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Jürg Willi


Jürg Willi (* 16. April 1934 in Zürich) ist ein Schweizer Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Psychoanalytiker. Er war bis 1999 Direktor der Psychiatrischen Poliklinik am Universitätsspital Zürich und ordentlicher Professor für poliklinische Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Krankheiten an der Universität Zürich. Derzeit leitet er das von ihm gegründete Weiterbildungsinstitut für ökologisch-systemische Therapie in Zürich.

Leben

Willi ist das zweite von vier Kindern des Kinderarzts und Professors für Neonatologie Heinrich Willi (1900–1971) und seiner Frau Marie-Louise Chuardt (1904–1991). Er studierte Medizin, 1960 begann er seine Lehranalyse bei Professor Medard Boss und wurde Psychiater.

Willi führte seit 1965 als erster im deutschen Sprachraum Paartherapien durch. Seither sind Partnerbeziehungen und die persönliche Entwicklung in Partnerbeziehungen der Schwerpunkt seiner Forschungs- und Ausbildungstätigkeit. Willi führte die Begriffe Kollusion, Koevolution, persönliche Nische, wirkungsgeleiteter Lebenslauf und ökologische Psychotherapie in die Psychotherapie von Partnerbeziehungen ein. In jüngster Zeit beschäftigt sich Willi auch mit Fragen der Spiritualität.[1]

Willi ist seit 1963 mit der Objektkünstlerin Margaretha Dubach verheiratet, sie haben zwei Söhne (* 1964 und * 1971) und wohnen in Zürich. Zusammen mit seiner Frau hat er seit 1994 Ausstellungen in Museen inszeniert:

Ehrungen

1999 wurde ihm der Ehrendoktortitel der Universität Fribourg und 2002 der Internationale Otto Mainzer Preis New York für die Wissenschaft von der Liebe verliehen. Sein Buch Die Zweierbeziehung wurde in Alfred Pritzens Buch Einhundert Meisterwerke der Psychotherapie aufgenommen.[4]

Werke

Als Alleinautor

  • Die Schizophrenie in ihrer Auswirkung auf die Eltern. Untersuchungen der Eltern von 15 jugendlichen Schizophrenen, Diss. Orell Füssli, Zürich 1962.
  • Anwendung des gemeinsamen Rorschach-Versuchs in Ehetherapie und Forschung. Rorschachiana 11, German Edition. Hans Huber Verlag, Bern 1974. ISBN 978-3-45630-616-2
  • Der Gemeinsame Rorschach-Versuch. Diagnostik von Paar- und Gruppenbeziehungen. Hans Huber, Bern. ISBN 978-3-45630-575-2
  • Die Zweierbeziehung. Spannungsursachen, Störungsmuster, Klärungsprozesse, Lösungsmodelle. rororo, Reinbek 1975. ISBN 978-3-49962-758-3 (Mehrere Auflagen; in 7 Sprachen übersetzt)
  • Therapie der Zweierbeziehung. Klett-Cotta, Stuttgart 1978. (Mehrere Auflagen; vollständig überarbeitete Neuausgabe mit Untertitel: Einführung in die analytische Paartherapie - Anwendung des Kollusionskonzepts - Beziehungsgestaltung im therapeutischen Dreieck. 2008. ISBN 978-3-60894-522-5; in 4 Sprachen übersetzt)
  • Ko-evolution – die Kunst gemeinsamen Wachsens Rowohlt, Reinbek 1985 (Neuauflage 1989. ISBN 978-3-49918-536-6)
  • Die Zweierbeziehung. Spannungsursachen - Störungsmuster - Klärungsprozesse - Lösungsmodelle. Analyse des unbewußten Zusammenspiels in Partnerwahl und Paarkonflikt: das Kollusionskonzept. rororo, Reinbek 20. Auflage 1990. ISBN 978-3-49960-509-3
  • Was hält Paare zusammen? rororo, Reinbek 1991. (10. Auflage 1993. ISBN 978-3-49960-508-6; Rowohlt, Reinbek 1997. ISBN 978-3-49919-394-1; in drei Sprachen übersetzt)
  • Ökologische Psychotherapie. Wie persönliche Entwicklung und Lebenssituation sich wechselseitig beeinflussen. Rowohlt, Reinbek 2005. ISBN 978-3-49961-982-3 (in zwei Sprachen übersetzt)
  • Psychologie der Liebe. Persönliche Entwicklung durch Partnerbeziehungen. rororo, Reinbek 2002 (7. Auflage 2004. ISBN 978-3-49961-634-1; in drei Sprachen übersetzt)
  • Wendepunkte im Lebenslauf. Persönliche Entwicklung unter veränderten Umständen - die ökologische Sicht der Psychotherapie. Klett-Cotta, Stuttgart 2007. ISBN 978-3-60894-438-9 (4. Auflage 2013. ISBN 978-3-60894-809-7)
  • Die Kunst gemeinsamen Wachsens Herder Verlag, Freiburg 2007. ISBN 978-3-45129-607-9

Als Mitautor und Herausgeber

Audio

Weblinks

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Einzelnachweise

  1. Jürg Willi: Liturgie und Psychotherapie , Vortrag am 4. Mai 2009, RPP 2009 Liturgie & Psyche, Heiligenkreuz im Wienerwald
  2. Satuila Stierlin: Ich brannte vor Neugier! Familiengeschichten bedeutender Familientherapeutinnen und Familientherapeuten. Carl-Auer-Systeme, Heidelberg 2001. ISBN 3-89670-209-2; Seiten 164-190
  3. http://www.musee-bizarre.ch/ Museum Bizarre in Rieden bei Baden AG
  4. Alfred Pritz (Hrsg.): Einhundert Meisterwerke der Psychotherapie. Springer, Wien/New York 2008, S. 198 f.


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Jürg Willi (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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