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Johan Steyn, Baron Steyn


Johan van Zyl Steyn, Baron Steyn PC (* 15. August 1932 in Kapstadt) ist ein südafrikanisch-britischer Jurist und war bis September 2005 Law Lord.[1]

Leben und juristische Karriere

Johan Steyn wurde 1932 in Kapstadt geboren und studierte Rechtswissenschaften an der University of Stellenbosch, bevor er am University College als Rhodes Scholar Englisch studierte.

1958 wurde er in Südafrika als Anwalt zugelassen und 1970 zum Senior Counsel des Supreme Court von Südafrika ernannt. Als Folge seiner Gegnerschaft zum Apartheids-Regime verließ er 1973 seine Heimat und zog ins Vereinigte Königreich. Dort wurde er erneut als Anwalt tätig und baute eine angesehene Anwaltspraxis auf. 1979 wurde er Kronanwalt und 1985 Richter des High Court, eine überraschende Ernennung durch den damaligen Lordkanzler Quintin McGarel Hogg. Von 1989 bis 1991 war er Vorsitzender Richter des nordenglischen Gerichtssprengels Northern Circuit. 1992 wurde er zum Lord Justice of Appeal ernannt.

Bei der Anwaltskammer Lincoln’s Inn wurde Steyn 1985 Vorsitzender Richter (Bencher). Von 1987 bis 1988 war er Vorsitzender (Chairman) des Race Relations Committee of Bar und von 1990 bis 1994 übte er dieses Amt beim Departmental Advisory Committee on Arbitration Law aus. Im Anschluss war er von 1994 bis 1996 Vorsitzender des Lord Chancellor's Advisory Committee on Legal Education and Conduct (ACLEC). Seit 2005 ist er Mitglied der Essex Court Chambers. Er ist Vorsitzender des Takeover Panel Appeal Board.

Mitgliedschaft im House of Lords

1995 wurde Steyn zum Lord of Appeal in Ordinary und damit auch zum Life Peer als Baron Steyn, of Swafield in the County of Norfolk ernannt. Als Law Lord erlangte er Prominenz für seine liberale Ansichten und seinen Einsatz für Menschenrechte. Er stand kritisch zur Immunität von Augusto Pinochet.

Öffentlich kritisierte er das Camp X-ray in Guantanamo Bay.[2] Daraufhin setzte die britische Regierung ihn unter Druck, der am 4. Oktober 2004 beginnenden Anhörung über die unbegrenzte Sicherheitsverwahrung von Verdächtigen unter dem Anti-terrorism, Crime and Security Act 2001 fernzubleiben.

Seine juristische Arbeit im House of Lords war bedeutsam für die Umsetzung des Human Rights Act 1998 in britisches Recht. Er war einer von wenigen hochrangigen Juristen, die Aufrufe zur Modernisierung des englischen Justizsystems und zur Abschaffung der Rolle des Lordkanzlers unterstützten.

Steyn trat als Lord of Appeal in Ordinary am 30. September 2005 in den Ruhestand. Lord Mance wurde am 1. Oktober 2005 sein Nachfolger. Seit seinem Eintritt in den Ruhestand hat er den Vorsitz der Menschenrechtsorganisation Justice inn und fiel durch kritische Aussagen zur Menschenrechtspolitik der Regierung von Tony Blair auf.

Seine Anwesenheit bei Sitzungstagen liegt im sporadischen Bereich.[3]

Familie

Steyn heiratete 1977 Susan Leonore. Aus seiner vorherigen Ehe mit Jean Pollard hat er zwei Söhne und zwei Töchter.

Ehrungen

1985 wurde Steyn Knight Bachelor. 1992 wurde er ins Privy Council aufgenommen.

1999 wurde er Ehrenmitglied des American Law Institute und 2002 bei der Society of Legal Scholars. Das Queen Mary College der University of London verlieh ihm den Ehrendoktor der Rechtswissenschaften (Hon LLD), 1998 auch die University of East Anglia. Steyn wurde 2005 Honorary Fellow des University College London.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Law lord known for liberal outlook Artikel bei BBC News vom 26. November 2003
  2. L’ordinamento giuridico internazionale dopo Guantanamo .
  3. House of Lords: Members' expenses Members' expenses auf der Webseite des House of Lords, abgerufen am 14. Dezember 2012


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Johan Steyn, Baron Steyn (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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