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Joseph Benedikt von Rost


Joseph Benedikt von Rost (* 17. Februar 1696 in Vils, Tirol; † 12. November 1754 in Chur) war römisch-katholischer Bischof des Bistums Chur.

Leben

Joseph Benedikt von Rost war Sohn des Ehepaares Maria Jakobea Felizitas Schütz von Burschitz und Johann Anton Freiherr von Rost, kaiserlicher Regierungsrat, Pfleger von Vils, der als Kaiserlicher Gesandter bei den Drei Bünden auf Schloss Rhäzüns residierte. Joseph Benedikt studierte Philosophie und Theologie an den Universitäten Wien und Dillingen an der Donau. Sein jüngerer Bruder Leopold von Rost (1704–1750) war von 1745 bis 1750 Benediktinerabt im Kloster St. Mang in Füssen.[1]

Joseph Benedikt von Rost wurde am 25. Juni 1720 zum Priester geweiht, zuvor wurde er 1713 Domsextar, 1716 Domkustos und 1723 Domscholaster. Bischof Ulrich VII. von Federspiel ernannte ihn 1725 zu seinem Generalvikar. Der Gotteshausbund hatte 1728 wieder soviel Einfluss, das er den bereits bei der letzten Wahl 1692 unterlegenen Franz Rudolf von Salis-Zizers, inzwischen Abt von Hl. Kreuz in Muren (Ungarn), als neuen Bischof vorschlug. Das Domkapitel unter Vorsitz des Apostolischen Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Domenico Silvio Passionei, wählte mit elf zu acht Stimmen Joseph Benedikt von Rost zum neuen Bischof von Chur. Wieder gab es Proteste des Unterlegenen, Papst Benedikt XIII. kassierte die Wahl des Kapitels und ernannte, Kraft seiner Vollmacht, am 23. März 1729 Joseph Benedikt von Rost zum Bischof von Chur. Konsekriert wurde er am 9. Juni 1729 in der Cattedrale San Vigilio, dem Dom zu Trient, durch den Bischof von Trient Anton Dominikus von Wolkenstein-Trostburg.[2] Am 3. März 1731 erhielt er von Kaiser Karl VI. die Reichsregalien. Er war nun geistlicher Reichsfürst des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation.

Bischof Joseph Benedikt von Rost führte die von seinem Vorgänger Bischof Ulrich von Federspiel begonnenen Verhandlungen mit Kaiser Karl VI. über den Verkauf der bischöflichen Hoheitsrechte im Val Müstair zu Ende. Dieses führte wiederum zu Spannungen mit den Drei Bünden und den Münstertalern, was zur Folge hatte, dass der Gotteshausbund den Bischof erst 1733 anerkannte. In mühevollen Nachverhandlungen konnten sich die Münstertaler ratenweise loskaufen, sodass dieses Rechtsgeschäft erst 1762 zu Ende gebracht werden konnte. Der Bischof garantierte, sich für die im Vertragstext festgeschriebene Wahrung des katholischen Glaubens im Tal einzusetzen.

Auch das Verhältnis zu Stadt Chur blieb gespannt. Einem aus dem Gefängnis geflohenen Dieb gewährte der Bischof Kirchenasyl. Die Stadt reagierte mit dem Bau des Brillentors vor dem Torturm (Eingang zur bischöflichen Residenz), um so den Zugang zum Hof kontrollieren zu können. Der Abbruch des Billentors erfolgte erst 1854 nach Eingliederung des Hofbezirks in die Stadt Chur.

Der Bischof visitierte regelmäßig sein Bistum; nur von der Vorarlberger Regierung wurde er mehr als zwölf Jahre hingehalten. Auf den Einwand der Kosten für eine Pastoralreise reagierte der Bischof ungehalten, dieser Aufwand, den er so gering wie möglich hielt, wurden von der Kirche, dem Klerus und nicht vom Volk getragen. 1743 konnte er dann auch in Vorarlberg visitieren. 1747 erließ er strenge Regeln für die Verwaltung des Bistums (Residenzpflicht für Geistliche, Rechnungslegung der Ortskirchen, bischöfliche Konsistorien) und es erfolgten 1731/32 die Neuausgabe des Proprium Curiense und des Rituale Curiense.

Bischof Josef Benedikt von Rost ließ die bischöfliche Residenz renovieren und das Hauptgebäude im Stil des Rokoko umgestalten. 1739 hat er eine Stiftung für die Schule in Vils mit einem Kapital von 2000 Gulden „zur Erhaltung einer ewigen Schuhl und eines ständigen Schuhlmaisters zu Vils“ ins Leben gerufen.[3]

Er starb 58-jährig und wurde in der Grablege der Bischöfe im südlichen Seitenschiff der Kathedrale „Mariä Himmelfahrt“ in Chur beigesetzt.[4]

Bischofswappen

Der Wappenschild des Bischofs viergeteilt zeigt in Feld 1 und 4 auf weiß/silbernem Grund einen schwarzen Alpensteinbock, rechts/links gestellt, das Wappen des Fürstbistums Chur (Gotteshausbund); in Feld 2 und 3 das Familienwappen von Rost ebenfalls rechts/links gestellt. Mitra, Bischofsstab und Schwert, die Insignien geistlicher und weltlicher Macht, umrahmen den Wappenschild.

Literatur

Weblinks

 Commons: Joseph Benedikt von Rost  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 20. Oktober 2011
  2. Die Bischöfe der Deutschsprachigen Länder
  3. Josef Benedikt Freiherr von Rost – Stifter der Stadtschule Vils
  4. Albert Fischer – Joseph Benedikt von Rost 1729–1754
VorgängerAmtNachfolger
Ulrich VII. Freiherr von FederspielBischof von Chur
1729–1754
Johannes Baptist Anton Freiherr von Federspiel


Kategorien: Person (Alpenrheintal) | Bischof von Chur | Geboren 1696 | Gestorben 1754 | Römisch-katholischer Bischof (18. Jahrhundert) | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph Benedikt von Rost (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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