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Integrität (Ethik)


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Integrität ist eine ethische Forderung des philosophischen Humanismus nach möglichst weitgehender Übereinstimmung zwischen den eigenen Idealen und Werten und der tatsächlichen Lebenspraxis.

Persönliche Integrität

Persönliche Integrität ist die fortwährend aufrechterhaltene Übereinstimmung des persönlichen Wertesystems mit dem eigenen Handeln. Grundlage des Wertesystems ist eine religiös, politisch oder humanistisch begründete Ethik. Ein integrer Mensch lebt in dem Bewusstsein, dass sich seine persönlichen Überzeugungen, Maßstäbe und Wertvorstellungen in seinem Verhalten ausdrücken. Persönliche Integrität ist als Treue zu sich selbst gekennzeichnet worden. Im Gegensatz zu integer bezeichnet korrumpierbar eine Person, die sich in ihrem Verhalten nicht von eigenen Werten und Prinzipien, sondern von Drohungen und/oder Verlockungen durch äußere und innere Einflüsse leiten lässt.

Der Begriff „Integrität“ ist komplex und vielschichtig. Integrität ist etwas, wofür eine Person einerseits selbst verantwortlich ist. Andererseits hängt Integrität auch vom Verhalten der Mitmenschen und von den gesellschaftlichen Lebensbedingungen ab. Der Begriff findet Verwendung vor allem dann, wenn darauf hingewiesen werden soll, dass die Persönlichkeit eines Menschen, seine Ganzheit und Unversehrtheit ein zerbrechliches Gut sei und gegen Angriffe von außen geschützt werden müsse. Neben dieser Verwendung gibt es eine zweite Bedeutungsrichtung. Die Aussage über einzelne Menschen – sie seien „integer“ – bedeutet, dass diese Personen „unbestechlich“ seien und „festen, tief verankerten, ihnen wesensgemäßen Werten“ anhingen, zu denen sie dauerhaft ständen und von denen sie sich nicht abbringen ließen.

Integrität in der Arbeitswelt

Damit ihr Ansehen in der Öffentlichkeit nicht beschädigt wird, sollten nicht zuletzt Konzerne, Finanzinstitute und öffentliche Institutionen darauf achten, dass die bei ihnen beschäftigten Personen „integer“ sind. Es gibt gesellschaftliche und berufliche Positionen, bei denen bereits ein Verdacht auf fehlende Integrität des Inhabers zu dessen Suspendierung führen kann, da das Vertrauen, das integre Personen oft genießen, bereits durch einen ausgesprochenen Verdacht in Frage gestellt sein kann.

In der Eignungsdiagnostik der Arbeitswelt wird von mangelnder Integrität eines Arbeitnehmers ausgegangen, wenn er ein dauerhaft den Zielen der Einrichtung zuwiderlaufendes Fehlverhalten zeigt.

Integrität in der Psychologie

Der Psychologe und Neofreudianer Erik Erikson verwendet den Begriff Integrität zur Bezeichnung des letzten Lebensabschnitt seines psychosozialen Phasenmodells. Die von ihm mit Integrität versus Verzweiflung bzw. Lebensekel [1] bezeichnete Phase des reifen und späten Erwachsenenalters erfordert als sogenannte Entwicklungsaufgabe von dem Menschen in seiner zweiten Lebenshälfte, sich mit der Unvermeidbarkeit des Todes auseinanderzusetzen. Nur ein authentisches, den ureigenen Werten entsprechendes integres Leben, das den Rückblick auf die eigene Biografie ohne Bitterkeit zulässt, vermag demnach „dem Tod den Stachel“ zu nehmen und echte Weisheit anzustreben.[2]

Literatur

  • Monika Roth: Compliance, Integrität und Regulierung: ein wirtschaftsethischer Ansatz in 10 Thesen. Schulthess: Zürich 2005, 132 S., ISBN 3-7255-4977-X
  • Arnd Pollmann: Integrität: Aufnahme einer sozialphilosophischen Personalie. Transcript-Verlag: Bielefeld 2005. Zugl.: Frankfurt (Main), Univ., Dissertation 2004, ISBN 3-89942-325-9
  • Belyaev, Igor А. (May 2011, Vol. 4, Issue 5) Human Being: Integrity and Wholeness. Journal of Siberian Federal University. Humanities & Social Sciences, pp. 633-643.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. [1]
  2. C. George Boeree zu Eriksons Persönlichkeitstheorie

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Integrität (Ethik) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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