I wie Ikarus - LinkFang.de





I wie Ikarus


Filmdaten
Deutscher TitelI wie Ikarus
OriginaltitelI comme Icare
ProduktionslandFrankreich
OriginalspracheFranzösisch
Erscheinungsjahr1979
Länge121 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieHenri Verneuil
DrehbuchHenri Verneuil,
Didier Decoin
ProduktionHenri Verneuil
MusikEnnio Morricone
KameraJean-Louis Picavet
SchnittHenri Lanoë
Besetzung
|
     | 
  }}

I wie Ikarus ist ein Spielfilm des französischen Regisseurs Henri Verneuil aus dem Jahr 1979.

Handlung

Der Film beginnt mit dem Zitat: „Diese Geschichte ist vollkommen wahr, weil ich sie von Anfang bis Ende erfunden habe“ des französischen Künstlers Boris Vian. 1977: Kurz vor dem Antritt seiner zweiten Amtszeit wird Staatspräsident Jary in seinem Wagen von Unbekannten erschossen. Die mit der Aufklärung betraute Untersuchungskommission kommt bei ihren langwierigen, fast ein Jahr dauernden Ermittlungen zu dem Schluss, dass Jary von einem Einzeltäter namens Karl Eric Daslow (ein Anagramm für Oswald) ermordet worden sei. Der ebenfalls der Kommission angehörende Generalstaatsanwalt Volney weigert sich im Gegensatz zu seinen Kollegen, die Schlussfolgerungen der Kommission zu unterschreiben, wonach Daslow ein paranoider Einzelgänger sei, der sich im Anschluss an die Tat das Leben genommen habe. Eine Regelung sieht vor, dass, wenn ein Mitglied der Kommission Zweifel an dem Ergebnis haben sollte, dieses die Untersuchungen von vorne beginnen kann. Volney fragt den Vorsitzenden öffentlich, ob er zu Beginn der Ermittlungen die Bitte von oberster staatlicher Stelle erhalten habe, dafür zu sorgen, dass die Einzeltätertheorie bestätigt werde. Volney hatte keinerlei Beweise dafür, lag aber richtig. Der Vorsitzende der Kommission gibt, peinlich berührt, zu, dass eine solche Bitte an ihn herangetragen wurde, er dieser aber nicht willentlich entsprochen habe.

Volney nimmt mit seinem Team die Ermittlungen wieder auf. Sehr schnell stoßen Volney und seine Mitarbeiter auf Ungereimtheiten. Im Zusammenhang mit der Untersuchung wurden Beweise gefälscht, Zeugen nicht angehört, eine wichtige Autopsie nicht vorgenommen, Falschaussagen getätigt und unbequeme Augenzeugen ermordet. Volney erkennt in einem Amateurfilm, dass es einen zweiten Schützen neben Daslow gab. Parallel zu der Handlung um Volney erfährt man, dass der zweite Schütze von seinen ehemaligen Auftraggebern ermordet wurde. Volney spricht mit einem Psychologen über Daslow, der an einem Experiment teilnahm, das dem Milgram-Experiment entsprach: Hierbei wird getestet, ob normale Staatsbürger zur Anwendung von Folter bereit sind, wenn eine wissenschaftliche oder staatliche Autorität sie dazu auffordert und die Verantwortung dafür übernimmt.

Volney erkennt, dass in das Mordkomplott Profikiller und Figuren aus dem organisierten Verbrechen involviert sind, die ihrerseits Unterstützung durch den eigenen Geheimdienst erfahren haben. Eine wichtige Rolle muss der Attentäter und Saboteur de Palma gespielt haben, der auch hinter der Ermordung unbequemer ausländischer Staatsfeinde steckte. Weiterhin erfährt er von der Operation „I wie Ikarus“. Volney entdeckt, dass der Geheimdienst bzw. eine Organisation innerhalb des Geheimdienstes seines Landes in staatsterroristische Aktivitäten verwickelt ist. Staatspräsident Jary hatte seinerzeit angekündigt, die Macht der Geheimdienste zu beschränken. Bei Recherchen, was unter der Operation „I wie Ikarus“ geschehen soll, ruft er seine Lebensgefährtin an, die ihm eine Interpretation zu Ikarus gibt: Wenn die Sonne als Symbol der Wahrheit genommen wird, so habe Ikarus seine Flügel verloren, weil er der absoluten Wahrheit zu nahe gekommen sei. – In diesem Moment wird Volney von einem Scharfschützen in seinem Büro erschossen.

Kritiken

Der film-dienst feierte Verneuils Film in seiner zeitgenössischen Kritik als „politische[n] Kriminalfilm, der bewährte Spannungsmuster einsetzt, um seine Anklage gegen Obrigkeitsglauben und moralische Gleichgültigkeit des einzelnen möglichst populär zu vermitteln“. I wie Ikarus sei „Hervorragend inszenierte, sehr fesselnde und nachdenklich stimmende Unterhaltung.“[1]

Hintergrund

Die Handlung liefert zahlreiche Parallelen zu der Ermordung John F. Kennedys bzw. zu den in diesem Zusammenhang stehenden Theorien (z. B.: der geheimnisvolle zweite Schütze, der ermordete Sündenbock, der Amateurfilm, die Verstrickung geheimer Mächte).

Der zentrale Begriff zur Beantwortung dieser Frage lautet „Gehorsam“. Verneuil baut zum besseren Verständnis das berühmte „Milgram-Experiment“ in seinen Film ein und eröffnet seiner Hauptfigur und dem Zuschauer neue Perspektiven. Der Film spielt in einem fiktiven modernen, westlichen Phantasiestaat. Amtssprache ist Französisch und die Staatsflagge ähnelt dem Star-Spangled Banner.

Drehorte

Wichtige Szenen des Films wurden im Pariser Vorort Cergy gedreht. Als Gebäude tauchen auf: Das „Centre commercial des Quatre Temps“, das Hochhaus „Tour EDF de Cergy-Pontoise“, das Verwaltungsgebäude der „Préfecture von Cergy-Pontoise“[2].

Auszeichnungen

Henri Verneuils Thriller wurde 1979 mit dem Grand prix du cinéma français als bester französischer Film ausgezeichnet. 1980 war I wie Ikarus in den Kategorien bester Film, Hauptdarsteller (Yves Montand), Drehbuch, Filmmusik und Szenenbild für den französischen Filmpreis César nominiert, konnte sich aber seinerzeit nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen.

Literatur

  • Reinhard Barrabas: Kerngebiete der Psychologie. Eine Einführung an Filmbeispielen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8252-3850-6, S. 84-90.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. vgl. Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)
  2. Französischer Artikel zum Film I wie Ikarus

Kategorien: Attentat auf John F. Kennedy | Französischer Film | Thriller | Filmtitel 1979

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/I wie Ikarus (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.