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Jean-Michel Frank


Jean-Michel Frank (* 28. Februar 1895 in Paris; † 8. März 1941 in Manhattan) war ein französischer Möbeldesigner.

Leben

Jean-Michel Frank war einer der drei Söhne von Leon und Nanette Frank und damit ein entfernter Verwandter Anne Franks, da sein Vater Leon ein Bruder von Michael Frank, dem Vater Otto Heinrich Franks, war. Als Schüler am Lycée Janson de Sailly lernte er Léon Pierre Quint und René Crevel kennen.

Nachdem Franks Brüder Oscar und Georges 1915 im Ersten Weltkrieg gefallen waren, beging sein Vater Selbstmord, indem er sich aus einem Fenster stürzte. Jean-Michel Franks Mutter Nanette musste daraufhin in eine Nervenheilanstalt eingeliefert werden, wo sie 1919 starb. 1918 freundete sich Jean-Michel Frank, der kurzfristig für einen Geschäftsmann in Paris arbeitete, mit Pierre Drieu la Rochelle und Louis Aragon an. Für Drieu La Rochelle richtete er 1921 eine Wohnung ein; bald darauf erhielt er Aufträge von Charles Peignot und Nancy Cunard. 1926 wurde er durch einen Auftrag der Noailles bekannt; ab 1930 hatte er eine leitende Position bei der Chanaux Company inne und 1932 eröffnete er mit Adolphe Chanaux ein Geschäft in der rue du Faubourg St.-Honoré 140 in Paris. Seine Wohnung hatte er in der rue de Verneuil 7. Modedesigner wie Lucien Lelong, Robert Piguet, Marcel Rochas und Elsa Schiaparelli ließen ihre Studios von Frank gestalten. Edouard Bourdet ließ ihn seine Stücke ausstatten. Frank war ab 1930 Auftraggeber für Alberto und Diego Giacometti, die für ihn dekorative Objekte entwarfen[1].

Im September 1939 schloss die Frank & Chanaux Company.

Jean-Michel Frank, der in Paris aufgewachsen und viel gereist war – unter anderem nach Venedig –, floh im Juli 1940 vor den Deutschen zunächst nach Argentinien, dann nach New York, da er als Jude und Homosexueller doppelt gefährdet war. Dort stürzte er sich am 8. März 1941 aus einem Fenster seiner Wohnung in Manhattan. Jean Cocteau, mit dem er befreundet war, beschrieb seinen Tod wie das Fallen eines Vorhangs zwischen der Welt des Lichts und der Welt der Finsternis.[2]

Werke

Jean-Michel Frank war ein bekannter Möbeldesigner. Er bevorzugte die schlichten Formen und klaren Linien[3] des Art-Déco-Stils,[4] die er mit luxuriösen Materialien kombinierte. Möbel nach seinen Entwürfen werden heute noch hergestellt.[5]

Frank gilt als einer der einflussreichsten Designer im Paris der 1930er Jahre und inspirierte etwa Andree Putman. Seine Entwürfe wurden aber auch von zahlreichen Möbelherstellern kopiert. Seinerseits war er durch Personen wie Robert Mallet-Stevens beeinflusst. Bekannt wurde er durch die Ausstattung der Wohnung des Vicomte Charles de Noailles und dessen Gattin Marie-Laure de Noailles an der place des Etats-Unis 11 in Paris. Später wurde sein Stil unter dem Einfluss zeitgenössischer Künstler weniger radikal.

Frank stattete eine Wohnung für den Millionär Templeton Crocker aus;[6] weitere betuchte Kunden waren Jorge Born und Nelson Rockefeller.

Ausstellung

Möbel von Jean-Michel Frank wurden bei der Fondation Pierre Bergé ausgestellt.[7]

Literatur

  • Pierre-Emmanuel Martin-Vivier, Jean-Michel Frank, Rizzoli Universe Int. Pub. 2008, ISBN 0-847-83029-2

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Reinhard Hohl: Lebenschronik. In: Angela Schneider: Giacometti. Prestel, München 2008, ISBN 978-3-7913-3870-5, S. 16
  2. Mirjam Pressler, »Grüße und Küsse an alle«. Die Geschichte der Familie von Anne Frank, Frankfurt am Main (S. Fischer) 2009, ISBN 978-3-10-022303-6, S. 194
  3. http://besten.welt.de/Moebeldesigner-mit-franzoesischem-Charme/Moebel-von-Jean-Michel-Frank?page=0%2C3
  4. http://www.artnet.de/artist/172392/jean-michel-frank.html
  5. http://www.classic-design24.com/spezial-preis/2-armchair-sofa-jean-michel-frank-sessel-19302.html
  6. http://www.architecturaldigest.com/architects/legends/archive/frank_article_012000
  7. http://www.ivyparisnews.com/2009/11/jeanmichel-frank.html


Kategorien: Designer | Gestorben 1941 | Geboren 1895 | Franzose | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Michel Frank (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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