John T. Draper - LinkFang.de





John T. Draper


John Thomas Draper alias Captain Crunch (* 1944) ist ein US-amerikanischer Hacker und Software-Entwickler. Von ihm stammt die Implementation der Programmiersprache Forth sowie die erste Textverarbeitung für Apple-Computer, „Easywriter“. In den 1970er Jahren beschäftigte sich Draper mit dem Hacking und war damit ein Pionier des Umgehens von technischen Sperren. Er machte das Phone-Phreaking mit Hilfe der Bluebox bekannt, womit man zu analogen Telefonzeiten kostenlos telefonieren konnte, und kam dafür ins Gefängnis. Draper war Mitglied des Homebrew Computer Clubs.

Leben

John Draper studierte Ingenieurwesen und beschäftigte sich in seiner Freizeit mit Funkgeräten. In den 1960er Jahren arbeitete er als Techniker für die US-Luftwaffe.

Den Spitznamen Captain Crunch gab sich Draper nach einer in den USA bekannten Frühstücksflocken-Marke namens Cap’n Crunch. Den Packungen lag während einer Werbeaktion eine Spielzeug-Flöte bei, die zwei Töne erzeugen konnte. Einer davon hatte die Frequenz 2600 Hertz (In der Musik bezeichnet als e’’’’). Pfiff man diesen Ton in den Telefonhörer, war man – mit zwei zusätzlichen Codes – in der Lage, in der analogen Telefonwelt der 1970er Jahre weltweit kostenlose Telefonate zu führen; damals liefen die Signalisierungsdaten (also wer wohin telefoniert) und das Gesprochene auf derselben Leitung (Inband-Signalisierung). Später trennten die Telefongesellschaften die Signale (Outband-Signalisierung), sodass diese Manipulation nicht mehr möglich war. Draper hatte seine Tipps zum Phreaking von einem Schüler in Kalifornien erhalten, mit dem er beim Test eines Piratenradiosenders in Verbindung kam.

Der blinde junge Mann Joe Engressia alias Joybubbles hatte die Besonderheiten der Telefonfrequenzen entdeckt. Er konnte die benötigten 2600 Hertz ohne Flöte mit dem Mund pfeifen.[1] Draper machte diesen Hack populär. Mit Hilfe von Freunden gelang es ihm, die Methoden des Telefon-Phreakings weiterzuentwickeln: Sie nahmen 2600 Hz auf Tonband auf und konnten so jedes Telefon „manipulieren“ (Blue Boxing). Das Verfahren nutzte eine Schwäche des Doppeltonmehrfrequenz-Systems (DTMF; engl.: Dual Tone Multi-Frequency) aus. Während Draper das weltweite kostenlose Telefonat als technisches Phänomen betrachtete und darüber publizierte, nutzten Kriminelle die Technik der Bluebox rasch für eigene Zwecke aus.

Draper leitete oft eigene Telefongespräche über sieben Länder um die ganze Welt wieder zu sich selbst um, womit er eine Verzögerung von 20 Sekunden herbeiführte bzw. diese hörbar machte. Selbst die Mafia zeigte Interesse an seinem Wissen. Im Jahre 1971 entdeckten auch die Hippies diverse Möglichkeiten in Verbindung mit dieser Methode des kostenlosen Telefonierens. Ein militanterer Zweig der Hippies, bekannt als Yippies, gründete ein Magazin, das sich Youth International Party Line (YIPL) nannte und dessen Ziel es war, verschiedenste Möglichkeiten des Telefon-Betrugs aufzuzeigen und zu publizieren.

John Draper wurde schließlich 1971 vom FBI verhaftet, da die US-amerikanische Telefongesellschaft AT&T ihn deswegen angezeigt hatte und ein Journalist namens Ron Rosenbaum von der Sache Wind bekam. 1972 wurde Draper zu einer fünfjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Auch später kam Draper mit dem Gesetz in Konflikt: die Zeit von Oktober 1976 bis Februar 1977 verbrachte er im Staatsgefängnis Lompoc, Kalifornien.[2]

In den 1970er Jahren schloss Draper Bekanntschaft mit den späteren Apple-Gründern Steve Jobs und Steve Wozniak. Sie gaben ihm immer wieder Aufträge. So entwickelte er während seiner Haftzeit in Kalifornien das Programm EasyWriter, die erste Textverarbeitung, die mit dem Apple II ausgeliefert wurde. Später portierte Draper das Programm für IBM-PCs. Auch die Programmierumgebung, eine auf den Apple II zugeschnittene Version der Programmiersprache Forth, stammte von ihm selbst.

Literatur

Weblinks

 Commons: John T. Draper  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.robson.org/gary/a-blacklisted1.php
  2. Während der Haft unterrichtete Draper nach eigenen Angaben Mithäftlinge in Sachen Phreaking, also Telefon-Hacking. Er habe dabei auch den Funkverkehr der Wärter abgehört. Siehe Captain Crunch über sein Vermächtnis, geheime Hotlines vom Weißen Haus und wie man mexikanischen Drogendealern das Phreaken beibringt. In: Interview bei digitalista.de. 22. Februar 2015, abgerufen am 15. März 2015.


Kategorien: Geboren 1944 | US-Amerikaner | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/John T. Draper (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.