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Josef Cap


Josef Cap ([ʧap], * 4. Jänner 1952 in Wien) ist ein österreichischer Politiker (SPÖ) und Nationalratsabgeordneter. Cap war außerdem von 2007 bis 2013 Klubobmann der SPÖ im Nationalrat.

Leben

Cap absolvierte die Volksschule und das Gymnasium bei den Piaristen. Er begann zunächst ein Studium der Rechtswissenschaften, wechselte danach auf Politikwissenschaft, wobei er 1988 mit einer Dissertation über die sozialdemokratische Identität zwischen 1978 und 1988 zum Dr. phil. promovierte.

1978 bis 1984 war er Vorsitzender der Sozialistischen Jugend. 1982 initiierte er innerhalb der SPÖ eine „rot-grüne Plattform“, die auf heftige Kritik des Parteivorstandes stieß. Im Mai 1982 wurde Cap in den Parteivorstand der SPÖ gewählt und zog 1983 nach einem Vorzugsstimmenwahlkampf (62.457 Stimmen) als Abgeordneter in das Parlament ein, dem er seither angehört.[1]

Von 1988 bis 1993 war er Zentralsekretär der SPÖ, von 1993–1995 SPÖ-Bundesgeschäftsführer, seit 1994 ist er Vorsitzender der SPÖ-Bezirksorganisation Hernals.[2] Nach zwölf Jahren im Amt des Klubobmanns der SPÖ im Nationalrat trat er nach der Wahl 2013 wieder in den Hintergrund.[1]

Josef Cap veröffentlichte 2012 zwei weitere Publikationen. Zum einen eine Zusammenstellung ausgewählter Parlamentsreden und zum anderen eine Sammlung von Artikeln und Kommentaren. Vor dem Hintergrund großer Veränderungen wird der Auf- und Abstieg des Rechtspopulismus Haider‘scher Prägung und deren politische Nachwehen in der Großen Koalition dargestellt.

Nach der Nationalratswahl 2013 wurde Cap nach zwölfjähriger Tätigkeit von Andreas Schieder als Klubobmann der SPÖ abgelöst. Er blieb Abgeordneter zum Nationalrat und ist seit 1. Januar 2014 geschäftsführender Präsident des Renner-Instituts, der Parteiakademie der Sozialdemokratie. In der Zeitung Falter wurde kritisiert, diese Funktion wäre für Cap neu geschaffen und mit 6000 Euro Bruttogehalt dotiert worden, damit Cap gegenüber seiner bisherigen Tätigkeit als Klubobmann keine Gehaltseinbußen entstünden. SPÖ-Politiker wie Max Lercher, SJ-Obmann Wolfgang Moitzi und der Vorarlberger SPÖ-Chef Michael Ritsch kritisierten diese Postenbesetzung vehement. Ritsch sprach von einer „verheerenden Optik“.[3][4] Josef Cap entgegnete, er kehre nach zwölf Jahren als Klubvorsitzender, eine Funktion, in der im Übrigen ein zusätzliches Einkommen gesetzlich nicht zulässig ist, in seinen ursprünglichen Beruf zurück. Früher habe er die Zukunftswerkstatt der SPÖ geleitet, jetzt arbeite er im Renner-Institut, weil es sinnvoll sei, die Bildungstätigkeit wieder auszuüben, der er vorher nachgegangen sei.[5] Schwerpunkt seiner Arbeit im Rahmen des Renner-Instituts sei der Parteiprogrammprozess, dessen Ziel die Ausarbeitung eines neuen Grundsatzprogramms für die SPÖ sei. Ritsch stimmte gegen die Bestellung von Cap, sagte aber über diesen, er sei „natürlich ein Profi“, und das überzeuge ihn auch davon, „dass er den Job ordentlich macht“.[6] Gemäß der Bestimmungen des Unvereinbarkeits- und Transparenzgesetzes für oberste Organe, wonach die Höhe ihrer durchschnittlichen monatlichen Bruttobezüge offenzulegen ist, fällt der Nebenverdienst von Cap für das Jahr 2014 in die dritte von insgesamt fünf Kategorien für Abgeordnete des Nationalrats.[7]

Als Abgeordneter ist Josef Cap in der Legislaturperiode bis 2018 Mitglied in folgenden Ausschüssen: Außenpolitischer Ausschuss, Geschäftsordnungsausschuss, Hauptausschuss, Ständiger Unterausschuss des Hauptausschusses, Ständiger Unterausschuss in Angelegenheiten der Europäischen Union, Ständiger Unterausschuss in ESM-Angelegenheiten, Verfassungsausschuss, Kulturausschuss und Wissenschaftsausschuss.[8]

Seine große Passion abseits der Politik ist das Marathonlaufen.

Publikationen

  • Sozialdemokratie im Wandel. Wien 1989, ISBN 3-224-17615-6.
  • Rote Markierungen für das 21. Jahrhundert. Heinz Fischer und Josef Cap, Wien 1998, ISBN 3-85409-153-2.
  • Kamele können nicht fliegen – von den Grenzen politischer Inszenierung. Wien 2005, ISBN 3-85485-148-0.
  • Auszüge ausgewählter Parlamentsreden 1983 bis 2008, Wien 2012 [1]
  • Artikel und Kommentare 1983–2008, Wien 2012 [2]

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Josef Cap – Der Klubchef muss zum zweiten Mal in die zweite Reihe. In: Format.at, 27. Oktober 2013.
  2. SPÖ Hernals: Dr. Josef Cap
  3. http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/1473989/Verheerende-Optik_Rote-Kritik-an-CapGage?from=gl.home_politik
  4. http://www.oe24.at/oesterreich/politik/daniel/Neuer-SP-Job-fuer-Cap-damit-er-14-000Euro-verdient/121281953
  5. http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/1473223/Cap_SPO-fehlt-ein-zeitgemaesses-Programm
  6. http://derstandard.at/1385169235135/Zwei-Stimmen-gegen-Caps-Bestellung-ins-Renner-Institut
  7. http://www.parlament.gv.at/POOL/SWBRETT/ZUSD/BezBegrBVGPar9-NR.pdf
  8. http://www.parlament.gv.at/WWER/PAD_00178/index.shtml#tab-Ausschuesse
  9. 9,0 9,1 9,2 Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)

Weblinks

 Commons: Josef Cap  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Kategorien: Mitglied der Sozialistischen Jugend Österreich | Absolvent der Universität Wien | Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich | Abgeordneter zum Nationalrat (Österreich) | Geboren 1952 | SPÖ-Mitglied | Österreicher | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Josef Cap (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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