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Johann Christoph Allmayer-Beck


Johann Christoph (Freiherr von) Allmayer-Beck (* 19. August 1918 in Baden) ist ein österreichischer Militärhistoriker und -schriftsteller. Er gilt als „Doyen der österreichischen Militärhistoriker“.[1] Von 1965 bis 1983 war er Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien sowie Präsident der Österreichischen Kommission für Militärgeschichte.

Leben

Herkunft

Allmayer-Beck ist der Sohn von Max Vladimir Allmayer-Beck (1876–1947), dem adoptierten Neffen des ehemaligen österreichischen Ministerpräsidenten Max Wladimir von Beck (1854–1943).

Er wurde als Freiherr geboren (bis 1919) und legte 1936 die Matura am Kollegium Kalksburg ab.

Militärischer Werdegang

Am 1. September 1936 trat er als Einjährig-Freiwilliger in das Niederösterreichische Leichte Artillerieregiment Nr. 1 (Wien) ein. Ab dem 1. September 1937 besuchte er die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt, am 1. September 1938 wurde er als Oberfähnrich zum Artillerie-Regiment Nr. 21 in Mohrungen (Ostpreußen) versetzt. Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs nahm er in seiner Einheit die Aufgaben eines Regimentsadjutanten und Batteriechefs wahr. Er nahm am Polenfeldzug, Westfeldzug und am Deutsch-Sowjetischen Krieg teil. Im Sommer 1944 diente er unter Oberstleutnant Ulrich de Maizière im Stab der 10. Panzer-Grenadier-Division in Bessarabien. Danach trat Allmayer-Beck als Hauptmann in die Generalstabsausbildung ein. Dazu gehörte die „Waffenschulreise“ zum Überblick über die einzelnen Waffengattungen, welche er im Jänner 1945 antrat. Während dieser Reise wurde Allmayer-Beck im Mai 1945 bei Berchtesgaden von US-Soldaten gefangengenommen.

Archivar und Museumsdirektor

Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft studierte Allmayer-Beck an den Universitäten Innsbruck und Wien Geschichte und Kunstgeschichte, die Promotion zum Dr. phil. erfolgte 1949.[2] Darüber hinaus besuchte er als einer der wenigen Neuzeithistoriker Kurse am Institut für Österreichische Geschichtsforschung.

1950 wurde Allmayer-Beck Archivar im Wiener Kriegsarchiv, 1961 Leiter der Militärwissenschaftlichen Abteilung des Verteidigungsministeriums. Von 1965 bis 1983 amtierte er als Wirklicher Hofrat und Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien, mit einer Dauer von 18 Jahren war er damit der längstdienende Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums in dessen Geschichte. Unter seiner Leitung wurde das Heeresgeschichtliche Museum in weiten Bereichen erneuert. So wurden die bis dahin eher als Trophäenschau („Kult- und Weihestätte“) gestalteten Säle des Museums für die Epochen des 16. und 17. Jahrhunderts sowie die Zeit von 1866 bis 1914 umbebaut und neu präsentiert. Ziel war dabei, über die schlichte Zur-Schau-Stellung der Objekte hinaus, die wissenschaftlich solide Erarbeitung des Themas, dabei aber auch das „Durchkomponieren“ der Säle als „Gesamtkunstwerk“, wie es dem Niveau des Hauses als einem der weltweit bedeutendsten Museen entsprach. Bewusst sah Allmayer-Beck das Museum nicht als Ort der Traditionspflege: „Die Tradition muß draußen gepflegt werden - drinnen muss die Geschichte des österreichischen bzw. kaiserlichen Heeres sichtbar gemacht werden - einschließlich der oft vernachlässigten Elemente von Kultur und Sozialem.“[3]

In den 1970er Jahren belebte er die Österreichische Kommission für Militärgeschichte (Commission Autrichienne d'Histoire Militaire) neu, der er bis 1998 als Präsident vorstand.

Militärhistorische Veröffentlichungen

Sein Werk als Autor hatte wesentlichen Anteil an der Entwicklung der wissenschaftlich fundierten Militärgeschichtsschreibung in Österreich.

In seiner Publikation „Herr Oberleitnant, det lohnt doch nicht!“ Kriegserinnerungen an die Jahre 1938 bis 1945 (2013) legt er im Alter von 95 Jahren seine Erinnerungen als junger Offizier 1938 bis 1945 vor. Dabei nimmt er auch zur aktuellen Geschichtswahrnehmung Stellung, wie ein Rezensent formuliert: „Ihm und den jungen Offizieren zu unterstellen, sie hätten schon während des Krieges die „Verbrechen der Wehrmacht“ erkennen und sich der heutigen „political correctness“ entsprechend verhalten müssen, weist er [darin] als schlichten Unsinn zurück.“[4]

Er war Mitherausgeber (Werner Hahlweg, Charles B. Burdick, Hans Bleckwenn, Dermot Bradley, Othmar Hackl und Walter Schaufelberger) der 1973 begründeten Studien zur Militärgeschichte, Militärwissenschaft und Konfliktsforschung im Biblio Verlag.

