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Joachim Ehlers


Joachim Ehlers (* 31. Mai 1936 in Leipzig) ist ein deutscher Historiker für mittelalterliche Geschichte.

Joachim Ehlers wuchs als Sohn eines Landwirts und Wehrmachtsbeamten in seiner Geburtsstadt Leipzig auf. Ehlers legte 1957 das Abitur in Oldenburg ab und studierte anschließend von 1957 bis 1964 an der Universität Hamburg die Fächer Geschichte, Philosophie und Germanistik. 1964 erfolgte seine Promotion am Historischen Seminar mit einem von Walther Lammers betreuten Thema über Die Wehrverfassung der Stadt Hamburg im 17. und 18. Jahrhundert. An der Universität Frankfurt am Main war er in den Jahren von 1964 bis 1971 als Wissenschaftlicher Assistent tätig. Seine Habilitation mit einer Arbeit über Hugo von St. Viktor erfolgte 1972 ebenfalls dort. Es folgten Lehrstühle für die Geschichte des Mittelalters an der Universität Frankfurt am Main und von 1980 bis 1989 an der Technischen Universität Braunschweig. Von 1989 lehrte Ehlers bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2001 als Professor für Geschichte des Mittelalters an der Freien Universität Berlin. Bedeutende Schüler von Ehlers sind Martin Kintzinger und Bernd Schneidmüller.

Seine Forschungsschwerpunkte sind das Europäische Früh- und Hochmittelalter, die Geschichte Frankreichs und die Vergleichende europäische Bildungs- und Gesellschaftsgeschichte. 1987 erschien von Ehlers eine Geschichte Frankreichs im Mittelalter. 1994 veröffentlichte Ehlers einen zusammenfassenden Überblick über die Entstehung des deutschen Reiches im Mittelalter. Ehlers organisierte 1999 zwei Tagungen des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte auf der Insel Reichenau mit dem Thema Deutschland und der Westen Europas im Mittelalter. Dabei ging es um den „Akkulturationsprozeß“, der „das mittelalterliche Europa hervorgebracht hat“. Damit war die „Ausweitung des lateinischen Westens in unterschiedlichen, mit wechselnder Intensität und [...] ohne nennenswerten Rückfluß in umgekehrter Richtung“ gemeint.[1] Im Jahr 2000 legte er die erste deutschsprachige Darstellung über die Geschichte des kapetingischen Königtums vor. 2006 legte er eine Einführung in die Geschichte und Kultur des Rittertums vor. Ehlers forschte über viele Jahre eingehend über Heinrich den Löwen. 1997 hatte Ehlers ein knappes Lebensbild über Herzog Heinrich veröffentlicht.[2] 2008 erschien von ihm eine umfassende Biographie, die die bisherige Darstellung von Karl Jordan als Referenzwerk ablöste. 2009 publizierte Ehlers einen Überblick über die Geschichte des Hundertjährigen Krieges. 2013 veröffentlichte Ehlers eine Biographie über den bedeutenden mittelalterlichen Geschichtsschreiber Otto von Freising.

Ehlers ist Mitglied der Frankfurter Historischen Kommission, der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft und des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte. Sein Sohn Caspar Ehlers ist ebenfalls habilitierter Mediävist und war Vertretungsprofessor für Mittelalterliche Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Schriften

Monographien

  • Otto von Freising. Ein Intellektueller im Mittelalter. Eine Biographie. Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-65478-7.
  • Der Hundertjährige Krieg (= Beck'sche Reihe 2475 C. H. Beck Wissen). Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-56275-4. (2. Aufl. 2012)
  • Heinrich der Löwe. Biographie. Siedler, München 2008, ISBN 978-3-88680-787-1 (Rezension ).
  • Die Ritter. Geschichte und Kultur (= Beck'sche Reihe 2392 C. H. Beck Wissen). Beck, München 2006, ISBN 3-406-50892-8 (2. Auflage. ebenda 2009, ISBN 978-3-406-50892-9).
  • Das westliche Europa. Siedler, München 2004, ISBN 3-88680-759-2.
  • Die Kapetinger (= Urban-Taschenbücher 471). Kohlhammer, Stuttgart u. a. 2000, ISBN 3-17-014233-X.
  • Heinrich der Löwe. Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter (= Persönlichkeit und Geschichte. Bd. 154/155). Muster-Schmidt, Göttingen u. a. 1997, ISBN 3-7881-0149-0.
  • Die Entstehung des deutschen Reiches (= Enzyklopädie deutscher Geschichte. Bd. 31). Oldenbourg, München 1994, ISBN 3-486-55738-6 (3., um einen Nachtrag erweiterte Auflage. ebenda 2010, ISBN 978-3-486-59280-1).
  • Geschichte Frankreichs im Mittelalter. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 1987, ISBN 3-17-009801-2 (Vollständig überarbeitete Neuausgabe. Primus-Verlag, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-89678-668-5).
  • Frankreich im Mittelalter. Von der Merowingerzeit bis zum Tode Ludwigs IX. (5./6. Jahrhundert bis 1270) (= Historische Zeitschrift. Sonderhefte 11, ISSN 0018-2613 ). Oldenbourg, München 1982.
  • Hugo von St. Viktor. Studien zum Geschichtsdenken und zur Geschichtsschreibung des 12. Jahrhunderts (= Frankfurter historische Abhandlungen. Bd. 7). Steiner, Wiesbaden 1973.
  • Die Wehrverfassung der Stadt Hamburg im 17. und 18. Jahrhundert (= Wehrwissenschaftliche Forschungen. Abteilung Militärgeschichtliche Studien. Bd. 1, ZDB-ID 1173304-4 ). Boldt, Boppard 1966.

Herausgebertätigkeit

Literatur

  • Eintrag Joachim Ehlers. In: Jürgen Petersohn (Hrsg.): Der Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte. Die Mitglieder und ihr Werk. Eine bio-bibliographische Dokumentation, Stuttgart 2001, S. 109–114, ISBN 3-7995-6906-5.
  • Oliver Jungen: Anti-Plessner. Zum siebzigsten Geburtstag des Historikers Joachim Ehlers. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31. Mai 2006, Nr. 125, S. 36.
  • Wer ist wer? Das deutsche Who's Who. XLVII. Ausgabe 2008/2009, S. 264f.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Joachim Ehlers: Einleitung. In: Joachim Ehlers (Hrsg.): Deutschland und der Westen Europas im Mittelalter. Stuttgart 2002, S. 1–5, hier: S. 1.
  2. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter. Göttingen 1997.


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim Ehlers (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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