Johann Heinrich von Günther - LinkFang.de





Johann Heinrich von Günther


Johann Heinrich von Günther (* 1736 in Neu-Ruppin; † 22. April 1803) war ein deutscher Husarenoffizier in der altpreußischen Armee. Er war zuletzt Generalleutnant und galt als Meister des Kleinen Krieges.

Leben

Günthers Vater, Feldprediger beim Infanterieregiment „Kronprinz“, war früh gestorben, so dass Johann Heinrich bei seiner verwitweten Mutter in beengten Verhältnissen aufwuchs. Auf ihren Wunsch immatrikulierte er sich 1757 an der Universität Halle für Evangelische Theologie. Mit den befreundeten Kommilitonen Anton Wilhelm von L’Estocq, Johann Georg Scheffner und David von Neumann trat er aber bald in die Preußische Armee, um am Siebenjährigen Krieg teilnehmen zu können.[1] Zunächst beim Commissariat, kämpfte er im Freibataillon Angelelli, im Trümbachschen Freikorps und im Regiment des Generals Friedrich Wilhelm Bauer, dessen Adjutant er wurde. Ausgezeichnet und verwundet, wurde er 1763 im Kürassier-Regiment „Vasold“ zum Stabsrittmeister befördert.

Seit 1773 Major, nahm er auch am Bayerischen Erbfolgekrieg teil. 1783 wurde er als Oberstleutnant zu den (schwarzen) Husaren versetzt. Seit 1785 Oberst, wurde er 1788 von König Friedrich Wilhelm II. zum Chef des Bosniakenregiments ernannt und 1789 zum Generalmajor befördert.

Nach 25 Friedensjahren glänzte Günther 1794 im Preußisch-Polnischen Krieg als „rascher und kühner Reitergeneral“ vom Schlage Zietens.[2] Die Angriffe von Antoni Madaliński auf Südpreußen wurden abgewehrt, die Aufständischen unter General Tadeusz Kościuszko vernichtend geschlagen. Der Niederlage folgte 1795 die Dritte Teilung Polens. Obwohl der organisatorisch begabte Günther erst der drittälteste General des Korps war, ernannte Friedrich Wilhelm ihn zum Befehlshaber aller auf dem linken Weichselufer stehenden Truppen. Mit dem russischen General Alexander Wassiljewitsch Suworow sollte er Warschau besetzen und als Herd des Aufstands ausschalten. Als Praga sich ohne sein Zutun Suworow ergeben hatte, kehrte er mit seinen Bosniaken in die Garnisonen zurück.

Als er von 1794 bis 1796 Militärgouverneur von Neuostpreußen war, wurde er 1795 zum Generalleutnant befördert. Friedrich Wilhelm III. erhob ihn gleich nach seiner Thronbesteigung im November 1797 in den Freiherrnstand. 1799 entspann sich ein Briefwechsel zwischen Günther und dem späteren Bischof Ludwig Ernst von Borowski. Einige Briefe wurden 1836 in den »Preußischen Provinzial-Blättern« (Königsberg 1836) veröffentlicht.[2]

Von seinem Gehalt nahm er für seine Person nur 300 Taler; das Übrige verwendete er zu Gunsten des Offizierkorps und der Armee. In seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg widmet Theodor Fontane Günther ein ganzes Kapitel.[2]

Hermann von Boyen, Günthers Adjutant und Biograf, schrieb:

„Günther zog sich früh aus dem Treiben der Welt und der Gesellschaft zurück. Was ihn zu dieser Zurückgezogenheit bestimmte, ob es schmerzlich zerrissene Lebensverbindungen waren (also unglückliche Liebe, aber nichts von einem Keuschheitsgelübde) mag dahingestellt bleiben.“

Hermann von Boyen

Auszeichnungen

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ernst Moritz Arndt: Wanderungen und Wandlungen mit dem Freiherrn von Stein., 2. Auflage. Langensalza 1930
  2. 2,0 2,1 2,2 Th. Fontane (textlog.de)


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Johann Heinrich von Günther (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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