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Ilse Schulz


Ilse Schulz (* 20. September 1924 in Poppow, Kreis Lauenburg, Pommern; † 31. Januar 2009 in Neu-Ulm) war eine deutsche Krankenschwester, Pflegeexpertin und Frauenforscherin.

Leben und Wirken

Als 21-Jährige absolvierte Schulz von 1945 bis 1949 eine Ausbildung als Krankenschwester und übernahm anschließend eine Tätigkeit als Vertretung der Oberschwester der gynäkologischen Abteilung des Krankenhauses St. Georg in Hamburg. Sie verzog 1950 nach Bonn und war dort bis 1953 als Stationsschwester an der Universitätsklinik angestellt.

Danach bildete sich Schulz außerhalb Deutschlands fort und fungierte zwölf Jahre lang zwischen 1954 und 1966 als Leiterin des Gesundheitsdienstes und der Krankenabteilung im American College for Girls in Istanbul. In dieser Zeit war sie in den Jahren 1963 und 1964 als „College Nurse“ im Hood-College in Frederick, Maryland, tätig.

Nach der Rückkehr nach Deutschland belegte Schulz einen Übersetzerkurs in Business English und wurde zugleich als OP-Schwester in Essen tätig. Ein einjähriges Studium 1968/1969 an der Krankenpflegehochschule Agnes Karll in Frankfurt am Main führte sie zu einer Stelle als Zentraloberin in Ulm. Schwerpunkte ihrer Tätigkeit waren Reorganisation, Koordination und berufliche Weiterbildung des Pflegedienstes in den Städtischen Krankenanstalten und Kliniken der 1967 gegründeten Reformuniversität Ulm. Diese Stellung hatte sie bis 1984 inne.

Zugleich war Schulz von 1973 bis 1989 Mitglied der Planungsgruppe Universitätsklinikum Regensburg der Obersten Baubehörde im bayerischen Innenministerium und ab 1975 auch dort Mitglied des paritätisch besetzten Direktoriums.

Ilse Schulz verstarb 2009.[1]

Anfang 2012 veröffentlichte das Frauenbüro der Stadt Ulm die Erinnerungen von Ilse Schulz, ergänzt durch Beiträge von ehemaligen Kolleginnen und Kollegen sowie von Zeitzeugen und Zeitzeuginnen: Ilse Schulz - Lebensstationen. Aus der Ankündigung des Frauenbüros:

"Ilse Schulz hat viele Jahre in Ulm gewirkt, gearbeitet und geforscht. Vielen ist sie durch ihre Publikationen zur Frauengeschichte bekannt. Nach ihrer Pensionierung hat sie unermüdlich geforscht und die Rolle der Frauen in der Geschichte unserer Stadt neu definiert. Ilse Schulz war aber auch während ihrer Berufstätigkeit im Gesundheitswesen in der Türkei erfolgreich und hat anschließend hier in Ulm in der verantwortungsvollen Position als Zentraloberin 15 Jahre lang die Entwicklung des Pflegekonzepts der Universität mit geprägt und gestaltet. Das Buch Ilse Schulz - Lebensstationen zeichnet das Leben dieser außergewöhnlichen Frau nach. Ihre persönlichen Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend hat Frau Schulz selbst niedergeschrieben und dem Frauenbüro überlassen. Diese Texte werden ergänzt durch die Erzählungen von Menschen, die ihr auf ihrem Lebensweg begegnet sind und Ilse Schulz als Zentraloberin und Frauengeschichtsforscherin kennen lernten."

Auszeichnungen

  • Im Jahr 2007 erhielt Ilse Schulz die Bürgermedaille der Stadt Ulm für ihre grundlegenden Verdienste und Forschungen.[1]

Schriften

  • Schwestern, Beginen, Meisterinnen. Hygieias christliche Töchter im Gesundheitswesen einer Stadt. Ein Beitrag zur Geschichte der Pflege und Heilkunde. Universitätsverlag, Ulm 1992, ISBN 3927402613.
  • Verwehte Spuren. Frauen in der Stadtgeschichte. Süddeutsche Verlagsgesellschaft, Ulm 1998, ISBN 3882942649.
  • Was hatten die Ulmer Bürgerinnen der Reichsstadtzeit uns heutigen Frauen voraus?, ÖAF, Ulm 1999
  • Krankenpflege im Wandel. Erinnerungen an die Anfänge des Klinikums der Reformuniversität Ulm 1968–1984. Klemm und Oelschläger, Ulm 2006, ISBN 9783932577697.
  • Frauen und Pilgerinnen im Werk von Felix Fabri 1441 - 1502, Süddeutsche Verlagsgesellschaft im Thorbecke-Verlag, Ulm 2007, ISBN 9783799580410.
  • Ilse Schulz - Lebensstationen. Hrsg. vom Frauenbüro der Stadt Ulm. Geleitwort: Ivo Gönner, Oberbürgermeister. Redaktion: Diana Bayer, Anneliese Obermüller, Gabriele Sälzle. Ulm 2012. 9,80 EUR. Erhältlich beim Frauenbüro der Stadt Ulm: www.frauen.ulm.de

Literatur

  • Frank Raberg: Biografisches Lexikon für Ulm und Neu-Ulm 1802–2009. Süddeutsche Verlagsgesellschaft Ulm im Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2010, ISBN 978-3-7995-8040-3, S. 396.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Stadt Ulm: Stadt Ulm trauert um Ilse Schulz. Abgerufen am 2. Januar 2011
  2. Landesinstitut für Schulentwicklung: Pressemitteilung vom 14. November 2001 zur Verleihung des Landespreises für Heimatforschung an Ilse Schulz als Hauptpreisträgerin (Memento vom 5. August 2004 im Internet Archive)
  3. Homepage der Ulmer Bürger Stiftung, Liste der Empfänger


Kategorien: Pflegewissenschaftler | Gestorben 2009 | Geboren 1924 | Träger des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg | Deutscher | Frau

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ilse Schulz (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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