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Hummelshain


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Holzland-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Südliches Saaletal
Höhe: 340 m ü. NHN
Fläche: 17,57 km²
Einwohner: 619 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07768
Vorwahl: 036424
Kfz-Kennzeichen: SHK, EIS, SRO
Gemeindeschlüssel: 16 0 74 042
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstr. 23
07768 Kahla
Webpräsenz: www.hummelshain-schmoelln.de
Bürgermeister: Stephan Tiesler (CDU)
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Hummelshain ist eine Gemeinde mit dem weiteren Ortsteil Schmölln in Thüringen, Deutschland.

Geografie

Die Ortschaft liegt im Süden des Saale-Holzland-Kreises und ist Teil der Verwaltungsgemeinschaft Südliches Saaletal. Benachbarte Orte sind im Nordwesten Groß- und Kleineutersdorf, Lindig sowie der Ortsteil Schmölln, im Nordosten Trockenborn-Wolfersdorf, im Südosten Lichtenau und Neustadt an der Orla, im Süden Langendembach und im Westen Orlamünde. Durch den Ort führt von Ost nach West die Landesstraße L 1110 (Kahla - Neustadt an der Orla), in der Ortsmitte zweigt die L 1111 nach Nordosten in Richtung Trockenborn ab. Im Osten des Ortes zweigt ein ausgebauter Waldweg von der L 1110 in südlicher Richtung nach Langendembach ab.

Geschichte

Hummelshain und Schmölln sind vermutlich mit der Rodung der Waldgebiete um das Jahr 1000 entstanden. Hummelshain ist unter den Orten der Umgebung jünger und die urkundliche Ersterwähnung liegt von 1349/50 vor.[2] Die Region um Hummelshain stand bis zum 14. Jahrhundert unter der Herrschaft der Grafen von Weimar-Orlamünde. Danach folgten die Markgrafen von Meißen auch als Thüringer Landgrafen, die sich nach der Stammburg Wettin nannten. Sie waren bis in das 20. Jahrhundert Herren über das Gebiet um Hummelshain. Zu Beginn ihrer Herrschaft legten sie einen fürstlichen Jagdhof an. Der Bau der Jagdanlage Rieseneck im 17. und 18. Jahrhundert wurde zum Kulturdenkmal und einem Freilichtmuseum zur Jagdgeschichte. Es folgten dann weitere Änderungen und Bauten.[3] Das Neue Jagdschloss Hummelshain wurde als eines der letzten Schlösser 1880 geplant und im Neorenaissancestil errichtet. Der Turm des Schlosses hat eine Höhe von 48 Metern und ist weithin sichtbar.

Während des Zweiten Weltkrieges richtete hier das nationalsozialistische Rüstungsunternehmen REIMAHG ein Krankenhaus für seine Zwangsarbeiter ein, in Gestalt von sechs im Schlosspark errichteten Baracken mit je 89 Betten. Unter katastrophalen hygienischen Bedingungen und ständig überbelegt, war die Todesrate unter den insgesamt 1.088 Patienten, darunter 980 Ausländern, entsprechend hoch. In diesem Krankenhaus starben insgesamt 175 Zwangsarbeiter, von denen die meisten aus Italien kamen. Die Toten wurden auf einem Feld östlich des Friedhofs bestattet.[4]

Nach Gründung der DDR wurde im Neuen Jagdschloss ein Jugendwerkhof eingerichtet. Im Jahr 1967 errichteten Jugendliche des Jugendwerkhofes ein aus 175 Steinen des ehemaligen Rüstungswerkes bestehendes Denkmal für die hier verstorbenen Zwangsarbeiter.[5]

Wappen

Beschreibung: „Geviert von Silber und Grün mit rotem Herzschild, darin ein goldener Turm mit Spitzdach und seitlichen Spitztürmchen; in Feld 1 und 4 je eine grüne Tanne, in Feld 2 und 3 je eine fünfendige Hirschstange mit Rosenstock.“

Sehenswürdigkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Weblinks

 Commons: Hummelshain  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Rahel Marie Vogel: Auf dem Weg zum neuen Menschen: Umerziehung zur „sozialistischen Persönlichkeit“ in den Jugendwerkhöfen Hummelshain und Wolfersdorf (1961 - 1989), Lang, Frankfurt am Main / Berlin / Bern / Bruxelles / New York, NY / Oxford / Wien 2010, ISBN 978-3-631-60259-1 (= Europäische Hochschulschriften / European University Studies / Publications Universitaires Européennes, Band 1075, Geschichte und ihre Hilfswissenschaften, Band 1075, zugleich Staatsexamensarbeit Humboldt-Universität zu Berlin 2008 unter dem Titel: Umerziehung zur „sozialistischen Persönlichkeit“ in den DDR-Jugendwerkhöfen Hummelshain und Wolfersdorf (1961 - 1989)).

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik  (Hilfe dazu).
  2. Claudia und Rainer Hohberg: Die Hummelshainer Jagdschlösser und die Jagdanlage Rieseneck. Selbstverlag, 2007, ISBN 978-3-00-022763-9, S. 12
  3. Claudia und Rainer Hohberg: Die Hummelshainer Jagdschlösser und die Jagdanlage Rieseneck. Selbstverlag, 2007, ISBN 978-3-00-022763-9, S. 1-163
  4. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0
  5. Claudia und Rainer Hohberg: Die Hummelshainer Jagdschlösser und die Jagdanlage Rieseneck. Förderverein Schloss Hummelshaine.V. 2007, ISBN 978-3-00-022763-9
  6. Michael Köhler: Heidnische Heiligtümer. Jenzig-Verlag, 2007, ISBN 978-3-910141-85-8, S. 184.
  7. H. Bergner: Ringwälle und Burgruinen im Amtsbezirk Kahla. Thüringer Chronik-Verlag H. E. Müllerott, Kahla 1908, Arnstadt 2012, S. 26-28, Ohne ISBN

Kategorien: Hummelshain | Ort im Saale-Holzland-Kreis | Gemeinde in Thüringen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hummelshain (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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