Jugendwohlfahrtsgesetz (Deutschland) - LinkFang.de





Jugendwohlfahrtsgesetz (Deutschland)


Basisdaten
Titel: Gesetz für Jugendwohlfahrt
Kurztitel: Jugendwohlfahrtsgesetz (nicht amtlich)
Früherer Titel: Reichsgesetz für Jugendwohlfahrt
Abkürzung: JWG
Art: Bundesgesetz
Geltungsbereich: Bundesrepublik Deutschland
Rechtsmaterie: Besonderes Verwaltungsrecht, Jugendrecht
Fundstellennachweis: 2162-1 a. F.
Ursprüngliche Fassung vom: 9. Juli 1922
(RGBl. I S. 633)
Inkrafttreten am: 1. April 1924
Neubekanntmachung vom: 25. April 1977
(BGBl. I S. 633 , ber. S. 795 )
Letzte Änderung durch: Art. 6 § 8 G vom 25. Juli 1986
(BGBl. I S. 1142, 1154 )
Inkrafttreten der
letzten Änderung:
1. September 1986
(Art. 7 § 2 G vom 25. Juli 1986)
Außerkrafttreten: 1. Januar 1991
(Art. 24 Nr. 1 G vom 26. Juni 1990,
BGBl. I S. 1163, 1195 )
Bitte den Hinweis zur geltenden Gesetzesfassung beachten.

Das Gesetz für Jugendwohlfahrt (JWG), gelegentlich auch Jugendwohlfahrtsgesetz genannt, regelte von 1961 bis 1990 die Jugendhilfe in Deutschland.

Es entstand 1922/24 als Reichsgesetz für Jugendwohlfahrt und wurde 1961 in Gesetz für Jugendwohlfahrt umbenannt. Am 1. Januar 1991 wurde es durch das Kinder- und Jugendhilfegesetz im SGB VIII abgelöst.

Geschichte

Bereits bei der Erarbeitung des Bürgerlichen Gesetzbuches Ende des 19. Jahrhunderts wurden unter anderem vom Juristen Alexander Achilles Vorstellungen geäußert, ein eigenes Jugendwohlfahrtsgesetz zu verabschieden. Aber erst in der Weimarer Republik sollten diese Ideen umgesetzt werden. Das erste deutschlandweit gültige Sammelgesetz zur Jugendwohlfahrt wurde 1922 vom Reichstag als Reichsgesetz für Jugendwohlfahrt verabschiedet und trat am 1. April 1924 in Kraft. Allerdings war dieses Gesetz in vielen seiner Kernbereiche noch stark polizei- und ordnungsrechtlich orientiert. Durch die angespannte politische Situation Ende der Weimarer Republik, in der die Regierung nahezu ununterbrochen mit Notstandsgesetzen regierte, gestaltete sich die konkrete Umsetzung sehr zögerlich bzw. wurde gestoppt.

In der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 wurden die vom Reichsgesetz für Jugendwohlfahrt geschaffenen Einrichtungen und Institutionen gleichgeschaltet und das Gesetz in seinem wohlfahrtspolitischen Ansatz kaum angewendet. Die Organisation des Jugendamtes wurde 1939 durch ein Gesetz dahingehend geändert, dass statt der kollegialen Leitung die Geschäftsführung dem Bürgermeister bzw. Landrat übertragen wurde. Das Jugendamt kontrollierte und lenkte Familien und Kinder von Geburt an politisch. Säuglinge und Mütter wurden in Lebensbornheimen, Kleinkinder und Mütter von Jugendämtern, heranwachsende Jungen von der Hitler-Jugend (HJ) und heranwachsende Mädchen von Bund Deutscher Mädel (BDM) unter die Kontrolle des Staates gestellt.

Nach 1945 wurde in den westlichen Besatzungszonen und somit von der sich entwickelnden Bundesrepublik das alte Reichsgesetz wieder aufgenommen. Mit der Neubekanntmachung vom 11. August 1961 (BGBl. I S. 1205) wurde es, neben einigen inhaltlichen Änderungen, in Gesetz für Jugendwohlfahrt (JWG) umbenannt.[1] Viele Strukturen und Mechanismen im alten Reichsgesetz, die bis dahin überhaupt nicht umgesetzt wurden, konnten erst dann zum Tragen kommen.

In der sowjetischen Besatzungszone hatte das Jugendwohlfahrtsgesetz nur eine Übergangsrolle. Die Jugendhilfe wurde in der DDR der Volksbildung angegliedert und dafür ein eigenes Jugendgesetzbuch geschaffen.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Gerhard Potrykus: Jugendwohlfahrtsgesetz. Nebst den Ausführungsgesetzen und Ausführungsvorschriften der deutschen Länder. Kommentar. 2. Auflage. C. H. Beck, München 1972, ISBN 3-406-03147-1, Vorwort.
Beachten Sie unsere <a href="/wiki/Rechtshinweise">Rechtshinweise</a>

Kategorien: Historische Rechtsquelle (Deutschland) | Rechtsquelle (Weimarer Republik) | Kinder- und Jugendhilfe

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Jugendwohlfahrtsgesetz (Deutschland) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.