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Jakob Christoph Le Blon


Jakob Christoph Le Blon (* 23. Mai 1667 in Frankfurt am Main; † 15. Mai 1741 in Paris) war ein Maler und Kupferstecher, der den Drei- und Vierfarbdruck erfand.

Le Blons Vater Christoph Le Blon der Ältere (* 1639; nach 1706) war Buchhändler und Kupferstecher. Seine Großmutter war Susanne Barbara Merian (1619–1645) (Witwe der Kaufmanns Caspar Im Bruch). Sie stammte aus der Kupferstecherfamilie Merian.

Leben

1696–1702 soll er in Rom Schüler von Carlo Maratti gewesen sein. 1705 war Le Blon in Amsterdam, wo er bis 1717 als Miniaturmaler arbeitete. In dieser Zeit heiratete er Gerrada Vloet. Zu seinen Schülern zählt auch die spätere Miniaturenmalerin Henrietta von Pee.

Während eines Besuchs in London führte er 1710 erste Druckversuche mit Kupferplatten durch.

1715 wird sein Sohn geboren, aber seine Frau stirbt im folgenden Jahr.

Weil Versuche, in Den Haag und Paris ein Patent zu erlangen, erfolglos blieben, kehrte Le Blon 1718 zurück nach London, wo ihm 1719 ein 14-jähriges exklusives Recht zur Vervielfältigung von Bildern und Zeichnungen in natürlichen Farben eingeräumt wurde. Mit Oberst John Guise gründete er das Picture Office, das trotz des noch gültigen Privilegs 1725 zusammenbrach.

Im selben Jahr veröffentlichte Le Blon seine Schrift Coloritto: Or the Harmony of Colouring in Painting [Reprint bei O. M. Lilien, 1985, S. 178–225]. Darin stellte er die These auf, dass alle Farben inklusive Schwarz aus drei "Grund"-Farben – Rot, Gelb und Blau – gemischt werden können. 1727 wurde Le Blon wiederum das exklusive Recht auf die Anwendung seiner Dreifarben-Theorie bei der Herstellung von bedruckten Stofftapeten eingeräumt. Nach erneuter Pleite in 1734 floh er nach Paris.

1737 räumte Ludwig XV. Le Blon das exklusive Recht zur Herstellung farbiger Reproduktionsdrucke ein. Seine dem Farbdruckverfahren angepassten Mezzotinto-Drucke waren in Frankreich sehr gesucht. Die Reproduktionsdrucke wurden zunächst aus drei Platten aufgebaut (rot, gelb und blau), später noch eine schwarze und gelegentlich gar weiße Platte hinzugefügt. Neben Reproduktionen eigener Werke stellte Le Blon auch Drucke nach Correggio, Rigaud und van Dyck her.

Schon um die Mitte des 19. Jh. war das Druckverfahren von Le Blon in Vergessenheit geraten, seine Farbtheorie bildete dennoch die Grundlage moderner Drucktechniken.

Familie

In Amsterdam heiratet er 1705 Gerrada Vloet († 1716). Die Kinder aus dieser Ehe überleben nicht.

Werk

  • drei Miniaturen (Porträts) in Rijksmuseum, Amsterdam [1]
  • Louis XV. Porträt in National Gallery of Art, Washington D.C. [2]
  • Louis XV. im Art Institute of Chicago [3]

Literatur

  • O. M. Lilien, Jacob Christoph Le Blon, 1667–1741: Inventor of Three- and Four-colour Printing. Stuttgart 1985 (darin ausführliche Bibliographie und frühe Quellen, auch die Farbenlehre)
  • A. Stijnman: Le Blon, Jacob Christoph, in: Dictionary of Art, Hrsg.: J. Turner, London, New York 1996
  • Sein Farbsystem in The Philosophical Transactions of the Royal Society of London 1724–1734, S. 477 Digitalisat

Weblinks


Kategorien: Geboren 1667 | Gestorben 1741 | Deutscher Maler | Mann

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