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Iberisches Gebirge


Das Iberische Gebirge (span. Sistema Ibérico) ist ein Gebirgssystem in Spanien. Es bildet den hohen Ostrand des zentralen Tafellandes und zugleich die Hauptwasserscheide der Iberischen Halbinsel zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Mittelmeer.

Das Iberische Gebirge erstreckt sich, abweichend von den übrigen Gebirgssystemen, von Nordwesten nach Südosten. Es besteht teils aus Gebirgsketten und Berggruppen, teils aus dazwischen eingeschobenen Hochebenen und Parameras. Es breitet sich, von den Ebro-Quellen beginnend, nach Süden bedeutend aus. Hier bedecken seine Verzweigungen den ganzen breiten und terrassierten Ost- und Südabhang des Tafellandes. Sie treten bis an die Küsten heran, welche sie in weiter Ausdehnung von der Mündung des Llobregat an bis gegen die des Segura hin umgürten. Das Gebirgssystem bedeckt den Osten Kastiliens, ganz Valencia, Südaragonien und Südkatalonien (im ganzen wohl 40.000 Quadratkilometer). Es beschreibt einen mit seiner Konvexität gegen Nordosten gekehrten Bogen von 650 Kilometer Länge.

Gliederung

Das Iberische Gebirge lässt sich naturgemäß in drei Abteilungen scheiden:

Altkastilische Kette

Die altkastilische Kette am rechten Ufer des Ebro setzt sich aus der Sierra de la Demanda (2.305 m), der Gruppe des Pico de Urbion (2252 m), der Cebollera (2176 m) und der Sierra de Moncayo (2314 m) zusammen.

Südaragonisches Hochland

Das südaragonische Hochland hebt südlich vom Jalón als Fortsetzung der altkastilischen Kette an und besteht aus der Sierra de Cucalón und anderen nach Südosten gerichteten Zügen. An den Quellen des Guadalaviar und des Alfambra verbreitert es sich zu einem weitverzweigten Bergland. Dieses greift aus der aragonischen Provinz Teruel auch in die angrenzende Provinz Cuenca, wo es die Serranía de Cuenca bildet, und in die valencianische Provinz Castellón hinüber, wo es sich gegen das Meer zu abdacht. Nördlich reicht es bis zur Ebromündung; jenseits derselben findet es in der katalanischen Bergstraße seine Fortsetzung.

Hervorragende Gebirgszüge sind in diesem Teil des iberischen Gebirgssystems die Sierra de Albarracín, die Sierra de Gudar (1770 m), die Sierra de Javalambre (2002 m) und die Gruppe des Peña Golosa (1813 m). Das südaragonische Hochland erscheint als ein ausgedehntes Plateau, welches von den Tälern der nach allen Seiten abgießenden Gewässer durchfurcht wird. Schroffe, zerklüftete Felsengebirge mit tiefen Schluchten bilden dagegen die östlichen, die Provinz Castellón erfüllenden Verzweigungen.

Südvalencianisches Bergland

Das südvalencianische Bergland liegt zwischen dem Unterlauf des Guadalaviar und des Segura. Es wird vom Júcar in zwei Teile geschieden, die jeweils aus einer Menge paralleler, wenig oder gar nicht zusammenhängender, von weiten Tälern geschiedener Gebirgsmauern bestehen. Dazu gehören die Sierra Martes, die Sierra Enguera, die Sierra Grosa und die Sierra de las Cabres. Sie verlaufen gegen die Küste hin und enden vielfach in schroffen Felsenkaps. Die bedeutendste Erhebung ist hier der Moncabrer (1386 m).

Geologie

Das Iberische Gebirge scheint meist der Juraformation anzugehören oder auch aus älteren Tertiärbildungen (Nummulitenkalk) zu bestehen. Marmor und Sandstein sind häufig. Die größeren Täler enthalten Tertiärlager. Charakteristisch ist für den mittleren Teil des ganzen Zugs die Form der Parameras und für den südlichen Teil die der Muelas („Mühlsteine“), d. h. isolierter, abgestutzter und schroff abfallender Felsenkegel.

Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888 bis 1890.
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