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Jochen Dieckmann (Politiker)


Jochen Dieckmann (* 8. September 1947 in Bad Godesberg) ist ein deutscher Politiker der SPD und war bis Anfang 2007 Landesvorsitzender der SPD in Nordrhein-Westfalen. Von 1999 bis 2005 amtierte er in verschiedenen Ressorts als Minister des Landes Nordrhein-Westfalen. Seine Ehefrau ist die ehemalige Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (ebenfalls SPD). Er ist Vater von vier Kindern, zwei Zwillingspaaren. Christoph und Markus kamen 1976 zur Welt und sind als Beachvolleyball-Europameister bekannt, zwei Töchter wurden ein Jahr später geboren.

Leben

Dieckmann studierte von 1966 bis 1971 Rechtswissenschaft an den Universitäten Bonn, Freiburg im Breisgau und Köln. Nach seinem ersten juristischen Staatsexamen 1971 absolvierte er bis 1975 den juristischen Vorbereitungsdienst im Bezirk des OLG Köln. Von 1975 bis 1981 war er als Jurist im Rechtsamt der Stadt Bonn tätig. 1981 wurde er Referent für Innen- und Kommunalpolitik in der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag. Von 1982 bis 1989 war er Referent und von 1989 bis 1990 Beigeordneter beim Deutschen Städtetag. 1990 wurde Dieckmann zum geschäftsführenden Präsidialmitglied des Deutschen Städtetages und zum geschäftsführenden Vorstandsmitglied des Städtetages NRW ernannt. Von 1995 bis 1999 war er auch Generalsekretär des Rates der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE).

Dieckmann, seit 1974 Mitglied der SPD, wurde im März 1999 (nach einem einwöchigen Intermezzo von Reinhard Rauball) als Nachfolger von Fritz Behrens, der seitdem nur noch Innenminister war (zuvor Minister für Inneres und Justiz), zum Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen ernannt (Kabinett Clement I und Kabinett Clement II). Seit dem 8. März 2002 war er Abgeordneter im Landtag Nordrhein-Westfalen; er kandidierte im Wahlkreis 26 (Rhein-Sieg-Kreis II).

Ab dem 12. November 2002 war Dieckmann Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen (Kabinett Steinbrück); das Amt des Justizministers übernahm an diesem Tage Wolfgang Gerhards. Nach der verlorenen Landtagswahl in NRW schied Dieckmann am 24. Juni 2005 aus seinem Ministeramt aus. Am 9. Juli 2005 wurde er vom außerordentlichen Landesparteitag der nordrhein-westfälischen SPD in Bochum zum Nachfolger des scheidenden Landesvorsitzenden Harald Schartau gewählt. Zuletzt wurde er am 1. April 2006 vom ordentlichen Landesparteitag mit einer Stimmenmehrheit von 90,77 % wiedergewählt. Am 20. Januar 2007 wurde auf Wunsch Dieckmanns Hannelore Kraft als seine Nachfolgerin gewählt. Am 6. März 2007 ist Jochen Dieckmann als Landtagsabgeordneter zurückgetreten, für ihn rückte Petra Schneppe für den Wahlkreis 48 Krefeld II nach. Dieckmann arbeitet seit Januar 2007 für die Bonner Anwaltskanzlei Eimer - Heuschmid - Mehle.

Dieckmann lehrt an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer, seit 1997 als Lehrbeauftragter und seit Juni 2007 als Honorarprofessor. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung und außerdem Mitherausgeber der Zeitschrift Die Öffentliche Verwaltung.

Im Sommer 2007 wurde ihm der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen.

Siehe auch

Kabinett Clement IKabinett Clement IIKabinett Steinbrück

Weblinks


Kategorien: Justizminister (Nordrhein-Westfalen) | Finanzminister (Nordrhein-Westfalen) | Parteivorsitzender der SPD Nordrhein-Westfalen | Landtagsabgeordneter (Nordrhein-Westfalen) | Geboren 1947 | Träger des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen | Person (Bonn) | Deutscher | Verwaltungsjurist | Mann

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