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Howard Eugster


Howard Eugster-Züst (* 14. November 1861 in New York; † 18. April 1932 in Speicher) war ein religiös-sozialistischer Redakteur und Politiker. Sein Bruder Arthur Eugster war Politiker der FDP.

Leben

Nach dem Tod der Mutter kehrte die Familie 1865 aus den USA in die Schweiz zurück.[1] 1866 starb auch der Vater.[1] Eugster wuchs in der Obhut des Speicherer Pfarrers Gottlieb Lutz auf, der ihn in pietistisch-konservativem Geist erzog.[1] Nach dem Besuch der privaten Lerberschule in Bern studierte Eugster von 1883 bis 1887 Theologie in Neuenburg, Basel und Berlin.[1] Von 1887 bis 1909 wirkte er als Pfarrer in Hundwil.[1] Unter dem Einfluss Christoph Blumhardts wandte er sich vom orthodoxen Pietismus ab, engagierte sich als Christ in der Sozialdemokratie und wurde als „Weberpfarrer“ bekannt.[1] Im Anschluss an die Lohnbewegung der Appenzeller Heimweber 1899 gründete er 1900 den Appenzeller Weberverband.[1] Bis 1908 stand er diesem als Präsident vor.[1] Von 1901 bis 1913 leitete er als Redaktor die Ostschweizerische Industriezeitung und den Textil-Arbeiter.[1] 1903 gehörte Eugster zu den Gründern des Schweizerischen Textilarbeiterverbandes, von 1908 bis 1913 war er dessen vollamtlicher Präsident.[1] Neben der Gewerkschaftsarbeit stieg Eugster bald zum führenden Kopf der appenzell. Sozialdemokratie (bis 1913 Appenzell. Arbeiterpartei) auf. Von 1900 bis 1913 vertrat er die Partei im Kantonsrat, von 1908 bis 1932 gehörte er dem Nationalrat an, von 1913 bis 1931 war er Regierungsrat des Kantons Appenzell Ausserrhoden, wobei er für lange Jahre dem Volkswirtschaftsdepartement vorstand.[1] Schwerpunkt seiner politischen Arbeit war die Sozialgesetzgebung.[1] So engagierte sich Eugster auf kantonaler Ebene für Bestimmungen zum Schutz der Arbeiterinnen, für die Eindämmung der Kinderarbeit und für die Berufsausbildung.[1] Er schuf eine Pensionskasse für Lehrer und Staatsangestellte, förderte die kantonale Altersversicherung, den Ausbau der Tuberkulosefürsorge und das Pflegekinderwesen.[1] Auf eidgenössischer Ebene focht Eugster für die Revision des Fabrikgesetzes von 1877 und die Einführung einer Alters- und Hinterlassenenversicherung.[1] Zudem war er „früher Verfechter eines Zivildienstes für Dienstverweigerer“.[1]

Archiv

  • KBAR, Nachlass

Literatur

  • Louis Specker: Weberpfarrer Howard Eugster-Züst 1861–1932: Leben und Werk des Vaters der Schweizerischen Textilarbeiterorganisation. Fehr’sche Buchhandlung, St. Gallen 1975. 384 Seiten.
  • R. Bräuniger (Hrsg.): FrauenLeben Appenzell. 1999.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 1,15 Hermann Wichers: Eugster, Howard im Historischen Lexikon der Schweiz


Kategorien: Gewerkschafter (Schweiz) | Nationalrat (Appenzell Ausserrhoden) | Gestorben 1932 | Geboren 1861 | Schweizer | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Howard Eugster (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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