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Jossa (Sinntal)


Jossa
Gemeinde Sinntal
Höhe: 216 m ü. NHN
Fläche: 1,81 km²[1]
Einwohner: 639 (30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 353 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 36391

Jossa ist ein Ortsteil der Gemeinde Sinntal im Main-Kinzig-Kreis in Hessen. Jossa liegt im Naturpark Spessart und ist staatlich anerkannter Erholungsort. Das Dorf hat 750 Einwohner (Stand 20. Oktober 2008) und eine Fläche von 181 ha. Langjähriger Ortsvorsteher war Günter Walther (von 1997 bis 2016). Nachfolger wurde am 26. April 2016 sein Sohn Stefan Walther.

Geographie

Der Fluss Jossa, der im Spessart in Lettgenbrunn entspringt, mündet östlich des Dorfes in die Sinn. In diesem Bereich liegt auch das Naturschutzgebiet „Schachblumenwiesen“ in der die geschützte Schachblume (Fritillaria meleagris) gedeiht. Das Tal der Sinn bildet hier die Grenze zwischen den Mittelgebirgen Spessart und Rhön. Die südliche Gemarkungsgrenze von Jossa ist gleichzeitig die Grenze zwischen den Bundesländern Hessen und Bayern (Unterfranken).

Das Ortsbild ist durch ein großes Eisenbahn-Viadukt der alten Nord-Süd-Strecke FuldaWürzburg geprägt. Zum Teil verkehren auch Güterzüge der Relation FrankfurtWürzburg über Jossa.

Geschichte

1698 wurde urkundlich in der Gegend des heutigen Ortes erstmals ein Joßmüller genannt, der zunächst eine Getreidemühle, später auch eine Holzschneidemühle an der Jossa besaß. Sein Wohnhaus war wohl das erste Haus in Jossa. Das eigentliche Dorf wurde in den Jahren 1725 bis 1730 von Einwohnern von Breunings und Burgjoß angelegt und bereits 1734 als Jossa genannt.

Pfarrlich gehörte Jossa zur Pfarrei Neuengronau, wo der Ort ab 1760 einzeln geführt wird. Zuständig war die Kirche in Altengronau, wo auch die zuständige Volksschule gelegen war. Bald hatte Jossa eine eigene Schule, die dann im Jahr 1847 durch ein neues Schulgebäude ersetzt wurde. Weil man über keine eigene Kirche verfügte, war in diesem Gebäude auch ein kleiner Betsaal untergebracht. Auf dem Gebäude befand sich auch ein kleiner Glockenturm mit Glocke.

Im Jahr 1895 löste sich Jossa von der Kirchengemeinde Neuengronau und schloss sich als Filialgemeinde der Kirchengemeinde Marjoß an. 1909 wurde mit dem Bau einer eigenen Kirche begonnen, die 1910 eingeweiht wurde. Durch den Anstieg der Einwohnerzahlen musste ein Schulneubau mit zwei Klassenräumen errichtet werden, der im vorletzten Kriegsjahr 1944 bezogen werden konnte. Seit 2013 ist die Schule in Jossa geschlossen. Die Grundschüler besuchen die Hans-Elm-Schule in Altengronau. 1952 wurde gegenüber dem Hauptgebäude noch ein dritter Schulsaal errichtet, der mittlerweile als Schulungsraum in das Feuerwehrhaus des Ortes integriert ist. Die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes wurde besonders Ende des 19. und die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts günstig beeinflusst durch den Eisenbahnbau Gemünden–Fulda und Jossa–Bad Brückenau-Wildflecken. Auch die ersten Feriengäste kamen in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit der Eisenbahn nach Jossa, zumal hier auch Schnellzüge hielten.[2]

Am 1. Juli 1974 wurde Jossa in die Gemeinde Sinntal eingegliedert.[3]

Verkehr

Öffentlicher Verkehr

Der Bahnhof Jossa liegt an der Bahnstrecke Flieden–Gemünden. Hier verkehren Regionalzüge der Relation Schlüchtern–Würzburg–Bamberg, von denen einige auch in Jossa beginnen bzw. enden. Vom Bahnhof zweigte außerdem die Sinntalbahn nach Bad Brückenau und weiter nach Wildflecken ab, auf der der Gesamtverkehr seit 31. März 2005 eingestellt ist. Die Strecke ist seither auch offiziell stillgelegt. Es besteht jedoch eine Linienbusverbindung. Die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg führt östlich an der Gemarkung Jossa weitgehend im Tunnel Altengronauer Forst vorbei.

Individualverkehr

Der Ort ist von den Autobahnanschlussstellen der A 66 (Bad Soden-Salmünster beziehungsweise Steinau) und der A 7 (Bad Brückenau) nur etwas mehr als 20 km entfernt.

Tourismus

Der im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ mehrfach ausgezeichnete Ort besitzt zehn Rundwanderwege unterschiedlicher Länge. Der 25 km lange Kulturradweg „Perlen der Jossa“ führt von Jossa in den Spessart nach Villbach. Anschluss besteht durch den Fernradweg R2 durch das Tal der Sinn sowohl nach Mainfranken als auch in die Rhön. Weitere Anlagen sind:

  • Freizeitanlage in der Talaue mit Kneipp-Anlage,
  • Spielplatz und Sportplatz mit Trainings- und Hauptfeld
  • vielseitig nutzbare Spielfläche (im Winter als Eisfläche hergerichtet)
  • Angelmöglichkeiten und Beobachtung der hier ansässigen Biber
  • Grillplatz mit Schutzhütte
  • Wellness-Oase in einem ortsansässigen Hotel

Vereine und Veranstaltungen

  • Jährliche Theateraufführungen der Laienspielgruppe in der Mehrzweckhalle
  • Chorkonzert mit Gastchören
  • Weihnachtsmarkt mit Bläserchor, Chorgesang und Weihnachtsspielen der Kinder

Schulen

  • Hans-Elm-Schule im 2 km entfernten Nachbarort Sinntal-Altengronau (Grund-, Haupt- und Realschule)
  • Gymnasium und Fachschulen in Schlüchtern (23 km – mit dem öffentlichen Nahverkehr gut erreichbar)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 „Einwohner, Daten und Anfahrt“ im Internetauftritt der Gemeinde Sinntal , abgerufen im April 2016.
  2. Gemeinde Sinntal mit Ortsteilen (pdf)
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 377.

Kategorien: Staatlich anerkannter Erholungsort in Hessen | Ort im Main-Kinzig-Kreis | Ehemalige Gemeinde (Main-Kinzig-Kreis) | Sinntal

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Jossa (Sinntal) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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