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Ipfbach


Ipfbach

Der Ipfbach bei St. Florian

Daten
Lage Oberösterreich
Flusssystem Donau
Abfluss über Donau → Schwarzes Meer
Quelle bei Matzelsdorf (Gemeinde Schiedlberg)
Quellhöhe ca. 380 m ü. A.[1]
Mündung nordöstlich von Asten in die Donau
Mündungshöhe ca. 240 m ü. A.[1]
Höhenunterschied ca. 140 m
Länge ca. 25,5 km[1]
Einzugsgebiet 93,1 km²[2]

Abfluss am Pegel St. Florian bei Linz[3]
AEo: 86 km²
Lage: 6,63 km oberhalb der Mündung
NNQ (28.06.1992)
MNQ 1976–2010
MQ 1976–2010
Mq 1976–2010
MHQ 1976–2010
HHQ (12.08.2002)
90 l/s
440 l/s
910 l/s
10,6 l/(s km²)
14,1 m³/s
79,4 m³/s
Linke Nebenflüsse St. Marienbach
Rechte Nebenflüsse Grünbrunner Bach

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Der Ipfbach ist ein rund 25 km langer rechter Zufluss der Donau in Oberösterreich.

Verlauf

Der Ipfbach entspringt in einer flachen Mulde nördlich von Matzelsdorf (Gemeinde Schiedlberg) im Traun-Enns-Riedelland und fließt zunächst in nördlicher Richtung durch Wiesen und Äcker. Er passiert die Orte Weichstetten (Gemeinde St. Marien) und Niederneukirchen, wendet sich dann nach Nordosten und nimmt den St. Marienbach von links und den Grünbrunner Bach von rechts auf. Der Bach fließt anschließend durch St. Florian und Asten. Nördlich davon vereinigt er sich mit dem Mitterwasser, einem Altarm der Donau, der in einem Augebiet in die Donau mündet. Bei Asten wurde ein Entlastungsgerinne, der „Neue Ipfbach“ errichtet, über das ein Großteil des Wassers abgeleitet wird und der rund 2 km östlich des „Alten Ipfbachs“ ebenfalls in das Mitterwasser mündet. Im gesamten Verlauf weist der Ipfbach nur ein geringes Gefälle auf.

Hydrologie

Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet des Ipfbachs beträgt bis zur Querung der Bundesstraße 1, rund 1 km oberhalb der Mündung ins Mitterwasser, 93,1 km²[2] und weist eine Höhenerstreckung von rund 170 m auf. Wie bei den anderen Gewässern der Traun-Enns-Platte besteht ein starker Austausch mit dem Grundwasser, dessen Verlauf von den geologischen Verhältnissen bestimmt wird, die nicht mit den Geländeformen der Oberfläche übereinstimmen. Dadurch weicht das hydrologisch wirksame Einzugsgebiet von dem an der Oberfläche bestimmten ab.[2]

Der Großteil des Einzugsgebietes (in den Gemeinden Schiedlberg, St. Marien, Niederneukirchen und Hofkirchen im Traunkreis über 70 % der Fläche) wird als Ackerland genutzt, die Viehhaltung ist hingegen weniger intensiv, Wald und Grünland sind kaum vorhanden.[2]

Wasserführung

Der mittlere Abfluss am Pegel St. Florian beträgt 0,91 m³/s, was einer relativ geringen Abflussspende von 10,6 l/s·km² entspricht. Der Ipfbach weist ein winterpluviales Abflussregime auf, wie es typisch für Donauzubringer der Gegend ist.[4] Der höchste Abfluss erfolgt zum Ende des Winters, dann nimmt er allmählich bis zum Spätherbst ab, um über den Winter wieder anzusteigen. Die Schwankungen sind allerdings relativ gering, das Monatsmittel des abflussreichsten Monats Februar ist mit 1,18 m³/s nicht einmal doppelt so hoch wie das des abflussärmsten Monats Oktober mit 0,71 m³/s.[3] Das dreißigjährliche Hochwasser HQ30 beträgt 43 m³/s.[2]

Zuflüsse

Der wichtigste Zubringer ist der 15,5 km lange St. Marienbach, der zwischen Niederneukirchen und St. Florian von links einmündet. Er ist bei der Mündung 3 km länger als der Ipfbach, entwässert ein größeres Einzugsgebiet (40,5 gegenüber 26,1 km²) und hat den höheren mittleren Abfluss (geschätzt 630 gegenüber 470 l/s). Der zweite größere Zubringer ist der 6,5 km lange Grünbrunner Bach oder Thalbach, der rund 2 km unterhalb des St. Marienbachs von rechts einmündet und mit einem mittleren Abfluss von rund 135 l/s ein Einzugsgebiet von 10,5 km² entwässert.[2]

Ökologie

Im Oberlauf verläuft der Bach als naturfernes, begradigtes Gerinne ohne Ufergehölze durch intensiv genutztes Ackerland. Der Verlauf wird jedoch zunehmend natürlicher und weist Windungen, ein gut strukturiertes Uferbegleitgehölz, veränderliche Breite und unterschiedliche Strömungsverhältnisse auf.[5] Das Ufergehölz besteht dabei hauptsächlich aus Eschen, Weiden, Ahorn, Erlen und Hasel.[6][7][8] Ab der Einmündung von St. Marienbach und Grünbrunner Bach ist der Zustand insbesondere in den Siedlungsbereichen wieder naturferner, die Ufer sind gesichert und zumeist ohne Gehölz. Der letzte Abschnitt des Ipfbaches verläuft wiederum relativ naturnah im hauptsächlich aus Weiden bestehenden Auwald. Dort weist er eine weitgehend natürliche Gewässerdynamik mit zahlreichen Schotteranlandungen auf.[9]

