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Industrieviertel


Viertel und Bezirke Niederösterreichs

Das Industrieviertel (auch Viertel unter dem Wienerwald genannt oder Viertel/Kreis Unter-Wiener-Wald; in alten Schriften oft als V.U.W.W. oder U.W.W. abgekürzt) ist der südöstliche Teil Niederösterreichs.

Die Nordgrenze zum Weinviertel reicht von der Landesgrenze bei Hainburg an der Donau bis nach Wien, von wo die Westgrenze zum Mostviertel entlang der Thermenlinie und den Ausläufern des Wienerwaldes Richtung Süden läuft. Die südliche Grenze verläuft entlang des Gebirgskammes zur Steiermark, bis sie zum Rosaliengebirge stößt, dem entlang wieder Richtung Norden geht und mit der Leitha und dem Leithagebirge die Ostgrenze zum Burgenland bildet.

Politik und Verwaltung

Politische Gliederung

Zugehörige Bezirke:

Das umfasst 14 Gerichtsbezirke, 170 Gemeinden und 385 Katastralgemeinden.

In der amtlichen Statistik gehört der Südteil zu Niederösterreich-Süd (NUTS:AT122), der Nordteil zu Wiener Umland/Südteil (AT127).

Historische Verwaltungsregion

Bis zum Jahr 1867 war das Industrieviertel unter der Bezeichnung Viertel unter dem Wienerwald auch Verwaltungseinheit[1], bis es auf die Bezirke aufgeteilt wurde. Politisch war es bis zum Jahr 1992 ein eigener Wahlkreis, der Landtagswahlkreis Viertel unter dem Wienerwald. Danach wurden die Landtagswahlkreise ebenfalls auf die Ebene der Bezirke heruntergebrochen.

Hauptregion

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Regionalverband Industrieviertel
(REVI)
Rechtsform Verein
Sitz Katzelsdorf, Schlossstraße 1
Gründung 1995
Mitglieder 163 Gemeinden
Website industrieviertel.at

Heute bildet es eine der Hauptregionen (fünf „Viertel“) der Raumplanung Niederösterreichs, und ist im Regionalverband Industrieviertel organisiert, dem Verein der Gemeinden und Gemeindeverbände dieser Gemeinden, der Leader-Regionen und anderer regional wichtiger Vertreter.[2] Der Verband wurde im Zuge des EU-Beitritts 1995 gegründet. Seit 2015 ist die operative Arbeit des Verbands auf die neu geschaffene NÖ.Regional.GmbH des Landes, an der der Regionalverband 6 % hält, übergegangen, mit dem Verein Niederösterreichische Dorf- und Stadterneuerung aller Gemeinden als Partner.

Als solches entspricht die Region dem traditionellen Industrieviertel, ohne den Gemeinden westlich von Wien, die zu NÖ-Mitte (östliches Mostviertel im traditionellen Sinne) gehören, das sind diejenigen sechs Gemeinden des Bezirks Wien-Umgebung, die bei dessen geplanter Auflösung zum Bezirk St. Pölten-Land kommen:[3]

Die Kleinregionen des Industrieviertels sind (Stand 2016, mit Nummer):[4]

Landschaft

Landschaftlich wird das Industrieviertel von der Ebene des Steinfeldes mit seinen Braunerdeböden auf tertiärerer Molasse sowie dem Wiener Becken mit Tschernosemböden geprägt. Die Landschaft im Bereich des Wiener Beckens setzt sich aus ausgedehnten Agrarflächen, Industriegebieten sowie Weingärten an der Thermenlinie zusammen. Im Steinfeld findet man auf den Braunerdeböden weitläufige Föhrenwälder, die unter Kaiserin Maria Theresia angelegt wurden, um eine Versteppung der trockenen Landschaft zu verhindern. An den Hängen des Wienerwaldes sind abhängig von den klimatischen Bedingungen unterschiedliche Waldtypen ausgebildet. Im Osten erkennt man deutlich gegen den Horizont die so genannten „Pforten“, die Wiener Neustädter Pforte, die Brucker Pforte und Hainburger Pforte, die das Rosaliengebirge und Leithagebirge, die Hundsheimer Berge und die Kleinen Karpaten trennen. Gleichzeitig mit der Anlage der Föhrenwälder im Steinfeld, die zur Kolophoniumproduktion genutzt wurden, wurde 1761–1765 auf der schnurgeraden Strecke zwischen den Städten Wiener Neustadt und Neunkirchen, der sogenannten Neunkirchner Allee, von Joseph Liesganig mit der geodätischen Vermessung der gesamten damaligen Monarchie begonnen.

Klima

Die Jahresmitteltemperaturen reichen je nach Lage von 11 °C bis 4 °C. Zum Beispiel für Wiener Neustadt (280 m) ist die Jahresmitteltemperatur ca. 10,3 °C, der Niederschlag ca. 630 mm, die Schneedecke knapp 40 Tage, die Frosttage ca. 95 und der Sonnenschein ca. 1.900 Stunden, im Gegensatz zum Semmering mit einer Jahresmitteltemperatur von ca. 5,5 °C, einem Niederschlag von ca. 970 mm, einer Schneedecke von ca. 150 Tagen, ca. 150 Frosttagen und einem Sonnenschein von ca. 1.500 Stunden.

Wirtschaft

Der Name Industrieviertel kommt von der frühen Industrialisierung, die schon 1783 im Viertel unter dem Wienerwald den Schwerpunkt der Wirtschaft bildete. Aufgrund der günstigen Standortfaktoren, wie der Nähe zu den Rohstoffvorkommen von Holz, Eisen und Kohle, sowie der Energiequellen Wasserkraft und Holz und des Absatzmarktes der nahen Großstadt Wien sammelten sich hier vermehrt Industrien an. Von den beiden Weltkriegen wurde das Industrieviertel stark betroffen. Es lag nach dem Zweiten Weltkrieg in der sowjetischen Besatzungszone. So beschlagnahmten die Sowjets die zu den USIA-Betrieben gehörenden Unternehmen und montierten etliche Maschinen und ganze Fabriken komplett ab, um sie in der Sowjetunion wieder aufzubauen. Heute sind nach wie vor einige Industriezweige hier beheimatet. Vor allem entlang der Thermenlinie wurden nach 1955 viele kleine und größere Industriezentren, wie das Industriezentrum Niederösterreich Süd von Eco Plus, aufgebaut. So sind auch Betriebe aus der Stadt Wien als erstes in diesen Bereich übersiedelt. Das führte dazu, dass der Bezirk Mödling, obwohl der kleinste Bezirk im Bundesland, das höchste Steueraufkommen in Österreich besitzt.

Die Größe des Industrieviertels beträgt 4.186 km², das sind 21,8 % der Fläche Niederösterreichs, als Dauersiedlungsraum stehen jedoch lediglich 2.008 km² zur Verfügung, das sind 48 % der Fläche des Industrieviertels.

Literatur

Weblinks

Diverses zur Region:

Einzelnachweise

  1. Niederösterreich (Memento vom 28. Mai 2012 im Internet Archive) abgerufen am 11. Februar 2011
  2. Bürostandorte , noeregional.at
  3. Karte der Hauptregionen Niederösterreichs (pdf, noeregional.at).
  4. Karte der Kleinregionen im Industrieviertel (pdf, raumordnung-noe.at).

Kategorien: Region in Niederösterreich | Industrieviertel | Region in Europa

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Industrieviertel (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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