Jagodnoje (Kaliningrad, Polessk) - LinkFang.de





Jagodnoje (Kaliningrad, Polessk)


Siedlung
Jagodnoje/Bittehnen
Ягодное
Flagge Wappen
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Polessk
Frühere Namen Bittehnen (bis 1938)
Biehnendorf (1938–1946)
Bevölkerung 22 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Höhe des Zentrums 20 m
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40158
Postleitzahl 238643
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 230 804 017
Geographische Lage
Koordinaten }

Jagodnoje (russisch Я́годное, deutsch bis 1938 Bittehnen, 1938–1946 Biehnendorf (Ostpr.), litauisch Bitėnai ) ist eine Siedlung im Rajon Polessk (Kreis Labiau) der Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) (Russland). Der Ort gehört zur Landgemeinde Salessje (Mehlauken, 1938 bis 1946 Liebenfelde).

Geographische Lage

Jagodnoje liegt 28 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Polessk an der russischen Fernstraße A 216 (ehemalige deutsche Reichsstraße 138, heute auch Europastraße 77). Eine Bahnanbindung besteht nicht.

Ortsname

Der Name Bittehnen leitet sich vermutlich vom altpreußischen Familiennamen Bitene, Bytenne ab, die eine Bildung zu altpreußisch bitte „Biene“ als Berufsbezeichnung „Imker“ oder „Zeidler“ darstellen. Die Schreibweise des Ortsnamens ab 1938 wich jedoch davon ab.

Geschichte

Das damalige Bittehnen[2] war vor 1945 ein sehr verstreut liegendes Dorf. Der Ort gehörte bis 1945 zum Amtsbezirk Klein Baum[3] (der Ort existiert nicht mehr) im Landkreis Labiau in Ostpreußen und zum Amtsgerichtsbezirk Mehlauken. In Bittehnen waren im Jahre 1910 404 Einwohner registriert[4]. Ihre Zahl sank bis 1933 auf 379 und betrug 1939 noch 351[5].

Am 3. Juni 1938 wurde Bittehnen aus ideologischen Gründen der Auslöschung fremdländisch klingender Ortsnamen in „Biehnendorf (Ostpr.)“ umbenannt. Nur wenige Jahre später erhielt der Ort – nach seiner Zuordnung zur Sowjetunion – wieder einen neuen Namen, dieses Mal (ab 1946) die russische Bezeichnung „Jagodnoje“.

Im Jahre 1947 wurde Jagodnoje in den neu geschaffenen Rajon Bolschakowo (Kreis Groß Skaisgirren, 1938 bis 1946 Kreuzingen) eingegliedert, 1965 „wechselte“ es in den Rajon Polessk (Kreis Labiau). Bis 2008 in den Salessowski selski sowjet (Dorfsowjet Salessje) eingegliedert, ist Jagodnoje heute[6] mit seinen 22 Einwohnern (Stand: 14. Oktober 2010 [1]) eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) eingestufte Ortschaft im Verbund der Salessowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Salessje).

Kirche

Mehrheitlich war die Bevölkerung Bittehnens resp. Biehnendorfs vor 1945 evangelischer Konfession. Gepfarrt war der Ort nach Popelken (ab 1938 Markthausen, seit 1946: Wyssokoje) im Kirchenkreis Labiau in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Jagodnoje im Einzugsbereich der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Bolschakowo, einer Filialgemeinde der Salzburger Kirche in Gussew (Gumbinnen) in der Propstei Kaliningrad[7] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Literatur

  • Vilius Pėteraitis: Mažosios Lietuvos ir Tvankstos vietovardžiai. Jų kilmė ir reikšmė. Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas, Vilnius 1997, ISBN 5-420-01376-2 (Foundation of Lithuania Minor: Mažosios Lietuvos Fondo leidiniai 6).

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1 , Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. D. Lange, geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Biehnendorf (Ostpr.)
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Klein Baum
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Labiau
  5. Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsbuch, Landkreis Labiau
  6. aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizip0alen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 260 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  7. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad

Kategorien: Ort im Rajon Polessk

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Jagodnoje (Kaliningrad, Polessk) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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