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Hottwil


Hottwil
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau AG
Bezirk: Laufenburg
Politische Gemeinde: Mettauertal
Postleitzahl: 5277
Koordinaten:
Höhe: 407 m ü. M.
Einwohner: 253 (31. Dez. 2009)
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
7.5 % (31. Dez. 2009)
Karte

Hottwil (in der lokalen Mundart Hottel, ˈhɔtːəl)[1] ist ein Dorf im Schweizer Kanton Aargau. Es liegt im Nordosten der Region Fricktal. Bis Ende 2009 bildete Hottwil eine eigenständige Einwohnergemeinde im Bezirk Brugg, seither ist es eines von fünf Dörfern in der neu entstandenen Gemeinde Mettauertal im Bezirk Laufenburg.

Geographie

Das Dorf liegt inmitten des Tafeljuras zwischen Aare- und Rheintal und ist auf allen Seiten von Hügeln umgeben. Es befindet sich am oberen Ende des Mettauertals, das durch den Etzgerbach in Richtung Nordwesten zum Rhein hin entwässert wird. Im Westen liegt der 649 Meter hohe Laubberg, im Süden der Beiberg (585 m ü. M. ) und das Hottwilerhorn (646 m ü. M. ), im Osten der Wessenberg (605 m ü. M. ) mit einer alten Burgruine. Am Südwesthang des Wessenbergs wird Weinbau betrieben.[2]

Die Fläche des ehemaligen Gemeindegebiets betrug 416 Hektaren, davon waren 163 Hektaren bewaldet und 18 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt war der Gipfel des Laubbergs (649 Meter), der tiefste lag auf 395 Metern am Etzgerbach.

Nachbargemeinden waren Wil im Norden, Mandach im Osten, Villigen im Südosten, Remigen im Süden und Gansingen im Westen.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung von Hotiwilare erfolgte im Jahr 1150. Der Ortsname lässt sich vom althochdeutschen Hotinwilari ableiten und bedeutet «Hofsiedlung des Hoto».[1] Im Mittelalter gehörte der meiste Grundbesitz den Edlen von Wessenberg, deren Burg auf dem gleichnamigen Berg an der Grenze zu Mandach lag. Landesherren und Richter waren die Habsburger, die das Dorf dem Amt Waldshut zuteilten. 1316 mussten die Habsburger die Dörfer Mandach und Hottwil wegen Geldmangels an die Wessenberger verpfänden. Diese erwarben auch die niedere und hohe Gerichtsbarkeit; sie schufen damit ein kleines, fast völlig souveränes Herrschaftsgebiet. Im Waldshuterkrieg von 1468 besetzte Bern die Herrschaft Wessenberg und fügte es zu seinen Untertanengebieten im Berner Aargau an; Hottwil war nun ein Teil des Gerichtsbezirks Wessenberg im Amt Schenkenberg. Die Berner liessen die Burg zerfallen und führten 1528 die Reformation ein.

Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Hottwil gehört seither zum Kanton Aargau. Bis heute ist Hottwil ein von der Landwirtschaft und vom Weinbau geprägtes Dorf geblieben. Zwischen 1900 und 1970 sank die Einwohnerzahl um etwa 20 Prozent, da viele Dorfbewohner gezwungen waren, anderswo nach Arbeit zu suchen. Seither ist die Bevölkerungszahl jedoch wieder leicht ansteigend.

Am 20. März 2008 beschloss die Gemeindeversammlung die Fusion von Hottwil mit Etzgen, Mettau, Oberhofen und Wil zur Gemeinde Mettauertal. Die Urnenabstimmung am 1. Juni 2008 fiel ebenfalls zugunsten einer Fusion aus. Der Zusammenschluss erfolgte am 1. Januar 2010. Da Hottwil zuvor zum Bezirk Brugg gehört hatte, wurde das ehemalige Gemeindegebiet dem Bezirk Laufenburg zugeschlagen.[3]

Wappen

Die Blasonierung des ehemaligen Gemeinde- und heutigen Dorfwappens lautet: «In Weiss auf grünem Boden äsender roter Hirsch.» In dieser Form besteht das Wappen seit 1872, als die Gemeinde ein Siegel führen musste. Die Symbolik des Hirsches ist nicht bekannt, die damaligen Akten geben keine Hinweise.[4]

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung:[5]

Jahr 1764 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000
Einwohner 195 324 210 201 203 191 171 179 221 245

Am 31. Dezember 2008 lebten 259 Menschen in Hottwil, der Ausländeranteil betrug 6,2 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 53,1 % reformiert und 32,2 % römisch-katholisch. 95,9 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache.[6]

Verkehr

Das Dorf liegt abseits grösserer Durchgangsstrassen, die Hauptzufahrt erfolgt von Etzgen her durch das Mettauertal. Die Strasse führt weiter über den Bürersteig nach Remigen und schliesslich nach Brugg. Nebenstrassen führen nach Gansingen, Mandach und Villigen. Hottwil wird durch die Postautolinie Brugg–Laufenburg an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.

Bildung

Hottwil verfügt seit Sommer 2006 über keine eigene Schule mehr. Die jüngsten Schüler besuchen im Nachbarort Wil die Primarschule. Die Sekundarschule kann in Gansingen besucht werden, die Realschule und die Bezirksschule im Schulzentrum Blauen in Laufenburg. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Baden und Wettingen.

Literatur

  • Michael Stettler, Emil Maurer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Band II: Die Bezirke Brugg, Lenzburg. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 29). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1953. DNB 750561750 .
  • Hottwil : Geschichte eines Dorfes im Aargauer Jura / [Autorenteam: Max Baumann ... et al.]. Gemeinde Hottwil, [2007]. ISBN 9783033013117

Weblinks

 Commons: Hottwil  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100. Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 207.
  2. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1049, Swisstopo
  3. Aargauer Zeitung: Fünf deutliche Ja zur Fusion, 21. März 2008.
  4. Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen Kanton Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 181.
  5. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  6. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 26. August 2012.

Kategorien: Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz | Ort im Kanton Aargau

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Hottwil (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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