Hypotaxe - LinkFang.de





Hypotaxe


Mit Hypotaxe (gr. ὑπό, hypo, „unter“ und τάξις, táxis, „Ordnung“) wird die Unterordnung von Nebensätzen unter Hauptsätze bezeichnet (Satzgefüge). Zur Verknüpfung der Bestandteile werden oft Konjunktionen benutzt. Durch diese Konjunktionen können komplexe Zusammenhänge grammatikalisch verdeutlicht werden. Da Nebensätze im Deutschen den Hauptsatz unterbrechen und in diese Nebensätze weitere untergeordnete Nebensätze eingeschoben werden können, können Hypotaxen im Extremfall zu sehr unübersichtlichen Sätzen führen.

Entsprechend werden Hypotaxen oft auch als Bandwurmsätze bezeichnet, d.h. als Satzgefüge, die „einfach nicht enden wollen“.[1] Allerdings ist nicht jede hypotaktische Satzkonstruktion ein Bandwurmsatz, siehe nachfolgende Beispiele.

Besonders durch Heinrich von Kleists hypotaktische Schachtelsätze wurde der auffällig hypotaktische Stil geprägt. Auch Thomas Mann verwendet häufig hypotaktische Satzkonstruktionen.

Im Gegensatz zur Hypotaxe steht die Parataxe (Hauptsatzreihe).

Beispiele

  • Er suchte seinen Nachbarn, der aber gerade nicht zu Hause war. (Einfacher Nebensatz, der einem Hauptsatz untergeordnet ist)
  • Das Schaf, das nun zwei Jahre alt war, wollte sich nicht fangen lassen. (Untergeordneter Nebensatz eingeschoben)
  • Weil sie ihren Vater besuchen wollte, fuhr sie, als das Wochenende herangerückt war, mit dem Zug nach Bozen.
  • Derjenige, der denjenigen, der den Pfahl, der an der Brücke, die an der Straße, die nach Mainz führt, liegt, stand, umgeworfen hat, anzeigt, erhält eine Belohnung. (Eine Belohnung erhält derjenige, der denjenigen anzeigt, der den Pfahl umgeworfen hat, der an der Brücke stand, die an der Straße liegt, die nach Mainz führt. Oder: Eine Straße führt nach Mainz. An der Straße liegt eine Brücke. An der Brücke stand ein Pfahl. Den Pfahl hat jemand umgeworfen. Der soll angezeigt werden. Der Anzeiger erhält eine Belohnung.)
  • Die Frau von der Agentur für Arbeit, die Freitag, als du aufgrund einer Erkrankung verhindert warst[,] in die Schule zu kommen, da war, hat angeboten, Ausbildungsplatzinteressenten Adressen zu vermitteln.
  • Die, die die, die die Dietriche erfunden haben, verdammen, tun ihnen unrecht.[2]
  • Ich, der mit meinem Haufen eben in einem Wirtshause abgestiegen und auf dem Platz, wo diese Vorstellung sich zutrug, gegenwärtig war, konnte hinter allem Volk am Eingang einer Kirche, wo ich stand, nicht vernehmen, was diese wunderliche Frau den Herren sagte; dergestalt, dass, da die Leute einander lachend zuflüsterten, sie teile nicht jedermann ihre Wissenschaft mit, und sich des Schauspiels wegen, das sich bereitete, sich sehr bedrängten, ich, weniger neugierig, in der Tat, als um den Neugierigen Platz zu machen, auf eine Bank stieg, die hinter mir im Kircheneingang eingehauen war.[3]
  • Wieder ist […] ein Jahr vergangen […]: allmählich wird mir dieser ewigwährende Zyklus ein wenig leid, wozu verschiedene Faktoren, deren Urheber ich in diesem Zusammenhang, um mich keinen Unannehmlichkeiten, deren Folgen, die in Kauf zu nehmen ich, der ich gerne Frieden halte, gezwungen wäre, nicht absehbar wären, auszusetzen, nicht nennen möchte, beitragen.[4]
  • Was mich bis jetzt davon abgehalten hat... keine Ahnung, wohl die unerfreulichen Zeitgenossen, die, wie sie es in jedem Mikrokosmos gibt, auch hier herumgeistern und Kollegen, vor allem solchen wie mir, die hauptsächlich qualitätssichernd hier unterwegs sind, hintenrum hässliche Botschaften zwischen die Schulterblätter donnern.[5]

Siehe auch

Weblinks

 Wiktionary: Hypotaxe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Hypotaxe bei wortwuchs.net
  2. Konrad Duden oder Johann Wolfgang von Goethe zugeschrieben
  3. Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas
  4. Wolfgang Hildesheimer: Mitteilungen an Max
  5. Zitat aus einer Wikipedia-internen Diskussion

Kategorien: Satzlehre | Rhetorischer Begriff

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hypotaxe (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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