Im gesamten Verlauf befinden sich zahlreiche Wasserkraftanlagen (Mühlen, Sägewerke, früher auch Sensenschmieden), die das Gewässerkontinuum unterbrechen. Unterhalb der Einmündung des St. Marienbachs gibt es nur mehr wenige Abschnitte, die nicht durch Rückstau oder Ausleitung beeinflusst sind.[5]

Fauna

Im „Alten Ipfbach“ findet sich ein relativ geringer Bestand an Fischen, darunter Rutte, Hasel, Aitel, Gründling und Schmerle. Der „Neue Ipfbach“ weist hingegen einen vielfältigen Fischbestand auf. In den flachen Bereichen finden sich Koppe, Gründling, Schmerle und Hasel, in den tieferen Bereichen Aitel, Hasel, Bach- und Regenbogenforelle, Nase, Rutte und einzelne Hechte. Manche Arten wie die Hasel kommen nur zum Laichen aus dem Mitterwasser oder der Donau in den Ipfbach.[10] In Bereichen mit Ufergehölz im Unterlauf kommt der Biber vor. Dabei handelt es sich um Populationen, die in der Lobau in Wien sowie am unteren Inn angesiedelt wurden und sich über die Donau ausbreiteten.[5]

Wassergüte

Der Oberlauf des Ipfbaches ist wie der St. Marienbach stark nitratbelastet und wies 2001 Messwerte über 10 mg/l NO3-N auf. Ab der Mündung des St. Marienbachs und insbesondere des deutlich geringer belasteten Thalbaches ist eine deutliche Abnahme der Konzentrationen festzustellen. Das Nitrat gelangt dabei hauptsächlich über das Grundwasser in den Bach. Andere Nährstoffe wie Phosphor konnten durch verbesserte Abwasserreinigung reduziert werden. Eine weitere Belastung sind Pestizideinträge aus der Landwirtschaft. Mit Stand 2001 wies der Ipfbach durchgehend Gewässergüteklasse II, an der Grenze zu II-III, auf.[2]

Name

Der Ipfbach wird bereits im Jahr 777 in der Gründungsurkunde des Stiftes Kremsmünster erwähnt. Der Name „Ipfa“ bzw. „Ippha“ kommt von Epia zu keltisch epos = „Pferd“, bedeutet also so viel wie „Rossbach“.[11] Darauf wird auch mit einem aus einem Wellenbalken wachsenden Ross im Gemeindewappen von Schiedlberg verwiesen.[12]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Digitales Oberösterreichisches Raum-Informations-System (DORIS)
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 Amt der Oö. Landesregierung (Hrsg.): Gewässerschutz Bericht 24/2001: Traun-Enns-Platte. Linz 2001 (PDF; 88,5 MB )
  3. 3,0 3,1 Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Hrsg.): Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2010. Wien 2012, S. OG 188 (PDF; 13,2 MB )
  4. Helmut Mader, Theo Steidl, Reinhard Wimmer: Abflussregime österreichischer Fließgewässer. Beiträge zu einer bundesweiten Fließgewässertypologie. Umweltbundesamt, Monographien Band 82, Wien 1996, S. 102 (PDF; 14,7 MB )
  5. 5,0 5,1 5,2 Amt der Oö. Landesregierung, Naturschutzabteilung (Hrsg.): Natur und Landschaft - Leitbilder für Oberösterreich. Band 38: Raumeinheit Traun-Enns-Riedelland. Linz 2007 (PDF; 6,8 MB)
  6. Amt der Oö. Landesregierung (Hrsg.): Naturraumkartierung Oberösterreich - Landschaftserhebung Gemeinde Niederneukirchen. Endbericht, Kirchdorf an der Krems 2009 (PDF; 3,2 MB )
  7. Amt der Oö. Landesregierung (Hrsg.): Naturraumkartierung Oberösterreich - Landschaftserhebung Gemeinde St. Florian. Endbericht, Kirchdorf an der Krems 2009 (PDF; 3,4 MB )
  8. Amt der Oö. Landesregierung (Hrsg.): Naturraumkartierung Oberösterreich - Landschaftserhebung Gemeinde Asten. Endbericht, Kirchdorf an der Krems 2009 (PDF; 3,2 MB )
  9. Amt der Oö. Landesregierung (Hrsg.): Naturraumkartierung Oberösterreich - Landschaftserhebung Gemeinde Enns. Endbericht, Kirchdorf an der Krems 2004 (PDF; 2,1 MB )
  10. Erich Kainz, Reinold Janisch: Zum Fischbestand der Gewässer im Süden und Südosten von Linz. In: Naturkundliches Jahrbuch der Stadt Linz, 33 (1987), S. 233-270 (PDF; 10,2 MB )
  11. K. Schiffmann: Historisches Ortsnamen-Lexikon des Landes Oberösterreich, Bd. 3 (1940), S. 261; zit. in Baumert 1973
  12. Herbert Erich Baumert: Die Wappen der Städte, Märkte und Gemeinden Oberösterreichs (3. Nachtrag), in Oberösterreichische Heimatblätter, Heft 1/2, 1973, S. 16 (PDF; 1,6 MB )

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ipfbach (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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