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Internet Archive


Internet Archive
www.archive.org
Motto Universal access to human knowledge
Beschreibung Web-Archivierung
Registrierung optional
Sprachen Oberfläche engl.
Eigentümer Internet Archive, San Francisco CA[1]
Urheber Brewster Kahle
Erschienen 1996

Das Internet Archive in San Francisco ist ein gemeinnütziges Projekt, das 1996 von Brewster Kahle gegründet wurde. Es hat sich die Langzeitarchivierung digitaler Daten in frei zugänglicher Form zur Aufgabe gemacht.

Es speichert im Rahmen der Web-Archivierung sogenannte Mementos, d. h. Momentaufnahmen von Webseiten, Usenet-Beiträgen, Filmen, Fernsehen, Tonaufnahmen (einschließlich von Live-Konzerten), Büchern und Software. Die Daten werden in vier Rechenzentren auf 20.000 Festplatten gespeichert. Ein Spiegelserver der Daten von San Francisco befindet sich unter anderem in der ägyptischen Bibliotheca Alexandrina. Im August 2014 erreichte die Sammlung eine Größe von 18,5 Petabytes.[2]

Dienste

Die Wayback Machine („Take Me Back“) ist ein Online-Dienst, mit dem man die gespeicherten Webseiten in verschiedenen Versionen abrufen kann. Die Auswahl der zu speichernden Seiten erfolgt über den Dienst Alexa Internet. Alle dort hinterlegten URLs werden regelmäßig aufgerufen und archiviert. Man kann eine noch nicht gespeicherte Internet-Ressource neuerdings auch von Hand, durch Suchen nach der Seite und anschließendes Bestätigen der Aufnahme, aufnehmen lassen (Dateiinhalte, z. B. JPG-Bilder, werden ohne vorherige Nachfrage gespeichert). Der Gesamtumfang betrug im November 2009 etwa 150 Milliarden Seiten und wuchs bis März 2015 auf über 450 Milliarden Seiten an.

In dem Million Book Project werden durch das Internet Archive Bücher, die durch das Ablaufen des Copyrights (US-amerikanisches Urheberrecht) oder aus anderen Gründen gemeinfrei geworden sind, digitalisiert und zum Herunterladen zur Verfügung gestellt. Die Digitalisate sind Teil der Open Library.

Es werden mehrere Scan-Center (2009 insgesamt zwölf) unterhalten, zum Beispiel in Richmond. Gescannt wird per Auftrag, berechnet werden pro Seite zehn US-Cent (Stand 2009). Die Auftraggeber, meist Bibliotheken, erhalten das Digitalisat, eine per OCR erstellte Textdatei, eine persistente Internetadresse sowie die Möglichkeit, die Digitalisate auf den Servern des Vereins zu speichern.[3] Weiterhin bestehen Kooperationsvereinbarungen mit selbst digitalisierenden Bibliotheken für einzelne Dienste, wie OCR und redundantes Hosting.

Die Library of Congress hat im Dezember 2006 sechs Ausnahmen des US-Copyright-Gesetzes Digital Millennium Copyright Act gewährt.[4] Das Internet Archive darf somit Computer-Software oder -Spiele, welche zu Abandonware[5] wurden, mit der Absicht der Erhaltung speichern, wenn die Originalhardware, -formate oder -technologie veraltet sind. 2013 begann das Internet Archive damit, Spieleklassiker als spielbares Webbrowser-Streaming via M.E.S.S.-Emulation anzubieten[6], z. B. das Atari-2600-Videospiel E.T. the Extra-Terrestrial.[7] Ab 23. Dezember 2014 werden zu Lehr- und Forschungszwecken[8] mithilfe von DOSBox-Emulation im Browser tausende von klassischen DOS-Computerspielen präsentiert.[9][10][11][12]

Das Archiv ist vom US-Bundesstaat Kalifornien seit Anfang Mai 2007 offiziell als Bibliothek anerkannt.[13]

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Internet Archive  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Internet Archive: Contact
  2. http://archive.org/web/petabox.php
  3. Das digitale Alexandria , Die Zeit 4/2008.
  4. Internet Archive wins copyright reprieve , The Register, 1. Dezember 2006
  5. Ross Miller: US Copyright Office grants abandonware rights (englisch) joystiq.com. Abgerufen am 7. Februar 2013.
  6. Tilman Baumgärtel: Timothy Leary, der Games-Entwickler – Wie erhält man historische Computerspiele? Das Internet-Archive streamt Dutzende Klassiker, in New York werden Games von Timothy Leary für die Forschung aufgearbeitet . Die Zeit. 14. November 2013. Abgerufen am 14. November 2013: „Weil das Internet Archive die Spiele „streamt“, man sie also nicht auf den eigenen Rechner lädt, verletzt man auch das Urheberrecht nicht, wenn man die Programme benutzt.
  7. Adi Robertson: The Internet Archive puts Atari games and obsolete software directly in your browser (englisch) The Verge. 25. Oktober 2013. Abgerufen am 29. Oktober 2013.
  8. Internet Archive’s Terms of Use, Privacy Policy, and Copyright Policy (englisch) archive.org. 31. Dezember 2014. Abgerufen am 8. Januar 2015: „Access to the Archive’s Collections is provided at no cost to you and is granted for scholarship and research purposes only.
  9. Abby Ohlheiser: You can now play nearly 2,400 MS-DOS video games in your browser (englisch) Washington Post. 5. Januar 2015. Abgerufen am 8. Januar 2015.
  10. Each New Boot a Miracle by Jason Scott (23. Dezember 2014)
  11. collection:softwarelibrary_msdos im Internet Archive (29. Dezember 2014)
  12. Kris Graft: Saving video game history begins right now . Gamasutra. 5. März 2015. Abgerufen am 5. März 2015.
  13. Internet Archive forum: Internet Archive officially a library

Kategorien: Digitale Bibliothek | Medienarchiv | Kinemathek | Geschichte des Internets

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Internet Archive (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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