ISO 13655 - LinkFang.de





ISO 13655


Die ISO-Norm ISO 13655 beschreibt die „spektrale Messung und farbmetrische Berechnung für graphische Objekte“ für die Druckindustrie. Die aktuelle Ausgabe stammt aus dem Jahr 2009 und wurde 2013 revidiert, das heißt durchgesehen und in einigen Details aktualisiert.

In Deutschland war die Norm ISO 13655:1996 als DIN-Norm DIN ISO 13655 veröffentlicht, diese wurde aber im August 2010 ohne Ersatz zurückgezogen.

Die Norm wird derzeit überarbeitet, da insbesondere die schwarze Messunterlage umstritten ist. Bei Standards der Druckindustrie in Europa, z.B. dem Medienstandard Druck, wird häufig eine weiße Unterlage (verwendetes Druckpapier) vorgeschrieben.

Wichtigste Anforderungen

Für die Messung werden unter anderem folgende Anforderungen gestellt:

  1. Das Messgerät (Spektralfotometer, Spektraldensitometer) sollte kalibriert sein und den Wellenlängenbereich 360 bis 780 nm in 10-nm-Schritten abdecken, wobei es einen Wellenlängenbereich 400 bis 700 nm abdecken und mindestens in 20-nm-Schritten messen, jedoch auf 10 nm interpolieren muss.
  2. Schwarze Unterlage unter der Probe.
  3. Messgeometrie 45/0° oder 0/45°.
  4. Farbwerteberechnung erfolgt auf Basis von CIE-Lichtart D50 (Normlicht) und CIE-Normvalenzsystem 1931 mit 2°-Normalbeobachter und Angabe des Delta E nach der einfachen Formel von 1976.

Die Ausgabe 2009 erhielt eine fundamentale Bedeutung für die Weiterentwicklung der Messgeräte. Denn die bisher als Messlicht genutzte gasgefüllte Glühlampen mit Wolframwendel, deren Emissionsspektrum weitgehend der Normlichtart A (Modus M0) entspricht, also nur einen geringen UV-Anteil, aber einen hohen Infrarot-Anteil aufweist, war völlig ungeeignet für die nunmehr geforderte physikalische Simulation der CIE-Lichtart D50 (Modus M1). Als erste Messgerätehersteller ersetzten Konica Minolta, Barbieri electronic und Techkon die Glühlampe durch LEDs, die in ihrem Zusammenwirken untereinander und im Zusammenwirken mit der spektralen Empfindlichkeit der Sensoren (Erfüllung der Luther-Bedingung) die spektrale Strahlungsverteilung einschließlich UV-Anteil darstellen können. Die erweiterte bzw. erneuerte Definition der Messmodi war nötig geworden, um die zunehmende Verwendung optischer Aufheller in Papieren und Kartons qualitativ besser bewerten und ihre Wirkung in den Druckverfahren besser vorhersagen zu können.

Übersicht über die neu definierten Messmodi – praxisrelevante Interpretation des Kapitels 4.2.2 Illumination requirements and measurement conditions:

Modus Anwendungen Einstellungen des Messgeräts Spektralbereich UV-Anteil
M0, „A“ konventionelle Farbmessung: bedruckte und durchgefärbte Oberflächen, Prozesskontrolle in Druckvorstufe und Drucksaal, Erstellen von ICC-Ausgabeprofilen spektraler Remissionsgrad ohne Polfilter unter einer gasgefüllten Wolframglühlampe, die annähernd Normlichtart A (Glühlampenlicht ähnlichster Farbtemperatur 2856 K ± 100 K) erzeugt, um andere Lichtarten zu simulieren von maximal 400 nm bis mindestens 700 nm kann bei Bedarf mathematisch ergänzt werden
M1, „D50“ physikalisch korrekte Farbmessung: bedruckte und durchgefärbte Oberflächen, Prozesskontrolle in Druckvorstufe und Drucksaal, Erstellen hochwertiger ICC-Profile für Digitalproofs und Druckverfahren spektraler Remissionsgrad ohne Polfilter unter einer Lichtquelle, die bestmöglich die Normlichtart D50 (künstliches Tageslicht ähnlichster Farbtemperatur 5003 K ± 100 K) mit korrektem UV-Anteil physikalisch simuliert 360 nm bis mindestens 700 nm Zuschaltung einer UV-Quelle erforderlich
M2, „UV-Cut“ Farbmessung unter Ausblenden des UV-Anteils im Messlicht spektraler Remissionsgrad ohne Polfilter unter einer Lichtquelle, die eine beliebige Normlichtart ohne UV-Anteil erzeugt oder simuliert bzw. gegebenenfalls den UV-Anteil mit einem UV-Sperrfilter ausschließt von 400 nm bis mindestens 700 nm unterdrückt bzw. ausgeschaltet
M1 – M2 physikalisch korrekte Farbmessung zur Darstellung der Wirkung optischer Aufheller (quantitativ in %, qualitativ als Differenzspektrum): Erstellen hochwertiger ICC-Papierprofile, Bewerten von Fluoreszenzdruckfarben nacheinander M1 und M2 (siehe dort); intern im Messgerät oder extern in einer Software vorgenommener Vergleich von M1 (D50 mit UV-Anteil im Messlicht) und M2 (hier wegen der Vergleichbarkeit ebenfalls D50, aber ohne UV-Anteil im Messlicht) siehe M1 und M2 isolierte Bewertung der UV-Wirkung
M3, „Polfilter“ Densitometrie: optische Dichte (Schwärzung), Farbdichte (Prozessdruckfarben), spektrale Dichte (Sonderfarben); Farbmessung: Intensivskalen, Effektpigmentfarben, Druckfarbenrezeptierung selektiver Absorptionsgrad (unter RGB+Vvis-Filtersatz) oder spektraler Absorptionsgrad (mit Spektralmesskopf), jeweils mit einem Polarisationsfilterpaar (im eingestrahlten und im reflektierten Licht, zueinander gekreuzt) unter einer Lichtquelle, die eine beliebige Normlichtart simuliert von maximal 420 nm bis mindestens 700 nm unterdrückt bzw. ausgeschaltet

Weblinks


Kategorien: Drucktechnik | ISO-Norm

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/ISO 13655 (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.