 1897, p. 249-268
  • Autour de Chanrion, Patrie suisse, n°4, 1897, p. 279-281
  • La pellotine chez les aliénés, Thèse de doctorat de Jules Jacot-Guillarmod, Lausanne, 1897
  • Album des cabanes du Club Alpin Suisse, Berne, Schmidt & Francke, 1898
  • Dans les Alpes de la Suisse primitive, L'Écho des Alpes, 1896, p. 211-217 et 335-345
  • Dans l'Himalaya, Suisse libérale, 1902, numéros 107 (9 mai), 108 (10 mai), 121 (26 mai), 122 (27 mai), 158 (8 juillet), 159 (9 juillet), 166 (17 juillet), 167 (18 juillet), 184 (7 août), 209 (5 septembre), 210 (6 septembre), 219 (17 septembre), 220 (18 septembre)
  • Un record dans l'Himalaya, Jahrbuch des Schweizer Alpen Club, n°38, 1902-1903, p. 212-227
  • Six mois dans l'Himalaya, le Karakorum et l'Hindu-Kush: voyages et explorations aux plus hautes montagnes du monde, Neuchâtel, W. Sandoz, 1904
  • Vers le Kangchinjunga (8585m), Himalaya népalais, Jahrbuch des Schweizer Alpen Club, n°41, 1905-1906, p. 190-205
  • Au Mönch (4105m) par l'arrête nord-ouest, Jahrbuch des Schweizer Alpen Club, n°43, 1907-1908, p. 364-371
  • Crampons et piolets, Jahrbuch des Schweizer Alpen Club, n°45, 1909-1910, p. 344-353
  • Au Kangchinjunga: voyages et explorations dans l'Himalaya du Sikhim et du Népal, L'Écho des Alpes, 1914, p. 389-406
  • À l'assaut des plus hauts sommets du monde, L'Écho des Alpes, 1921, p. 337-350
  • Les grottes des Dentaux, Bulletin de la Société vaudoise des sciences naturelles, n°203, 1921, p. 193-204
  • Les résultats de l'expédition de l'Everest en 1921, L'Écho des Alpes, 1922, p. 117-120
  • Esquisses topographiques du Chogori ou K2 et du Kangchinjunga (Himalaya), Bulletin de la Société neuchâteloise de Géographie, vol. XXXIV, Neuchâtel, 1925, p. 34-37.

Literatur

  • Aymon Baud, La haute Asie telle qu'ils l'ont vue. Explorateurs et scientifiques de 1820 à 1940, 2003.
  • Charlie Buffet, La folie du K2, 2004.
  • Charlie Buffet, Jules Jacot-Guillarmod Pionnier am K2. Entdecker und Fotograph im Himalaya, 1902-1905, 2012.
  • Marcel Kurz, Fremde Berge, ferne Ziele. Das Werk schweizerischer Forscher und Bergsteiger im Ausland, 1948.
  • Louis Seylaz, Jules Jacot Guillarmod, in: Les alpinistes célèbres, Henri de Segogne und Jean Couzy, 1956, S.123-135.
  • Georges Terrier, Jules Jacot Guillarmod, médecin, alpiniste et grand voyageur (1868-1925), in: Biographies neuchâteloises tome 4 (1900-1950), Michel Schlup, 2005, S.149-153.
  • Steve Swenson, Mountain Profile: K2, the Mountaineers' Mountain, Alpinist, 37, 2011-2012, S.42-46.

Einzelnachweise

  1. Charlie Buffet: Jules Jacot Guillarmod. Pionier am K2. Entdecker und Fotograf im Himalaya 1902–1905. AS Verlag, Zürich 2012.
  2. Urban Schertenleib im „Historischen Lexikon der Schweiz“

Weblinks


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Jules Jacot-Guillarmod (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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