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Ignacy Jan Paderewski


Ignacy Jan Paderewski Herb Jelita, GBE (* 6. November jul./ 18. November 1860 greg. in Kuryłówka; † 29. Juni 1941 in New York) war ein polnischer Pianist, Komponist und Politiker. 1919 wurde er Ministerpräsident und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik.

Leben

Pianist und Komponist

Von 1872 bis 1878 studierte er mit Unterstützung der Klavierbauerfamilie Kerntopf am Konservatorium der Musikakademie Warschau und bei Friedrich Kiel an der Berliner Königlich Akademischen Hochschule für ausübende Tonkunst. Als Pianist erreichte er 1887 erste öffentliche Anerkennung. Zum großen Erfolg wurde seine Tournee in den Vereinigten Staaten in den Jahren 1891 und 1892. Sein bekanntestes Werk als Komponist ist das 1888 entstandene Konzert für Klavier und Orchester in a-moll (op. 17). Seine einzige Oper Manru wurde 1901 in der Semper-Oper zu Dresden auf Deutsch uraufgeführt.

1896–1902 hatte er seinen Wohnsitz in der Villa Riond-Bosson in Tolochenaz am Genfersee, anschließend siedelte er in die USA über. Dort begann er seine politischen Aktivitäten.[1]

Politiker

Während des Ersten Weltkriegs unterstützte er dank seiner guten politischen Kontakte die Bemühungen nach Wiederherstellung der Souveränität Polens und vertrat das Polnische Nationalkomitee (Polski Komitet Narodowy) zwischen 1917 und 1919 in den USA. Im Anschluss an ein Konzert im Weißen Haus hat er Präsident Woodrow Wilson dazu bewegen können, die Wiederentstehung des polnischen Staates zu einer seiner Kernforderungen für die Neuordnung Europas zu machen (Punkt 13 in Wilsons 14-Punkte-Programm). [2] Gemeinsam mit Roman Dmowski führte er die polnische Delegation auf der Friedenskonferenz von Paris an und unterzeichnete für Polen den Versailler Vertrag. 1925 wurde er in London mit dem Großkreuz des Order of the British Empire (GBE) ausgezeichnet. Nach dem deutschen Überfall auf Polen 1939 übernahm er das Präsidium des Rada Narodowa Rzeczypospolitej Polskiej der Exilpolen in London.

Paderewski starb auf einer Reise in die USA, die er unternahm, um Unterstützung für das besetzte Polen zu erhalten. Sein Leichnam wurde im Arlington National Cemetery aufbewahrt, ehe er nach dem Übergang der Volksrepublik Polen in die Dritte Polnische Republik am 28. Juni 1992 in seine alte Heimat überführt und in der Warschauer Johanneskathedrale beigesetzt werden konnte.[3]

Nach Paderewski wurden der Flughafen Bydgoszcz (Bromberg) und die Musikakademie Posen benannt. Das Frederic-Chopin-Institut in Warschau gibt seit über 60 Jahren die Paderewski-Edition heraus, die lange Zeit als maßgebliche Ausgabe der Werke Frédéric Chopins galt. Eine Baureihe von Steinway-Flügeln trug die Bezeichnung „Paderewski Sonderedition“.

Literatur

Weblinks

 Commons: Ignacy Jan Paderewski  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Offizielles Förderportal der Republik Polen: Ignacy Paderewski (1860–1941) (englisch), zuletzt abgerufen am 17. September 2010
  2. Roman Wapiński: Ignacy Paderewski. Wrocław 1998, S. 114.
  3. Biografie (engl.) auf polishamericancenter.org, abgerufen 20. November 2013


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ignacy Jan Paderewski (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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