Johann von Dalberg - LinkFang.de





Johann von Dalberg


Johann von Dalberg (* 14. August 1455 in Oppenheim; † 27. Juli 1503 in Heidelberg) war Bischof von Worms und von 1480 bis 1482 Kanzler der Universität Heidelberg.[1]

Herkunft und Familie

Er war der Sohn des pfälzischen Hofmarschalls Wolf von Dalberg (1426–1476) und seiner Gattin Gertrud geb. von Greiffenclau zu Vollrads († 1502), Tochter des Friedrich von Greiffenclau zu Vollrads (1401–1462), der 1456, nach einer Wallfahrt ins Heilige Land, Franziskaner wurde.[2] Dessen Schwester Isengart von Greiffenclau zu Vollrads starb 1469, im Kloster Marienberg Boppard, im Ruf der Heiligkeit.[3]

Ritter Friedrich von Dalberg (1459–1506), Bürgermeister von Oppenheim, war ein Bruder des Bischofs, ebenso der dortige Amtmann Wolfgang von Dalberg (1473–1522). Die Schwester Anna heiratete Pleikard von Gemmingen,[4] die Schwestern Apollonia,[5] Guda,[6] Margaretha und Gertrudis[7] lebten als Nonnen im Kloster Marienberg zu Boppard, Apollonia amtierte als Äbtissin.[8]

Ritter Hanns von Dalberg († 1531), Herr der Kropsburg und in Sankt Martin (Pfalz), mit prächtigem Grabmal in der dortigen Martinskirche, war Bischof Dalbergs Cousin. Richard von Greiffenklau zu Vollrads (1467–1531), sein Cousin mütterlicherseits, amtierte als Erzbischof und Kurfürst von Trier.[9] Erzbischof Johann IV. Ludwig von Hagen (1492–1547) wurde geboren als Sohn von Dalbergs Cousine Sophia von Greiffenclau zu Vollrads und ihres Gatten Friedrich II. von Hagen.

Leben

Johann von Dalberg studierte in Erfurt Philosophie und in Pavia Jura. 1480 wurde er Dompropst in Worms und Kanzler der Universität Heidelberg, die er zu hoher Blüte brachte.

Kurfürst Philipp von der Pfalz (regierte 1476–1508) ernannte ihn um Neujahr 1482 zum Kanzler der Kurpfalz und setzte sich dafür ein, dass er am 2. August 1482 zum Bischof von Worms gewählt wurde. Dalberg förderte die humanistischen Bestrebungen und machte Heidelberg und Worms zu den damaligen Mittelpunkten des Humanismus. 1484 lud er den ihm von Pavia her befreundeten Rudolf Agricola nach Heidelberg ein, wo dieser bedeutende Vertreter des nordischen Frühhumanismus in freier Verbindung mit der Universität Reden und Vorträge hielt, und reiste mit ihm 1485 nach Rom. Er stand mit den namhaften Gelehrten seiner Zeit in regem Gedankenaustausch. Johannes Reuchlin und Adolph Occo zählten zu seinem Freundeskreis.[10] 1496 beauftragte Dalberg den Pfarrer Jakob Stoll von Alsheim eine Diözesanvisitation abzuhalten, die im Wormser Synodale niedergeschrieben ist. Er unterstützte nachdrücklich die Reformen der Äbtissin Margaretha von Venningen († 1505), im Kloster Rosenthal.

Ab 1488 ließ er den (nicht mehr existenten) Kreuzgang am Wormser Dom neu erbauen. Im Dominneren befindet sich heute das von ihm für die Marienkapelle des Kreuzgangs gestiftete Relief der Wurzel Jesse, mit seinem Abbild und der Weiheinschrift: „1488. Der vortrefflichsten Maria, Gottesmutter, und ihren ehrwürdigen Ahnen errichtete es Johannes Kämmerer von Dalberg, Bischof, unter dessen Leitung diese Halle und dieser Kreuzgang begonnen wurden.“[11]

Dalberg wurde im Dom zu Worms beigesetzt, die Grabinschrift ist von Johann Friedrich Schannat überliefert.[12]

Denkmal

König Ludwig I. von Bayern zählte Johann von Dalberg zu den großen Persönlichkeiten der deutschen Geschichte und ehrte ihn in seiner „Ruhmeshalle“ Walhalla bei Regensburg mit einer Marmorbüste Arnold Hermann Lossows.

Bischofsstab

Joahann von Dalbergs Bischofsstab gelangte um 1820, als Geschenk des bayerischen Königs Maximilan I. Joseph, an das damals gerade wiedererrichtete Bistum Speyer und befindet sich bis heute im Speyerer Domschatz, der im dortigen Historischen Museum der Pfalz aufbewahrt wird. Dem derzeitigen Bischof Karl-Heinz Wiesemann wurde dieser Stab 2008, bei seiner Amtseinführung überreicht; normalerweise benutzt er einen anderen.[13]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Enzyklopädischer Artikel über Johann von Dalberg Marburger Repertorium zur Übersetzungsliteratur im deutschen Frühhumanismus (Uni Marburg)
  2. Webseite zum Grab der Eltern in der Katharinenkirche Oppenheim (Abschnitt 5)
  3. Webseite zum Epitaph der Isengart von Greiffenclau zu Vollrads
  4. Genealogische Webseite zur Schwester Anna
  5. Webseite zu Apollonia von Dalberg
  6. Webseite zu Guda von Dalberg
  7. Webseite zu Gertrudis von Dalberg
  8. Johann Christian von Stramberg: Denkwürdiger und nützlicher Rheinischer Antiquarius, Teil 2, Band 16, S. 177, Koblenz, 1869; (Digitalscan)
  9. Genealogische Webseite zu Friedrich von Greiffenclau
  10. Hermann Arthur LierOcco. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 24, Duncker & Humblot, Leipzig 1887, S. 126 f.
  11. Webseite zum Wurzel-Jesse-Relief im Wormser Dom
  12. Webseite zur Grabinschrift
  13. Webseite zum Dalberger-Stab im Speyerer Domschatz

Weblinks

 Commons: Johann von Dalberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
VorgängerAmtNachfolger
Reinhard I. von SickingenBischof von Worms
14821503
Reinhard II. von Rippur


Kategorien: Bibliotheksgründer | Walhalla | Person (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg) | Kanzler einer Hochschule | Geboren 1455 | Gestorben 1503 | Person (Oppenheim) | Bischof von Worms | Römisch-katholischer Bischof (15. Jahrhundert) | Deutscher | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Johann von Dalberg (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.