Auszeichnungen

Schriften

  • Vogelsang. Vom Feudalismus zur Volksbewegung. Herold Verlag, Wien 1952.
  • Ministerpräsident Baron Beck. Ein Staatsmann des alten Österreich. Verlag für Geschichte u. Politik, Wien 1956.
  • Spectrum Austriae. Herder-Verlag, Wien 1957.
  • Der Konservativismus in Österreich. Isar-Verlag, München 1959.
  • 21. Infanterie-Division. Rußlandfeldzug 1941. Selbstverlag vom Traditionsverband/Kameradenhilfswerk e. V. 21. Infanterie-Division (1. Januar 1960).
  • Imago Austriae. 1963.
  • Unser Heer. 300 Jahre österreichisches Soldatentum in Krieg und Frieden. Verlag Herbert St. Fürlinger, Wien 1963.
  • Schein und Wirklichkeit. Das Burgtheater und die k.u.k. Armee. Ausstellung anläßlich d. Burgtheater-Jubiläums. Wien, 1976.
  • Die kaiserlichen Kriegsvölker. Von Maximilian I. bis Prinz Eugen 1479-1718. München, 1978.
  • Das Heeresgeschichtliche Museum Wien. Das Museum und seine Repräsentationsräume. Kiesel Verlag, Salzburg 1981, ISBN 3-7023-0113-5.
  • Das Heeresgeschichtliche Museum Wien. Saal I - Von den Anfängen des stehenden Heeres bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. Kiesel Verlag, Salzburg 1982, ISBN 3-7023-4007-6.
  • Das Heeresgeschichtliche Museum Wien. Saal II - Das 18. Jahrhundert bis 1790. Kiesel Verlag, Salzburg 1983, ISBN 3-7023-4012-2.
  • Das Heeresgeschichtliche Museum Wien. Saal VI - Die k.(u.)k. Armee von 1867 bis 1914. Wien 1989.
  • Marksteine der Moderne. Österreichs Beitrag zur Kultur- und Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts. Verlag Molden, Wien 1980.
  • Österreich zur See. Österreichischer Bundesverlag, Wien 1980.
  • Das Heer unter dem Doppeladler. Habsburg Armeen 1718-1848. München, 1981. ISBN 3-570-04414-9.
  • Die K. (u.) K. Armee. 1848 - 1914. Verlag Bertelsmann, München 1974, ISBN 3-570-07287-8.
  • Der stumme Reiter. Erzherzog Albrecht, der Feldherr „Gesamt-Österreichs“. Verlag Styria, Graz 1997, ISBN 3-222-12469-8.
  • Die Geschichte der 21. (Ost./westpr.) Infanterie-Division. Schild-Verlag, München 2001, ISBN 388014124X.
  • Militär, Geschichte und politische Bildung. (Hg.: Peter Broucek / Erwin A. Schmidl). Böhlau Verlag, Wien 2003.
  • Vom Gastwirtssohn zum Ministermacher. Anton Beck und seine Brüder. Böhlau Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-205-78181-3.
  • Militärakademie - Kriegsschule - Fahnenjunker-Schule: Wiener Neustadt 1938-1945. Böhlau Verlag, Wien 2010, ISBN 978-3-205-78459-3.
  • „Herr Oberleitnant, det lohnt doch nicht!“ Kriegserinnerungen an die Jahre 1938 bis 1945. Böhlau Verlag, Wien 2013, ISBN 3-205-78891-5.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Strammer Österreicher Rezension von Hans Jochen Pretsch auf faz.net, abgerufen am 11. April 2013
  2. Peter Broucek, Erwin A. Schmidl (Hrsg.): Beck-Allmayer, J. C.: Militär, Geschichte und politische Bildung (aus Anlaß des 85. Geburtstags des Autors), Wien, Köln, Weimar: Böhlau 2003, ISBN 3-205-77117-6, Vorwort der Herausgeber, S. 7-13.
  3. Peter Broucek, Erwin A. Schmidl (Hrsg.): Beck-Allmayer, J. C.: Militär, Geschichte und politische Bildung (aus Anlaß des 85. Geburtstags des Autors), Wien, Köln, Weimar: Böhlau 2003, ISBN 3-205-77117-6, Vorwort der Herausgeber, S. 7-13.
  4. Strammer Österreicher Rezension von Hans Jochen Pretsch auf faz.net, abgerufen am 11. April 2013
  5. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Johann Christoph Allmayer-Beck (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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